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Tour 2014: Die zehn Deutschen im Kurzporträt

Zu den Kommentaren   |   Quelle: sid
02. Juli 2014, 14:05 Uhr
John Degenkolb
Für John Degenkolb ist es die zweite Tour de France

Zehn deutsche Radprofis werden am Samstag im englischen Leeds bei der 101. Tour de France am Start stehen. Fast alle fahren in ausländischen Mannschaften und sind nahezu durchweg sehr ambitioniert. Zwei Profis gehen für das deutsche Team NetApp ins Rennen. Die Stärken der Deutschen sind vielfältig, Chancen auf Tagessiege realistisch, nur einen überragenden Rundfahrer sucht man vergeblich.

Marcus Burghardt (31/BMC/Zschopau)

Klassikerspezialist, der vor allem im Frühjahr sehr präsent ist. Hat 2008 eine Tour-Etappe gewonnen. Der frühere Tour-Sieger Cadel Evans hielt große Stücke auf den Sachsen, bezeichnete ihn als seinen persönlichen Helden. Diesmal beschützt er der Amerikaner Tejay van Garderen (USA).

John Degenkolb (25/Giant/Gera)

Degenkolb geht in seine zweite Tour und ist neben Kittel einer der beiden Kapitäne bei Giant. Der Klassiker-Spezialist ist der Mann, der bei den etwas anspruchsvolleren Teilstücken für Tagessiege sorgen soll. Gewann schon Etappen beim Giro d'Italia und der Spanien-Rundfahrt, jetzt soll es auch in Frankreich klappen.

Marcel Kittel (26/Giant/Arnstadt)

Der Sprinter war mit vier Etappensiegen der Shootingstar des letzten Jahres. Daran wird er jetzt gemessen, Kittel ist auf den Flachstücken der Mann, der es zu schlagen gilt. Beim Giro beeindruckte der Thüringer erst, dann schied er erkrankt aus.


Roger Kluge (28/IAM/Eisenhüttenstadt)

Der Bahnspezialist, 2008 mit Olympia-Silber dekoriert, ist zum zweiten Mal dabei. Hat seine Qualitäten vor allem in der Ebene, ist tempofest. Aufgrund seiner guten Endschnelligkeit nicht chancenlos, sollte ihm der Sprung in eine Fluchtgruppe gelingen.

André Greipel (31/Lotto/Rostock)

Greipel, der gerade zum zweiten Mal deutscher Meister wurde, steht etwas im Schatten von Kittel. Er zählt aber dennoch zu den heißen Anwärtern auf einen Etappensieg - auch zum Auftakt, wenn die Sprinter um das Gelbe Trikot kämpfen. Der "Gorilla" hat eine im Frühjahr erlittene Schulterverletzung gut verkraftet und ist sehr gut in Schuss.
 

Marcel Sieberg (32/Lotto/Castrop-Rauxel)

Vielleicht der wichtigste Helfer Greipels. Er vertraut ihm blind. Der baumlange Schlacks besticht durch Rennübersicht und Durchsetzungskraft. War letztes Jahr der einzige Deutsche, der nicht in Paris ankam. Er brach sich in der dritten Woche das Schlüsselbein.
 

Andreas Schillinger (31/NetApp/Kümmersbruck)

Der Inbegriff eines Helfers. Ist sich für keinen Dienst zu schade und stellt eigene Ambitionen ohne Murren zurück. Gründungsmitglied von NetApp und nach Jahren in der zweiten Reihe jetzt mit der Chance, sich auf der großen Bühne Renommee zu verdienen.
 

Paul Voss (28/NetApp/Rostock)

Wird eine ähnliche Rolle wie sein Teamkollege einnehmen, dürfte aber ein paar Freiheiten bekommen. War beim Giro schon einmal nah an einem Tagessieg, mit seiner Schnelligkeit ist auf mittelschweren Etappen eine vordere Platzierung drin.
 

Tony Martin (29/Quick Step/Cottbus)

Seine Tour-Geschichte ist eng mit Stürzen verknüpft. Hatte in den letzten beiden Jahren großes Pech, zeigte aber enorme Leidens- und Willensfähigkeit. Vorwiegend als Helfer für Mark Cavendish eingeplant. Zudem will er den Tagessieg im einzigen Einzelzeitfahren.
 

Jens Voigt (42/Trek/Grevesmühlen)

Steht vor seiner 17. Tour-Teilnahme und schließt zu den Rekordhaltern auf. Der älteste Fahrer des Feldes wird sich für sein Team zerreißen. Hatte lange nicht an die Nominierung geglaubt, am Saisonende wird er aufhören. Trug zweimal Gelb und gewann 2001 und 2006 je eine Etappe.