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Wintersport: US-Athleten erwägen WM-Boykott in Sotschi

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05. Dezember 2016, 13:29 Uhr
Wintersport
Lizzy Yarnold spricht sich für eine Verlegung der WM 2017 aus

US-amerikanische Bob- und Skeleton-Fahrer erwägen einen Boykott ihrer WM im Februar in Sotschi/Russland. Die Athleten sorgen sich um die Sicherheit bei den Doping-Tests. Der kanadische Ermittler Richard McLaren hatte in seinem ersten Bericht im Juli dem Riesenreich für die Jahre von 2011 bis 2015 Staatsdoping nachgewiesen.

Die Athleten nannten in einer Korrespondenz, die der New York Times vorliegt, Gründe, warum sie nicht in Sotschi starten wollen. Dabei wurden Professionalität bei den Doping-Proben, die Integrität des Sicherheits-Personals sowie eine mangelhafte Geheimhaltung von internen Informationen kritisiert.

"Die Tatsache, dass nach dem Sotschi-Skandal nichts passiert ist und der Fakt, dass wir trotzdem dahin fahren sollen, gibt uns nicht das Gefühl, dass die Situation ernst genommen wird", sagte die ehemalige Skeleton-Weltmeisterin Katie Uhlaender und kritisierte damit die zuständigen Verbände.

 

Yarnold fordert Verlegung der WM 

Auch Skeleton-Olympiasiegerin Lizzy Yarnold (Großbritannien) hatte den Weltverband zur Verlegung der WM 2017 aufgefordert und einen Boykott ins Gespräch gebracht.

"Das ist von höchster Stelle des Sports in den Schoß der Sportler gefallen", sagte US-Skeletoni Kyle Tress. "Es gibt enorme Unterstützung, um dieses Event auszulassen, und ich denke, das ist die richtige Entscheidung."

Laut Korrespondenz sollen die Athleten die Unterstützung des Nationalen Olympischen Komitees USOC haben, auch wenn sich dieses in der Doping-Debatte um Russland bislang mit öffentlichen Forderungen zurückgehalten hatte. Das lag auch daran, das das USOC wegen der Bewerbung von Los Angeles um die Olympischen Spiele 2024 auf internationalem Parkett kein Porzellan zerschlagen wollte. 

USOC unterstützt Boykott nicht 

"Das USOC unterstützt keinen Komplett-Boykott von Groß-Events", sagte ein USOC-Sprecher der New York Times, allerdings meinte er auch: "Alle Entscheidungen unserer Athleten werden unabhängig von unserer Bewerbung für 2024 unterstützt, die unabhängig von diesen Veranstaltungen ist."

Beim Deutschen Bob- und Schlittenverband (BSD) ist die Haltung in Übersee bekannt. "Ich rechne nicht damit, dass die US-Athleten nach Sotschi kommen", sagte BSD-Generalsekretär Thomas Schwab. Am Wochenende beim Weltcup in Whistler/Kanada hätten die Trainer aller Nationen das Thema erörtert.

"Der deutsche Verband ist mit dem Problem an den internationalen Verband herangetreten, und der hat uns versichert, dass die Doping-Kontrollen in Sotschi nicht in russischen Händen liegen werden", sagte Schwab. Deshalb wohl werde das deutsche Team zur WM reisen, obwohl man noch nicht gebucht habe. Eine letzte Aussprache soll es rund um den Weltcup in Lake Placid vom 12. bis 17. Dezember geben.

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