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Schlammschlacht geht weiter: Sauber-Chefin Monisha Kaltenborn unter Beschuss

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13. März 2015, 10:42 Uhr
Monisha Kaltenborn
In der Kritik: Sauber-Chefin Monisha Kaltenborn

Das Cockpit-Chaos um Giedo van der Garde und Sauber nimmt kein Ende. Teamchefin Monisha Kaltenborn gerät immer mehr unter Beschuss.

Monisha Kaltenborn ist angeschlagen. Nach dem fünften Tag in der juristischen Schlammschlacht um die Cockpit-Posse mit Giedo van der Garde wirkt die Sauber-Teamchefin mit ihren Kräften am Ende - und gerät immer stärker unter Beschuss. Die Formel 1 fragt sich: Wie konnte die gelernte Juristin nur drei Fahrer unter Vertrag nehmen, obwohl sie nur zwei Autos zur Verfügung hat?

Niki Lauda nannte das Hickhack "fürchterlich. Frau Kaltenborn soll sich entschuldigen und ihn fahren lassen", sagte der Ex-Weltmeister und Aufsichtsrat des Mercedes-Teams dem Fachportal motorsport-magazin.com. Es sei "absolut unfair und falsch, Verträge zu machen, die man nicht einhält".

Kaltenborn hält sich bedeckt


Kaltenborn äußerte sich am Freitag erstmals zu dem Fall und sagte - nichts. Die Österreicherin blockte alle Fragen zu Saubers krachender Niederlage vor Gericht ab: "Es ist ein schwebendes Verfahren, dazu kann ich mich nicht äußern." Ob sie darüber nachgedacht hat, zurückzutreten? "Nein", sagte die 43-Jährige.

Nachdem van der Gardes Anwälte vor Gericht sogar gefordert hatten, Kaltenborn gehöre verhaftet und müsse ins Gefängnis, weil sie sich der Auflage widersetze, alles dafür zu tun, damit van der Garde beim Großen Preis von Australien fahren kann, kam am Freitag Bewegung in den Fall. Auch die Beschlagnahmung der Rennwagen, Saubers Kronjuwelen, schien möglich. Unter diesem Druck ist nun offenbar wieder eine außergerichtliche Einigung möglich. Richter Clyde Croft vertagte die Verhandlung auf Samstagmorgen 9.30 Uhr (Ortszeit) und riet: "Ich wünschte, die Parteien würden ernsthaft über eine Lösung reden." Van der Gardes Anwalt überraschte alle Beobachter und sprach plötzlich von "konstruktiven Gesprächen", die am Abend fortgeführt würden.

Was das für Sauber zu bedeuten hat, bleibt unklar. Der Schaden ist allerdings immens. Sollte van der Garde die noch nötige Superlizenz erhalten und am Samstag fahren dürfen, droht Sauber eine Klage der eigentlich nominierten Stammfahrer Felipe Nasr (22, Brasilien) und Marcus Ericsson (24, Schweden). Das Duo hatte Kaltenborn ja erst verpflichtet, weil sie über Sponsoren rund 40 Millionen Euro in die leeren Kassen der Schweizer spülen. Die Geldgeber wären sicher nicht erfreut, wenn sie auf einmal außen vor sind. Van der Garde soll nur rund acht Millionen Euro versprochen haben. Sauber kann es sich im tobenden Existenzkampf allerdings nicht erlauben, ihn aus seinem Vertrag herauszukaufen.

"Irgendwo hört der Spaß auf"


"Es geht einfach nicht, dass du irgendwo Geld einzahlst, und dann keine Gegenleistung bekommst. Irgendwo hört der Spaß auf", sagte Lauda. Auch Saubers Motorenpartner erhöht den Druck. "Ich hoffe, dass das Problem so schnell wie möglich gelöst wird", sagte Scuderia-Teamchef Maurizio Arrivabene. Sogar Adrian Sutil soll noch einen gültigen Sauber-Vertrag besitzen. Der Gräfelfinger fuhr 2014 für Sauber, wurde aber wie van der Garde von Nasr und Ericsson verdrängt.

Derweil spielten sich am Freitag vor dem Training skurrile Szenen ab. Van der Garde war an der Strecke erschienen und kam zunächst nicht ins Fahrerlager - weil er die nötige Akkreditierung nicht bekommen hatte. Dann drehten sich viele Sauber-Mitarbeiter weg oder verließen demonstrativ die Box, als sie den "Rebellen" sahen. Trotzdem wurde für ihn ein Sitz angefertigt, dafür zog er den Rennoverall Ericssons über - aber fahren durfte er trotzdem nicht. Nachdem im ersten freien Training kein Sauber gefahren ist, drehten am Nachmittag Nasr und Ericsson ihre Runden.

 

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