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Während seiner gesamten Karriere arbeitete Schütz als Güterbesichtiger im Bremer Hafen. In den ersten beiden Bundesliga-Jahren trainierte die Mannschaft nur nachmittags, sodass Schütz seinen Beruf ohne Probleme halbtags ausüben konnte. 1965 beschloss Trainer Günther Brocker aber, vormittags um zehn Uhr ein Training anzusetzen und ein weiteres am Nachmittag um 15.30 Uhr. Schütz' Tagesplan sah daraufhin wie folgt aus: Frühmorgens ins Büro, danach zum Werder-Training, rüber zum Essen zu seiner Mutter, wieder ins Büro und danach wieder ab ins Weserstadion. Eine Tortur, die sich heute wohl kaum noch ein Spieler antun würde.
Zu einem Länderspiel hat es für Schütz auch nie gereicht, da er zunächst als Mittelstürmer den "dicken Seeler" (O-Ton Schütz) vor sich hatte und später als Außenstürmer und Mittelfeldspieler nie das Glück hatte, bei guten Spielen von DFB-Trainer Sepp Herberger beobachtet zu werden.
Marco Bode:
Schach, Mathematik und Fremdsprachen ... diese Hobby-Angaben dürften für einen Bundesliga-Profi wohl einzigartig sein und zeigen, dass Marco Bode neben dem Fußball weitgestreute Interessen hatte und immer noch hat. Noch in seinem zweiten Bundesliga-Jahr war sich der linke Mittelfeldspieler überhaupt nicht sicher, ob er die nächsten zehn Jahre wirklich Fußball-Profi sein wollte. Doch für seine Fußball-Karriere gab er sein Mathematik-Studium an der Fernuniversität Hagen und später sein Studium der Philosophie an der Uni Bremen auf und konzentrierte sich ganz auf den runden Ball.
Bode wurde 1989 von Otto Rehhagel aus dem Werder-Amateuren zu den Profis hochgezogen und beendete erst 2002 seine Karriere. Mit 101 Toren in 379 ist Bode Bremens Bundesliga-Rekordtorschütze, auch wenn sich Werder-Fans neben jedem Tor des Abiturienten auch an ein oder zwei vergebene Groß-Chancen des Werder-Ehrenspielführers erinnern. Bode wechselte nie den Verein, obwohl er häufig Angebote von anderen Clubs hatte. Als Grund gab er an, dass es in Bremen möglich war, neben dem Fußball ein fast normales Leben zu führen.
1995 durfte Bode sein in Südafrika sein erstes von insgesamt 40 Länderspielen bestreiten. Südafrikas Präsident Nelson Mandela soll Bode damals aufgrund dessen lockiger Haarpracht mit Steffi Graf verglichen haben, aber dies hinderte ihn nicht daran, auch im DFB-Team eine erfolgreiche Karriere hinzulegen, in der er 1996 den Europameistertitel feiern durfte und die er mit dem WM-Endspiel 2002 gegen Brasilien beendete.
Dieter Eilts:
Der Ostfriesen-Alemao verbrachte insgesamt 17 Profi-Jahre bei Werder Bremen und wie auch bei Marco Bode waren die Grün-Weißen der einzige Proficlub, für den Dieter Eilts aktiv war. Dabei gelang es Eilts, bei allen Titelgewinnen der Bremer in den 80er und 90er Jahren dabei zu sein. Deutscher Meister 1988 und 1993, DFB-Pokalsieger 1991, 1994 und 1999 sowie Europapokalsieger der Pokalsieger 1992 lautet die beeindruckende Bilanz des unermüdlichen Mittelfeldarbeiters.
Dabei hatte es einige Zeit gedauert, bis seine Karriere bei Werder so richtig in Schwung kam. 1984 wechselte Eilts vom SV Hage aus Ostfriesland erst zu den Amateuren Werder Bremens und ein Jahr später zu den Profis. Aber erst nach dreieinhalb Jahren auf Ersatzbank und Tribüne konnte sich Eisen-Dieter endgültig durchsetzen. Nach einem Pokalspiel gegen den Hamburger SV war Eilts 13 Jahre lang eigentlich nicht mehr aus der Werder-Startelf wegzudenken.
Ähnlich wie seine Vereinskarriere kam seine Karriere in der Nationalmannschaft auch nur ganz gemächlich in Schwung. Obwohl er bereits seit 1993 zum erweiterten Kreis des DFB-Teams gehört hatte, war es erst die Europameisterschaft 1996, die ihn auch international zu einem Star machte. Durch seine starke Leistung beim Titelgewinn der deutschen Auswahl, für die er in das Allstar-Team der EM gewählt wurde, gelang es ihm, die Position des defensiven Mittelfeldspielers in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit zu rücken. Bis 1997 war Eilts 31 Mal für die DFB-Auswahl tätig.
Johan "le chef" Micoud:
Mit der Verpflichtung des Franzosen vom AC Parma gelang Klaus Allofs und Thomas Schaaf 2002 ein ganz besonderer Coup und sie läuteten damit nach der Ära Rehhagel die zweiterfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte ein. Micoud übernahm bei den Grün-Weißen schnell das Kommando auf dem Platz und entpuppte sich als bester Spielmacher, den Werder dis dato jemals gehabt hatte. Mit Micoud gewann Werder 2004 Meisterschaft und DFB-Pokal und qualifizierte sich dreimal in Folge für die Champions League.
Auf dem Platz glänzte der französische Regisseur durch seine glänzende Spielübersicht, seine Mannschaftsdienlichkeit und seine schnelle Auffassungsgabe. Abseits des grünen Rasens präsentierte er sich als eigenwillig und öffentlichkeitsscheu. Aussagen, dass er der Star der Mannschaft sei, wies er immer weit von sich und betonte, dass der Werder-Erfolg ein Erfolg des Kollektivs sei.
Der große Musik- und Kunstliebhaber verließ Werder 2006 vom Heimweh getrieben und heuerte bei Girondins Bordeaux an. Dort erhielt er 2008 keinen neuen Vertrag, woraufhin le chef seine Fußballstiefel endgültig an den Nagel hing. In der Nationalmannschaft hatte er das große Problem, mit Zinedine Zidane den weltbesten Spieler auf seiner Position vor sich zu haben. So kam Micoud insgesamt auf nur 17 Länderspiele für sein Heimatland.
Diego Ribas da Cunha:
Im Sommer 2006 kam Diego für 6 Millionen Euro vom FC Porto an die Weser, um dort in die großen Fußstapfen des nach Frankreich zurückgegangenen Johan Micouds zu treten. Kaum einer hätte wohl für möglich gehalten, dass ihm dies so schnell gelingen sollte. Nach drei Bundesliga-Spielen wurde er als Fußballer des Monats Ausgust ausgezeichnet. Im Oktober und Dezember 2006 sollte ihm diese Ehre erneut zuteil werden. War Micoud der klassische Spielmacher, der sich klar in den Dienst der Mannschaft stellte, so ist Diego der mannschaftsdienliche Spielmacher, der auch gerne mit Kabinettstückchen glänzt.





