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Offener Brief von Löwen-Investor Ismaik: Werde Verein weiter voll unterstützen

Zu den Kommentaren4 Kommentare   |   Quelle: sid
06. Januar 2016, 14:49 Uhr
Hasan Ismaik
Hasan Ismaik hält weiter zu 1860 München

In einem mehrseitigen offenen Brief hat Investor Hasan Ismaik weitere Hilfe für dem finanziell angeschlagenen Zweitligisten 1860 München zugesagt, diese aber an Bedingungen geknüpft. "Ich bestätige hiermit erneut", schrieb der Jordanier auf Facebook, "dass ich diesen Verein weiterhin voll unterstützen werde, sei es über weitere finanzielle Investments oder auf andere Weise. Allerdings gibt es einige fundamentale Dinge, die angesprochen werden müssen."

Diese Dinge seien laut Ismaik, dass der Verein "keine klare Strategie oder einen Geschäftsplan hat, der angemessen die derzeit verringerten Einkommensverhältnisse widerspiegeln würde". Überdies gebe es "keine überlebensfähige Alternative" zur Spielstätte Allianz Arena, die der TSV 1860 als Mieter des FC Bayern nutzt.

Weiter bat der 39-Jährige die deutschen Fußballverbände, "ihre Haltung im Hinblick auf das Eigentum und die Führung von Sportklubs durch ausländische Investoren zu überdenken". Kurz: Ismaik wünscht sich eine Änderung der 50+1-Regel, die den Einfluss von Investoren limitiert. Ismaik möchte eine Anpassung "an die Regeln europäischer Nachbarländer, wie England. Nur mit solchen Änderungen können wir hoffen, die deutschen Bundesligen in dieselben (finanziellen) Regionen zu bringen, wie sie in England erreicht werden", schrieb Ismaik.

Cassalette weilt in Abu Dhabi

Pikanterweise weilt der neue 1860-Präsident Peter Cassalette gerade bei einem Besuch des Investors in Abu Dhabi. Dort soll die Zukunft des Traditionsvereins besprochen werden, der ohne die Unterstützung Ismaiks auf eine Insolvenz zusteuert. Die Löwen hoffen auf eine Million Euro für Transfers, zumal Ismaik zuletzt eine Darlehensssumme von 3,5 Millionen Euro nicht in Genussscheine umwandeln wollte und so eine Geldstrafe der DFL in Höhe von 750.000 Euro wegen nicht eingehaltener Auflagen herausforderte.

Diese Entscheidung sei laut Ismaik der einzige Weg, "diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die für das Management des Klubs verantwortlich sind. Genug ist genug." Er habe in den Vorjahren der Umwandlung von 19 Millionen Euro zugestimmt und insgesamt nahezu 50 Millionen Euro seit seinem Einstieg investiert. "Für mich ist nicht erkennbar, wofür mein Geld ausgegeben wurde", so Ismaik, der nach wie vor hofft, "diesen einst großen Verein wieder auf den Gipfel des deutschen und europäischen Fußballs zu bringen."

zu "Offener Brief von Löwen-Investor Ismaik: Werde Verein weiter voll ..."
4 Kommentare
Letzter Kommentar:
Soso schrieb am 07.01.2016 15:06
Ich finde es interessant, die bisherigen Kommentare zu lesen, die sehr viel Zustimmung für Ismaik zeigen.
Hierbei wird aus meiner Sicht aber einiges vergessen. Eine schlechte Arbeit bei 1860 ist für die vergangenen Jahre offensichtlich. Diese kann man aber nur kombiniert mit den Voraussetzungen bewerten. Hierbei spielt die Stadionmiete und eine ganze Zeit ein überteuerter Kader eine Rolle. Um diesen Voraussetzungen zu begegnen, gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Man schraubt seine Ansprüche deutlich herunter. Außerdem braucht man dann eine neue, bezahlbare Spielstätte. Das entspricht aber nicht dem Anspruch des Investors, wie auch sein offener Brief zeigt. Also 2.: Man muss mächtig investieren, um einen Aufstieg in die 1. Liga zu "erzwingen". Hierfür genügt es aber nicht, im Halbjahresabstand, die nötigsten finanziellen Löcher zu stopfen und gelegentlich mal ein Milliönchen in Spieler zu investieren.
Wenn man das so macht, kommen in einigen Jahren schnell mal 40 Millionen zusammen, ohne spürbaren Erfolg.

Hier liegt aus meiner Sicht das Grunddilemma der 60er. Der Investor hat hohe Ansprüche, pumpt aber immer gerade so viel Geld in den Verein, dass er gerade so überleben kann.
Mehr zu investieren macht, aus seiner Sicht, keinen Sinn, weil er nicht das Sagen bei der Verwendung der Finanzen hat. Dem steht aber nunmal 50 1 in Deutschland gegenüber.
Also versenkt er etappenweise sein Geld. Bei allem Respekt Herrn Ismaik gegenüber bleibt mir hier nur zu sagen, wenn ich viele Millionen ins Ausland investieren würde, könnte mich eine Regelung wie 50 1 kaum überraschen. Soviel Vorbereitung müsste schon sein. Jetzt darüber jammern, dass diese Regel in Deutschland (derzeit) gilt, löst in mir kein großes Mitleid aus.
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