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Noch ein Ehrenrettungsversuch für Podolski: Jogi Löw richtete die Taktik in der Gruppenphase auf das Überladen der rechten Angriffsseite aus. Deshalb hatte man den Eindruck, Podolski sei physisch oft gar nicht anwesend. Mit einem Notenschnitt von 3,875 muss man allerdings festhalten: Podolski muss sich steigern, um auch in den kommenden Jahren eine entscheidende Rolle im Nationaldress zu spielen. Die Konkurrenz mit Marco Reus, Andre Schürrle und Mario Götze ist groß. Es bleibt festzuhalten; Podolski gehört zu den Verlierern der EM 2012, doch sollte nicht nur das Üble seiner Leistung in Erinnerung bleiben.
Lars Bender (2,5)/Andre Schürrle (3,5/3,5)/Toni Kroos (4)
Lars Bender krönte seine gute Leistung im Spiel gegen Dänemark mit einem Tor. Er ist eine echte Alternative als rechter Abwehrspieler. Andre Schürrle hat als Podolski-Ersatz nur bedingt Tauglichkeit bewiesen. In seinen offensiven Aktionen ist er ebenso eindimensional wie Podolski. Während Prinz Poldi den Abschluss mit dem linken Fuß sucht, gibt Schürrle den seitenverkehrten Robben, zieht immer von links in die Mitte und will zum Abschluss kommen. Dazu gesellten sich Defensivschwächen und Fehlpässe - so war Schürrle zum Beispiel Verursacher des Ausgleichs der Griechen im Viertelfinale.
Toni Kroos ist ein technisch versierter Spieler, aber er macht das Spiel langsam. Wenn man Ballsicherheit will, dann muss man Kroos aufstellen, wenn man direktes schnelles Kombinationsspiel will, dann sollte man Reus und Özil spielen lassen. Kroos ist nach dieser Definition ein perfekter Sechser oder Achter - er hätte vielleicht Bastian Schweinsteiger ersetzen sollen, aber ein emotionaler Leader, ist der blasse 22-Jährige nun wirklich nicht. Dann war es vielleicht doch besser, den angeschlagenen Krieger aus dem Tal des Selbstmitleides spielen zu lassen? Entscheiden Sie selbst, denn sind wir nicht alle die besseren Bundestrainer?
Michel Massing






