(Seite 3 von 5)
Unterschlagen wir aber dennoch nicht das tolle Spiel gegen die Niederlande, wo er mit zwei Torvorlagen den Sieg einleitete und den Platz, den Khedira und Özil für ihn schafften, gut nutzte. In den restlichen Partien hatte er oft die Rolle des Liberos vor der Abwehr, der selten vor oder in des Gegners Strafraum auftaucht, inne. Da fällt es natürlich schwer zu glänzen, aber die vielen Fehlpässe und der fehlende Kampfgeist lassen keinen anderen Schluss zu, als den; Schweini war zumindest körperlich nicht im besten Zustand. Der 27-Jährige steht zwar nicht zur Diskussion, aber er ist auch kein Gewinner der EM - geschweige denn der Saison.
Thomas Müller (3,5/3/3/3,5 - 3,25)
Müllers Leistung im Spiel gegen Dänemark spricht Bände über seine derzeitige Lage. Er ist nicht mehr der Thomas Müller, den wir von der WM 2010 kennen. Zwar bereitete er den Führungstreffer gegen die Dänen vor, dennoch vergab er auch eine Großchance fahrlässig. In der Defensive arbeitete er gut mit, seine intelligenten Laufwege kann die DFB-Elf ebenfalls gebrauchen. Vielleicht hätte er auf der rechten offensiven Seite gegen Italien beginnen sollen, doch Hätte, Wenn und Aber nützen Müller nichts. Es war nicht das Turnier des 22-Jährigen.
Mesut Özil (3,5/3/3/1,5/3,5 - 2,9)
Ein Tor und drei Torvorlagen stehen für Mesut Özil zu Buche. Dabei war Özils EM oft eine Berg- und Talfahrt. "Ach, der Tugend schöne Werke, gerne möchte ich sie erwischen; doch ich merke, doch ich merke, immer kommt mir was dazwischen", hätte wohl Wilhelm Busch anstelle Özils gesagt. Gegen Portugal sah er sich eng gedeckt, gegen die Niederlande erfüllte er taktisch die Marschroute und öffnete mit klugen Laufwegen das Mittelfeld für Schweinsteiger und Khedira. Gegen die Dänen wurde er erneut an die Kette gelegt, leitete aber schließlich den Siegtreffer ein. Im Viertelfinale brillierte Özil beim 4:2-Sieg gegen die Griechen. Am Ende standen 146 Ballkontakte auf dem Statistikbogen (Opta/Sky.de).
Özil werde noch explodieren, hatte der Bundestrainer zuvor versprochen, doch eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein herausragendes Spiel gegen Griechenland noch keinen EM-Star. Beim Halbfinal-Aus begann Özil gut, litt aber darunter, dass Toni Kroos ebenfalls in der Mitte agierte, die Ausflüge auf die rechte Seite waren zu selten zu sehen, in der Defensivarbeit leistete er sich zudem Schwächen. Die Perspektiven bleiben aber rosig. Der erst 23-Jährige ist technisch enorm veranlagt und wird auch in Zukunft für Tugend und Schönheit im Spiel der deutschen Nationalmannschaft sorgen. Wir pflichten Jogi Löw also bei, Özil wird noch explodieren, nur nicht mehr bei dieser EM.






