
Nachdem die BVB-Profis ihren Europapokal-Frust mit einem Pflichtsieg zumindest teilweise abgeschüttelt hatten, ließen sie sich vom Applaus von der Südtribüne weiter aufmuntern. "Es war sehr wichtig, vor unseren Fans eine Reaktion zu zeigen. Denn natürlich ist das nicht so einfach, mit breiter Brust rauszukommen nach so einem Spiel", sagte Gonzalo Castro nach dem 3:0 (2:0) gegen den nun wieder zitternden Abstiegskandidaten Hamburger SV bei Sky.
66 Stunden nach dem dramatischen Aus beim FC Liverpool tankte Dortmund mit einer B-Elf Selbstbewusstsein für das DFB-Pokal-Halbfinale bei Hertha BSC am Mittwoch. Der 17-jährige Christian Pulisic (38.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor und Doppeltorschütze Adrian Ramos (44./86.) hellten die Stimmung wieder auf. BVB-Trainer Thomas Tuchel zeigte sich "sehr zufrieden" und blickte kämpferisch auf die letzte Titelchance: "Wir freuen uns auf das Halbfinale und die Aufgabe ist klar: Wir wollen ins Finale."
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Derweil trotteten die HSV-Spieler mit hängenden Köpfen davon. "Wir hätten in Führung gehen müssen, dann hätten wir eine Chance gehabt", ärgerte sich Trainer Bruno Labbadia. Vor dem Derby gegen Werder Bremen am Freitag trennen den vom Verletzungspech verfolgten HSV drei Punkte vom Nordrivalen und dem Relegationsplatz.
"Das wird ein heißes Spiel, auch für die Nerven, aber das werden wir annehmen", sagte Labbadia. Gegen Bremen müssen die Hanseaten auf Torhüter René Adler verzichten, der wegen einer Notbremse die Rote Karte sah (52.). "Das hat uns das Genick gebrochen", sagte Lewis Holtby.
In sehr gedämpfter Atmosphäre, wozu auch morgendliche Meldungen über den Abschied von Ilkay Gündogan beitrugen, hatte Tuchel seine Mannschaft völlig umgestellt. Nur Mats Hummels, Castro und Shinji Kagawa begannen nach dem Schock von Anfield (3:4), dafür spielten vor 81.359 Zuschauern unter anderem Felix Passlack, Pulisic - und Gündogan. Laut Medienberichten soll der Nationalspieler sich für eine Zukunft bei Manchester City mit dem jetzigen Bayern-Trainer Pep Guardiola entschieden haben, die BVB-Verantwortlichen wollten die Meldungen nicht kommentieren.
Aubameyang nur auf der Bank
Pierre-Emerick Aubameyang und Julian Weigl saßen auf der Bank, Marco Reus, Erik Durm (Knieprobleme) und Henrich Mchitarjan waren zwecks Schonung nicht im Kader. Beim HSV musste der angeschlagene Pierre-Michel Lasogga früh von Sven Schipplock ersetzt werden (34.), der Sekunden später eine Großchance vertändelte.
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Der BVB hatte dem HSV in den vergangenen Jahren prächtig gelegen, und so begann es wieder. Bis zu ihrem ersten Warnschuss durch Nicolai Müller (14.) ließen die Gäste die Dortmunder anlaufen, dann war Ivo Ilicevic (17.) per Kopf der Führung ganz nahe.
Die Abstimmungsprobleme beim BVB nach der großen Rotation blieben offensichtlich, das Spiel war lange zerfahren. Dies besserte sich nach dem 1:0, das die Dortmunder Spielfreude weckte und den HSV lähmte.
Adlers Platzverweis nach Notbremse an Kagawa raubte den Gästen die Hoffnung auf eine Wende. Ramos (62.) hatte kurz darauf Adlers Ersatz Jaroslav Drobny bereits ausgespielt, rutschte aber weg. Der HSV versuchte, Schlimmeres zu verhindern, der BVB kombinierte vor sich, häufig begünstigt von Hamburger Abspielfehlern. Weil Albin Ekdal verletzt vom Feld humpelte, musste der HSV die Schlussphase mit acht Feldspielern überstehen.