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Handballer erreichen EM-Hauptrunde - Traum vom Halbfinale lebt

Zu den Kommentaren   |   Quelle: sid
20. Januar 2016, 23:22 Uhr
Niclas Pieczkowski
Die deutschen Handballer um Niclas Pieczkowski setzten sich gegen Slowenien durch

Bundestrainer Dagur Sigurdsson spendete seiner jungen Rasselbande nach der besten Turnierleistung anerkennend Applaus, die Spieler tanzten ausgelassen im Kreis: Nachdem die deutschen Handballer durch einen überzeugenden 25:21 (12:10)-Erfolg gegen Slowenien die Hauptrunde bei der EM in Polen erreicht hatten, gab es kein Halten mehr.

Doch mit dem Minimalziel will sich das jüngste aller EM-Teams nicht zufrieden geben. Die ersatzgeschwächte Auswahl des DHB hat jetzt sogar das Halbfinale im Visier. "Wir werden noch hungriger", sagte Sigurdsson im ZDF: "Wir haben eine junge Truppe. Mal sehen, wie die älteren Mannschaften die hohen Belastungen wegstecken."

Der mit 14 EM-Debütanten angetretene Weltmeister von 2007 startet nach der Auftaktniederlage gegen Spanien (29:32) und dem Sieg gegen Schweden (27:26) mit der ordentlichen Ausgangsposition von 2:2 Punkten in die zweite Turnierphase. Erster Gegner dort ist am Freitag (18.15 Uhr im LIVETICKER) Ungarn (0:4 Punkte).

Danach folgen die Duelle mit Russland (2:2) am Sonntag (18.15 im LIVETICKER) und dem zweimaligen Europameister Dänemark (4:0) am Mittwoch (18.15 im LIVETICKER). Die ersten beiden Teams der Sechsergruppe, die durch Spanien (4:0) und Schweden (0:4) komplettiert wird, ziehen ins Halbfinale ein. "Dieser Mannschaft ist alles zuzutrauen", sagte Ex-Weltmeister Christian Schwarzer.


Mit einer bärenstarken Abwehrleistung wurde Slowenien in die Knie gezwungen. Bester deutscher Werfer gegen den WM-Achten war Tobias Reichmann mit fünf Toren. "Wir sind sehr, sehr glücklich. Wir sind sehr gut mit dem Druck umgegangen. Wir waren sehr konzentriert und fokussiert", sagte ein überglücklicher Sigurdsson, während die zahlreichen deutschen Fans unter den 6000 Zuschauern in der Jahrhunderthalle in Breslau "Oh, wie ist das schön" anstimmten.



DHB mit Fehlstart

"Es geht jetzt um alles. Wir müssen geduldig spielen", hatte Sigurdsson vor dem entscheidenden Gruppenspiel erklärt und eine wichtige Personalentscheidung getroffen. Nach seinem Galaauftritt beim Zittersieg gegen Schweden löste Andreas Wolff Routinier Carsten Lichtlein als Nummer eins im Tor des Europameisters von 2004 ab.

Trotz eines starken Wolffs und einer aggressiven Deckung legte die DHB-Auswahl wie schon gegen Schweden jedoch einen Fehlstart hin. Im Angriff wurden beste Chancen ausgelassen, Rune Dahmke, Reichmann und Christian Dissinger scheiterten reihenweise am slowenischen Schlussmann Gorazd Skof. Die Folge war ein 2:5-Rückstand (10. Minute).

Zudem leistete sich das deutsche Team in der ersten Halbzeit schon fünf Strafzeiten. Dissinger, der gegen Schweden kurz vor dem Ende die Rote Karte gesehen hatte, stand bereits in der achten Minute nach zwei Strafzeiten vor dem erneuten Ausschluss.

Das deutsche Team kämpfte sich in der Neuauflage des EM-Finals von 2004 aber zurück ins Spiel. Im Angriffsspiel lief zwar nicht immer alles wunschgemäß, doch die Anspiele an den Kreis fanden nun öfters Jannik Kohlbacher. Dank eines erneut starken Wolffs und einer beweglichen Abwehr kam der WM-Siebte zu einfachen Toren über Tempogegenstöße und lag beim 8:6 (19.) erstmals mit zwei Treffern vorne.

"Müssen im Angriff konzentrierter spielen"

Mit dem Zwei-Tore-Vorsprung ging es auch in die Halbzeitpause. "In der Abwehr stehen wir sehr gut, wir müssen aber konzentrierter im Angriff spielen", analysierte Lichtlein.

Bei beiden Mannschaften war das Angriffsspiel aber auch in den zweiten 30 Minuten von Fehlern und einigen Ungenauigkeiten geprägt. Dahmke, der bei der EM den verletzten Kapitän Uwe Gensheimer auf Linksaußen ersetzt, sorgte mit zwei Treffern aber für die erste Vier-Tore-Führung (14:10/34.).

Slowenien reagierte und brachte nun Dean Bombac auf der Spielmacherposition. Die deutsche Abwehr stand in Verbindung mit Wolff im Tor aber weiterhin sicher und ließ die Slowenen nicht näher herankommen.

Im Angriff übernahm Kapitän Steffen Weinhold (vier Tore) nun immer mehr Verantwortung und führte das junge Team neben dem vom Siebenmeterpunkt nervenstarken Reichmann in die Hauptrunde. Da störte auch die Rote Karte für Hendrik Pekeler in der Schlussphase (55.) nach seiner dritten Zeitstrafe nicht mehr.

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