Das Ende einer Dienstfahrt sollte nicht mit der verlorenen Ehre des Joachim Löw enden. Aber auch für die Spieler hoffen wir, dass sich Shakespeares Zitat nicht bewahrheitet und nicht nur das Übel in Erinnerung bleibt. Wir haben die Gewinner und Verlierer der EM.
Das Ende einer Dienstfahrt sollte nicht mit der verlorenen Ehre des Joachim Löw enden. Die Italiener spielten mit dem jungen deutschen Team Billard um halb zehn und einige Spieler mussten Lehrgeld zahlen. Wir wagen eine persönliche Turnierbilanz und versuchen durch die Betrachtung der Einzelleistungen ein Gruppenbild ohne Dame zu erstellen, anstatt uns im gesammelten Schweigen zu grämen. Wer spielte bei der EM den besten Fußball. Hier, die Ansichten eines Clowns.
Manuel Neuer
(sportal-Noten: 2,5/2,5/3,5/3,5/3,5 - Schnitt: 3,1)
Manuel Neuer ist dafür bekannt, viel Risiko in seinem Torwartspiel einzugehen. So wirken manche Aktionen des mitspielenden Torwarts geradezu clownesk. Die rote Nase hat Neuer vor dem Turnier aber abgelegt. Kurz gesagt; an der Leistung von Manuel Neuer bei dieser EM gibt es absolut nichts zu mäkeln. Der Keeper kassierte sechs Gegentore. Keinen Gegentreffer kann man ihm ankreiden. Neuer zeigte sich fußballerisch stark, antizipierte viele Bälle gut - auch in der Schlussphase des Halbfinales riskierte er alles, ohne zu patzen. Mit dem 26-Jährigen hat Deutschland einen der besten Keeper der Welt und somit auf dieser Position in den nächsten Jahren Ruhe.
Philipp Lahm (4/3/3/2/4 - 3,2)
Der Kapitän der DFB-Elf kam etwas ausgelaugt ins Turnier. Im ersten Spiel gegen Portugal tat er nur das Nötigste, war er in der Offensive gar nicht vorhanden und hatte durchaus das eine oder andere Problem mit Gegenspieler Nani. Lahm steigerte sich allerdings, so machte er gegen Griechenland den wichtigen Führungstreffer. Im Halbfinale war er zunächst sehr präsent im Aufbauspiel, aber sein Fehler vor dem 0:2 war mitentscheidend für das Turnieraus. Lahm ist im DFB-Team konkurrenzlos und mit 28 Jahren kann er noch mindestens zwei Turniere spielen.
Mats Hummels (2/2/2,5/2/4,5 - 2,6)
Der gut aussehende Abwehrspieler des Meisters und Pokalsiegers eroberte bei dieser EM die Herzen der Mädchen und die der Fußballfans. Er präsentierte sich sehr stark im Antizipieren, er gehört zu den zweikampfstärksten Spielern des Turniers, spielte gute Bälle im Spielaufbau und war zudem in Angriffe involviert. Leider gelang ihm gegen Holland nicht das erlösende 3:0, auch gegen Italien hätte er zwei Tore machen können. Jetzt kommt das große Aber: Naiv und folgenschwer war sein Verhalten vor dem 1:0 der Italiener im Halbfinale.






