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Handball-WM: Frankreich stürmt zum sechsten Mal auf WM-Thron

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29. Januar 2017, 19:14 Uhr
Frankreich
Frankreich krönte sich im eigenen Land zum Weltmeister

Frankreichs schier unersättliche Titeljäger sind zum sechsten Mal auf den WM-Thron gestürmt. Angeführt von Superstar Nikola Karabatic besiegten die französischen Handballer in einem lange Zeit hochklassigen Finale in Paris Außenseiter Norwegen mit 33:26 (18:17) und erfüllten die Gold-Mission bei ihrer Heim-WM mit neun Siegen in neun Spielen eindrucksvoll.

Bester Werfer der Franzosen war Karabatic mit sechs Toren. Der Flensburger Kentin Mahe, Valentin Porte und Michael Guigou kamen auf jeweils fünf Treffer. Für den zweimaligen Olympiasieger war es der zehnte Titel bei einem Großereignis in den vergangenen 16 Jahren und gleichzeitig der krönende Abschluss für einige Spieler der "Goldenen Generation": Torhüter-Legende Thierry Omeyer, Daniel Narcisse und Guigou werden ihre Nationalmannschafts-Karriere wohl beenden. Für den 40 Jahre alten Ex-Kieler Omeyer war es der fünfte WM-Triumph - Rekord!

Durch Frankreichs Erfolg blieb das norwegische Wintermärchen ohne Happy End. Der mit einer Wildcard ins Turnier gerückte EM-Vierte kann sich aber immerhin mit der ersten WM-Medaille seiner Geschichte trösten.

Vor 15.700 Zuschauern in der seit Monaten ausverkauften Halle zeigten die Norweger in ihrem ersten WM-Finale keinen Respekt vor dem großen Favoriten. Der norwegische Rückraum präsentierte sich äußerst wurfgewaltig und treffsicher, zudem funktionierten die Anspiele auf Kreisläufer Bjarte Myrhol glänzend. Lohn des starken Auftritts der Norweger war eine 10:7-Führung (15.). 

 

Frankreich spielte robust 

Die Franzosen, die in der Vorrunde mit 31:28 gegen Norwegen gewonnen hatten, setzten ihre Erfahrung und körperliche Robustheit entgegen. Zudem räumte der glücklose Omeyer seinen Platz im Tor in der 23. Minute beim Stand von 12:15. Mit Vincent Gerard kamen die vom Publikum frenetisch angefeuerten Gastgeber besser ins Spiel und gingen nach dem Tempogegenstoß-Tor von Rechtsaußen Porte eine Sekunde vor der Pause sogar mit einer knappen Führung in die Halbzeit.

Nach dem Wechsel drückten die Franzosen aufs Tempo und spielten mit Karabatic als Spielgestalter ihre ganze Klasse aus. Schnell zogen sie auf vier Tore davon (22:18/34.). Norwegens Trainer Christian Berge, der als Nachfolger des wechselwilligen Ljubomir Vranjes bei der SG Flensburg-Handewitt im Gespräch ist, nahm schnell eine Auszeit. Doch die Fehler im Spiel seines Teams nahmen weiter zu, immer wieder fanden die Norweger in Gerard ihren Meister.

Als Kreisläufer Ludovic Fabregas zum 27:22 traf, war die Partie entschieden (48.). Den Norwegern fehlte die Kraft, um noch einmal heranzukommen. Die Fans auf den Rängen und die Ersatzspieler auf der Bank gaben schon Minuten vor Spielschluss den Startschuss in eine lange Partynacht.

Seine erste WM-Medaille gewann derweil Slowenien durch einen 31:30-Erfolg im Spiel um Platz drei gegen Kroatien. Der Vize-Europameister von 2004 holte dabei gegen den zweimaligen Olympiasieger in der zweiten Halbzeit einen Sieben-Tore-Rückstand auf.

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