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Formel 1: Alain Prost nimmt Sebastian Vettel und Ferrari in die Pflicht

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09. April 2017, 10:04 Uhr
Alain Prost
Alain Prost ist zurück in der Formel 1

Der vierfache Weltmeister Alain Prost ist zurück in der Formel 1 und als Berater bei Renault tätig. Während er sich bezüglich seines neuen Jobs bedeckt hält, nimmt er bei der aktuelle Saison sowie den Zielen von Ferrari kein Blatt vor den Mund.

Im Gespräch mit Bild am Sonntag zeigte der Franzose keinerlei Interesse mehr daran, nochmal in ein Formel-1-Auto zu steigen - mit gutem Grund: "Verglichen mit den Autos, die ich gefahren bin, ist das heute viel zu kompliziert", erklärte Prost.

Aus Sicht Prosts habe sich die Rolle des Fahrers im Vergleich zu seiner Zeit gehörig gewandelt: "Ich habe es geliebt, mein Auto und die Strategie selber zu entwickeln. Das ganze Wochenende habe ich daran getüftelt und wusste genau, wie mein Auto für den Start und das Rennen abgestimmt sein musste. Heute müsste ich mit vielen Ingenieuren reden, gleichzeitig noch mit den Technikern in der Team-Fabrik. Ich sage nicht, dass das langweilig ist, aber eben ganz anders als früher."

Was Ferrari angeht, könne es dort auch für Sebastian Vettel nur ein Ziel geben: "Ferrari ist etwas Besonderes. Wenn man dorthin geht, muss man Weltmeister werden." Allerdings schränkte Prost zugleich ein: "Auch wenn die Situation im Team manchmal schwierig ist. Deswegen ist man aber nicht gescheitert, wenn es nicht klappt."

Der amtierende Titelträger, Nico Rosberg, hat derweil seine Karriere beendet, was Parallelen zu Prost aufwirft, der 1993 nach seinem vierten Titel ebenfalls den Helm an den Nagel gehangen hatte. Erst 1997 kehrte der Franzose als Besitzer eines Teams zurück. Eine ähnliche Rückkehr könne er sich bei Rosberg jedoch nicht vorstellen: "Bei seinem Rücktritt war er noch ziemlich jung. Aber so wie er es gemacht hat, fand ich es richtig gut. Er ist dafür ja auch kritisiert worden, aber ich fand es klasse. Ein Comeback kann ich mir bei ihm nicht vorstellen."

Berater des Renault-Teams

Prost selbst fungiert nun als Berater des Renault-Teams, hielt sich allerdings bedeckt und gab nur eine vage Umschreibung seiner Aufgaben: "Wie wir den Posten am Ende nennen, war lange offen. Aber kurz zusammengefasst: Ich kümmere mich um alles, was uns besser macht. Das können Gespräche mit Fahrern sein, Marketing, aber auch die ganze Politik hinter den Kulissen. Ich wollte eine Rolle mit etwas Distanz zum Tagesgeschäft. So habe ich den besten Überblick."

Auf die konkrete Frage, was sich denn schon verbessert habe seit seiner Ankunft, wurde er dann jedoch etwas konkreter. Augenzwinkernd gab Prost zu Protokoll: "Teil meines Jobs ist auch, der Presse nicht zu erzählen, was genau ich mache."

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