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Melbourne: Giedo van der Garde klagt sich in Sauber-Cockpit

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11. März 2015, 08:44 Uhr
Giedo van der Garde
Giedo van der Garde klagte sich ins Cockpit

Giedo van der Garde stürzt Sauber ins Chaos. Der ehemalige Testfahrer hat sich vor Gericht erfolgreich sein Cockpit für den Saisonauftakt eingeklagt.

Cockpit-Wirrwarr bei Sauber: Das Schweizer Traditionsteam versinkt nur wenige Stunden vor dem Saisonauftakt in der Formel 1 im Chaos - mit finanziell unabsehbaren Folgen. Weil der ehemalige Testfahrer Giedo van der Garde (29) erfolgreich sein Cockpit für das Rennen in Australien eingeklagt hat, haben nun plötzlich drei Piloten einen Anspruch, in Melbourne an den Start zu gehen. Es gibt aber nur zwei Autos.

Der Oberste Gerichtshof in Melbourne sicherte van der Garde am Mittwoch das Recht zu, im Albert Park für das Schweizer Team zu fahren. Das Urteil ist für den in finanzieller Not steckenden Sauber-Rennstall kurz vor dem Beginn des ersten freien Trainings am Freitag ein Schock. Wer bei Sauber von den beiden eigentlichen Stammfahrern Felipe Nasr (22, Brasilien) und Marcus Ericsson (24, Schweden) für den Niederländer weichen muss, ist noch unklar. Die Entscheidung von Richter Clyde Croft gilt nur für das Rennen in Australien.

 

Kaltenborn warnt vor Risiko

Teamchefin Monisha Kaltenborn reagierte sauer und ging umgehend in Berufung gegen das Urteil. Die Anhörung wurde auf Donnerstagmorgen 9.30 Uhr Ortszeit festgelegt. "Wir sind sehr enttäuscht über diese Entscheidung und müssen uns nun die Zeit nehmen, die Konsequenzen dieses Entscheids zu verstehen sowie die Auswirkungen auf unseren Saisonstart zu evaluieren", sagte Kaltenborn: "Allerdings können wir nicht die Sicherheit unseres Teams, oder anderer Fahrer auf der Strecke gefährden, nur um dem Wunsch eines unvorbereiteten Fahrers nachzukommen, Rennen für uns zu bestreiten. Und dies in einem Fahrzeug, das auf zwei andere Fahrer zugeschnitten wurde."

Doch für Sauber geht es vor allem auch um viele Millionen Euro. Nasr und Ericsson hatten van der Garde dessen vertraglich zugesichertes Cockpit Ende 2014 nur deshalb weggeschnappt, weil die beiden Paydriver über Sponsoren Sauber deutlich mehr Geld in die leeren Kassen spülen. Das Duo hatte mit seiner Mitgift in Höhe von rund 40 Millionen Euro überhaupt erst das Überleben von Sauber gesichert. Schon Adrian Sutil (32, Gräfelfing) hatte deshalb seinen Sauber-Job verloren. Sollte Nasr oder Ericsson nun doch in Melbourne außen vor sein, hätte das auch finanzielle Konsequenzen.

Van der Garde freut sich trotz des eskalierenden Streits auf das Rennen. "Ich bin fit und fühle mich stark", sagte der ehemalige Caterham-Fahrer: "Wir werden hart arbeiten und unser Bestes geben."  
 

Van der Garde als Gefahr

Sauber hatte während der Verhandlung argumentiert, van der Garde aus Sicherheitsgründen das Cockpit vorenthalten zu müssen. Sein Einsatz sei "unverantwortlich und gefährlich". Schließlich habe der ehemalige Testfahrer den neuen Wagen noch nie gefahren, zudem gebe es keinen passenden Sitz. "Sauber kann es ihm einfach nicht erlauben, dieses Auto zu fahren", sagte Anwalt Rodney Garratt, ansonsten bestehe ein nicht zu akzeptierendes Risiko.

Van der Garde wischte diese Bedenken am Mittwoch beiseite. "Ich bin fitter als jemals zuvor", sagte er. Und fügte an: "Ich habe immer noch ein sehr gutes Verhältnis mit dem Team." Das dürfte Sauber-Chefin Kaltenborn jetzt sicher anders sehen.

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