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Marco Reus (2,5/3,5 - 3)
Reus ist ein Versprechen. Er braucht gar nicht zu spielen und in unseren Köpfen wachsen Hoffnungen und Träume um attraktiven Kombinationsfußball. Dass Reus die großen Erwartungen nicht wirklich erfüllen konnte, liegt zum einen in der Natur großer Erwartungen, zum anderen in der Tatsache, dass er nur wenig Spielzeit bekam. Er lieferte ein gutes Spiel gegen Griechenland und eine ordentliche Halbzeit gegen Italien ab. Er hätte früher kommen müssen, er hätte öfter spielen müssen - das ist die einhellige Meinung der Fans. Wie heißt es im Volksmund: "Die beste Kapitäne stehen am Ufer" und "Nachher ist man immer schlauer". In Zukunft dürfen wir auf jeden Fall wieder alle Hoffnungen und Träume mit dem Namen des 23-Jährigen verbinden.
Mario Gomez (3/1,5/4/4,5 - 3,25)
Mario Gomez ist der Meister der Gleichzeitigkeit. Er ist gleichzeitig beweglich (wie bei seinem Führungstreffer gegen die Niederländer), als auch statisch (in der ersten Halbzeit gegen Italien). Er ist gleichzeitig torgefährlich (Portugal, Niederlande), wie harmlos (gegen Dänemark und Italien). Denken Sie dichotom? Vereinfacht gefragt: Denken Sie in Schwarz-Weiß-Kategorien? Mario Gomez ist ein Opfer des dichotomen Denkens. Er ist entweder einer der besten Stürmer Europas, oder eine total überschätzte Blinze. Dabei ist er nicht entweder oder, Mario Gomez ist alles, und zwar gleichzeitig. Da der 26-Jährige auf seiner Position bis auf den 34-jährigen Miro Klose keine Konkurrenz fürchten muss, dürfen die Fans sich über weitere Jahre mit Gomez in Schwarz-Weiß freuen. Fassen wir es dichotom zusammen; seinen Feinden droht ein Augenleiden, seinen Freunden ein Augenschmaus.
Miro Klose (2,5/4 - 3,25)
Angeschlagen und mit wenig Spielpraxis ausgestattet musste Klose zunächst auf der Bank Platz nehmen. Gomez machte seine Sache gut, doch der gemeine Fan wollte die DFB-Elf nicht nur gewinnen sehen, er wollte sie brillieren sehen. Klose steht für einen Kombinationsfußball, den Deutschland zum Beispiel beim 3:0-Testspielsieg gegen die Niederlande zeigte, wo er und Özil die Defensive des Gegners in Playstation-Manier auseinanderschraubten. Bei diesem Turnier zeigte Klose, dass er mehr Defensivarbeit verrichtet und besser mitspielt, als Mario Gomez, aber nicht, dass er besser trifft. Ob der 34-Jährige auch bei der WM 2014 in Brasilien noch Teil der deutschen Nationalelf ist? Wir wagen das zu bezweifeln und somit ist Klose wohl ohne viel Dazutun ein Verlierer der Europameisterschaft.
Lukas Podolski (4/4/3/4,5 - 3,875)
Lukas Podolski spielte eine enttäuschende EM und die Kritik prasselte nur so auf ihn ein. "Was Menschen Übles tun, das überlebt sie. Das Gute wird mit ihnen oft begraben", heißt es bei Shakespeare. Wir widersprechen Mark Anton und sagen: Podolski ist ein ehrenwerter Mann! Denn der Neu-Gunner arbeitete sehr diszipliniert mit nach hinten und wer hätte gedacht, dass man das einmal über ihn schreiben wird. Seine gute Defensivarbeit in allen Ehren, durch seine fehlende Durchschlagskraft in der Offensive war Prinz Poldi ein König ohne Krone.






