Nach dem FC Bayern München und dem Hamburger SV nimmt sich sportal.de das erste der noch vier Nordderbys dieser Saison zum Anlass und wirft einen Blick auf die Historie des SV Werder Bremen und präsentiert Ihnen die Top-Elf der Werder-Geschichte.
Nach dem FC Bayern München und dem Hamburger SV nimmt sich sportal.de das erste der noch vier Nordderbys dieser Saison zum Anlass und wirft einen Blick auf die Historie des SV Werder Bremen und präsentiert Ihnen die Top-Elf der Werder-Geschichte.
Tor:
Dieter "Budde" Burdenski
Mit 444 Bundesligaspielen ist Budde Werders Rekordspieler in der Bundesliga. 1971 als Spieler beim FC Schalke 04 war er in den Bundesligaskandal verwickelt, was zu einer Sperre von mehreren Monaten führte. Über Arminia Bielefeld führte sein Weg 1972 zu Werder Bremen, wo er bis 1987 nicht mehr aus dem Tor wegzudenken war.
Ausgerechnet 1988, in der ersten Bremer Meistersaison seit 1965 löste ihn der junge Oliver Reck im Kasten ab, was für Burdenski auch ein großes Problem war. Jahrelang hatte Werder am Titel geschnuppert, ohne die Schale erringen zu können. Erst in der Saison, in der Burdenski nur noch drei Spiele bestritt und an deren Ende er seine Karriere beenden sollte, durfte er sich Deutscher Meister nennen. Er selber gab aber immer an, sich aufgrund der geringen Anzahl Spiele 1988 nie als Titelträger gefühlt zu haben.
Ein ähnliches Schicksal hatte er in der Nationalmannschaft zu verkraften. Er galt als Sepp Maiers Kronprinz, konnte diesen aber nie vom Thron verdrängen. Nur 12 Länderspiele absolvierte er zwischen 1977 und 1984. 1997 kehrte er als Torwarttrainer zu Werder zurück und blieb bis Jahresende 2005 in dieser Tätigkeit bei den Grün-Weißen. Seitdem ist er in seiner Firma Burdenski Events tätig, mit der er Trainingslager, Turniere und Spiele der DFB-Traditionsmannschaft organisiert.
Abwehr
Max Lorenz
Der Allrounder spielte von 1960 bis 1969 für Werder Bremen und gehörte 1965 zur Meisterelf. In seiner Zeit bei den Grün-Weißen wurde er schnell zum Leistungsträger und Idol der Fans. Umso größer war der Schock, als Lorenz 1969 zu Eintracht Braunschweig wechselte für die stattliche Ablösesumme von 480.000 DM. Die Fans schickten ihm Blumen nach Hause und weinten um ihn, doch alles vergebens, Lorenz fühlte sich in Bremen nicht mehr ansprechend bezahlt und wechselte südwärts.
In Braunschweig wurde er dann in den Bundesliga-Skandal verwickelt und für zwei Jahre gesperrt. Später wurde er zwar begnadigt, fühlte sich aber zu alt, um noch einmal den Anschluss zu versuchen und beendete seine Karriere. In der Nationalmannschaft brachte es Lorenz auf 19 Spiele zwischen 1965 und 1970. Wurde 1966 er mit dem DFB-Team WM-Zweiter und 1970 WM-Dritter.
Horst-Dieter "Eisenfuß" Höttges:
Höttges kam 1964 als 20-Jähriger von Borussia Mönchengladbach nach Bremen und wurde auf Anhieb Deutscher Meister. Höttges wurde trotz mangelnder Technik, dafür aber mit viel Herz und Zweikampfstärke bei Werder zur Legende. Gegnerische Stürmer sollen vor Spielen gegen Werder vor dem Eisenfuß regelrecht Angst gehabt haben. Mit 420 Bundesliga-Spielen bis 1978 ist er Bremens Rekord-Feldspieler.
Legendär war sein Satz: "Solange ich bei Werder spiele, steigt der Verein nicht ab!" Womit er recht behalten sollte: Erst zwei Jahre nach seinem Karriereende 1978 musste Bremen für ein Jahr in die zweite Liga. 1978 half er noch ein Jahr bei Werders Amateuren aus und spielte an der Seite des damals 18-jährigen Thomas Schaaf. Auch heute noch ist Höttges dem Verein verbunden und und ist Co-Trainer der U-15 Junioren.
In der Nationalelf brachte es Höttges auf insgesamt 66 Einsätze. 1966 wurde er mit dem DFB-Team WM-Zweiter, 1970 WM-Dritter und 1974 bei der WM in Deutschland Weltmeister. Dort bestritt er auch bei der 0:1-Niederlage gegen die DDR sein letztes Länderspiel. Zudem steht noch der Europameister-Titel 1972 für ihn zu Buche.
Rune Bratseth:
Wie kaum ein anderer Spieler steht Rune Bratseth für die erfolgreiche Zeit unter Otto Rehhagel, in der es nach einigen guten Jahren endlich auch gelang, Titel zu erringen. Der Weltklasse-Libero hatte ein glänzendes Stellungsspiel, war kopfballstark, schoss beidfüßig und besaß ein intelligentes Zweikampfverhalten. Sein Trainer Rehhagel schätzte an ihm seine menschliche Stärken und sein äußerst faires Verhalten als Sportler.
Dabei bleibt seine Verpflichtung bis heute ein Rätsel. Zusammen mit seinem Landsmann Vegard Skogheim absolvierte Bratseth bei Werder ein Probetraining und blieb im Gegensatz zu seinem Stürmerkollegen aber blass. Doch obwohl Bremen eigentlich einen Stürmer suchte, durfte Bratseth bleiben und Skogheim wurde nach Hause geschickt. Ein Transfer, bei dem Otto Rehhagel einmal mehr sein Näschen für gute, unbekannte Spieler bewies.
Mit Bratseth kam auch der Erfolg an die Weser. Der Norweger holte in seinen acht Jahren bei Werder Bremen zwei Meistertitel, zwei Pokalsiege und den Europapokal der Pokalsieger. 1991, 1992 und 1994 wurde er zu Norwegens Fußballer des Jahres ausgezeichnet und von der UEFA zum besten Fußballer Norwegens nach dem 2. Weltkrieg gewählt. Nach seiner aktiven Karriere führte er 14 Jahre als Manager Rosenborg Trondheim an die norwegische Spitze und wieder und wieder in die Champions League. Im vergangenen Sommer hörte er dort jedoch auf und wartet seitdem auf eine neue Herausforderung.
Mittelfeld
Arnold "Pico" Schütz:
17 Jahre spielte Pico Schütz für Werder und hatte bei seinem Karriereende 1972 unglaubliche 826 Spiele für die Grün-Weißen auf dem Buckel. Als die Bundesliga 1963 begann, war Schütz bereits 28 Jahre alt, brachte es aber trotzdem noch auf 253 Bundesligaspiele und 70 Tore. Gefürchtet war Pico Schütz für seine Schüsse aus der zweiten Reihe und seine Freistöße. 1965 führte er sein Team als Kapitän zur ersten Deutschen Meisterschaft. 1961 war er mit Werder bereits DFB-Pokalsieger geworden.





