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FIFA verhängt Transfersperrre gegen Real und Atletico Madrid

Zu den Kommentaren11 Kommentare   |   Quelle: sid
14. Januar 2016, 13:46 Uhr
Zinedine Zidane
Zinedine Zidane bekommt vorerst keine neuen Spieler

Die Disziplinarkommission des Weltverbandes FIFA hat die spanischen Erstligisten Real und Atletico Madrid mit einem Transferverbot für die kommenden beiden Wechselperioden und somit für ein Jahr belegt. Grund für die drastischen Strafen seien laut FIFA diverse Verstöße gegen die Transferbestimmungen bei minderjährigen Spielern. Beide Vereine wiesen die Vorwürfe vehement zurück und kündigten an, gegen die Verbote in Berufung zu gehen.

Das Verbot bezieht sich auf den gesamten Verein - ausgenommen die Beach-, Futsal sowie Frauen-Abteilungen - beinhaltet jedoch nicht die Abgabe von Spielern. Zudem müssen beide Vereine Geldstrafen in Höhe von umgerechnet 825.000 Euro (Atletico) und 330.000 Euro (Real) zahlen. Während des aktuellen Transferfensters, das in Spanien am 1. Februar um 23.59 Uhr schließen wird, dürfen beide Vereine aber noch Akteure verpflichten.

"Die FIFA setzt sich für die Rechte der Spieler unter 18 Jahren ein, ganz egal ob sie weiblich oder männlich, Amateure oder Profis sind", hieß es in der Mitteilung: "Die Rechte müssen weiter geschützt werden."

Der Verband ahndete mit seinen Sanktionen Reals Vergehen zwischen 2005 und 2014, Atletico wurde derweil für Verstöße zwischen den Jahren 2007 und 2014 sanktioniert. Den Strafen waren Ermittlungen des Transfer Matching Systems (TMS) und der Disziplinarkommission vorausgegangen.

Die FIFA beruft sich dabei auf Artikel 19 des "Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern". Demnach darf ein Spieler nur international transferiert werden, wenn er mindestens 18 Jahre alt ist. Der Artikel sieht nur drei Ausnahmen vor, die allerdings erst nach Prüfung bewilligt werden können. Bereits im April 2014 hatte die FIFA wegen ähnlicher Vergehen hart durchgegriffen und Reals Erzrivalen FC Barcelona mit der gleichen Strafe - einem Transferverbot für zwei Perioden - belegt. Nach Ablauf der Sperre zum 1. Januar 2016 hatten die Katalanen unlängst auf einen Schlag 77 Zugänge beim spanischen Verband gemeldet.

zu "FIFA verhängt Transfersperrre gegen Real und Atletico Madrid"
11 Kommentare
Letzter Kommentar:
Koksi schrieb am 15.01.2016 11:05
@werderfan:
Ich kann Ihnen hier nicht zustimmen. Denn es stellt sich schon die Frage, wie viele der transferierten Spieler es wirklich schaffen.

Nehmen wir einmal Statistiken aus Deutschland:
In Deutschland schaffen es aus jedem Jahrgang in den NLZ der Profi-Vereine etwa 1-3 Prozent in den bezahlten (Profi-) Fußball. Das ist ein verschwindend geringer Teil.
Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass ca. 97 Prozent eben scheitern. Diese Statistiken werden in den anderen Ländern vermutlich nicht anders aussehen, sondern tendenziell (wie vermutlich in England) eher noch niedriger sein, da doch häufiger auf fertige Stars gesetzt wird.

Gäbe es diese FIFA-Transferbestimmungen für Jugendliche nicht, dann würden die Vereine sich auch immer früher an die Jugendlichen wenden, denn jeder Verein sieht in den Spielern immer nur das potentielle neue Megatalent (=Millionen-Transfererlös) und im Endeffekt ist es immer ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn wenn z.B. ein Spieler einmal bei Barca gelandet ist, wird es z.B. für ManCity ungleich schwieriger diesen Jugendspieler abzuwerben, neben deutlich mehr Kosten, die sie dann für den Spieler aufwenden müssten.
Deswegen wird heute auch so sehr um Jugendliche gekämpft und wer sich mal intensiver damit beschäftigt, wird erkennen, dass es selbst hier in Deutschland einige Vereine gibt, die in diesen Bereichen sehr aggressiv vorgehen.

Das Problem dabei ist, je jünger die Spieler sind, desto schwieriger wird es, die spätere Entwicklung abzuschätzen. Das ist ungefähr so wie bei einem Aktienkurs, dessen Entwicklung man kurzfristig ganz gut abschätzen kann, aber je weiter man in die Zukunft blickt, desto mehr Zufallsvariablen tauchen auf, welche die Entwicklung in alle möglichen Richtungen lenken können.

Das ist eines der großen Probleme für Spieler anderer Kontinente. Da man durch die neue Kultur, die neue Sprache und das neue Umfeld genau solche Zufallsvariablen künstlich erzeugt.

Sie hingegen nutzen hier Beispiel von Spielern aus Südamerika in Spanien, um Ihre These zu untermauern. Aber wie sieht es denn kulturell mit einem Wechsel von Südamerika nach England aus? Oder nach Russland? Oder von Afrika oder Asien nach Spanien?

Man kann natürlich sich das beste Beispiel herauspicken, gerade das, wo die Kultur wirklich einigermaßen passt, weil die Länder z.B. frühere Kolonien waren und dadurch natürlich kulturell beeinflusst wurden. Ein weiteres passendes Beispiel wäre USA und England. Passt alles vermutlich sehr gut.

Den guten Beispielen stehen aber ungleich mehr schlechte Beispiele gegenüber. Am Ende bleiben kulturell entwurzelte Jugendliche, die in einem fremden Land und in einer fremden Kultur gestrandet sind, sollten sie nicht zu den Auserwählten 3 Prozent gehören. Und genau davor gehören die Jugendlichen geschützt.
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