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Eine vernünftige Einschätzung ist das aber nicht. Denn warum sollten Teams, die 31 statt 37 Punkten hatten, als Indikator für die Titelchancen des FC Bayern in der laufenden Saison dienen? Streichen wir also die Tabellenführer Köln 1963 (Meister), Nürnberg 1967 (Meister), Bayern 1992 (2.), Eintracht Frankfurt 1993 (5.), Borussia Dortmund 1995 (Meister), Bayern 2007 (Meister) und Hoffenheim 2008 (7.). Sie alle hatten 31 Punkte nach 14 Spielen.
Erst drei Mal: Nicht Meister mit mehr als 31 Punkten nach 14 Spielen
Von den 16 Teams, die mehr als 31 Punkte hatten, wurden nur drei nicht Meister. Damit wären wir dann immerhin bei den 82 Prozent, die die dpa aktuell ermittelt hatte. Aber auch diese Zahl ist viel zu niedrig. Sehen wir uns die verbliebenen Beispiele fürs Scheitern einmal genauer an.
Der 1. FC Kaiserslautern hatte 1978 32 Punkte nach neuer Rechnung, drei mehr als der spätere Meister HSV. Felix Magaths VfB Stuttgart war nach seinem überragenden Saisonstart 2003 nach 14 Spielen noch ungeschlagen und hatte es auf 34 Punkte gebracht, zwei mehr als Werder Bremen - der Meister am Ende der Saison. Und die Mannschaft mit den meisten Punkten, die am Ende nicht zum Titel reichten, war (wie könnte es anders sein) Bayer Leverkusen, unter Klaus Toppmöller im Vizekusenjahr 2001/2002. 36 Punkte nach 14 Spielen reichten damals nicht aus für Platz eins nach 34 Spielen.
"Na also", hören wir schon die Gegner der Stochastik ausrufen: "Nur ein Punkt weniger, und sie sind auch noch abgefangen worden. Da ist noch gar nichts entschieden!". Tja. Das stimmt zwar auch schon deshalb nicht, weil 36 Punkte immer noch einer weniger sind als 37, vor allem aber auch deshalb, weil die Chance, aus 36 Punkten eine Meisterschaft zu machen, ja dadurch beeinflusst wird, wie viele Punkte die Konkurrenz zum gleichen Zeitpunkt hat. Und da sehen wir: Leverkusen hatte 2001 vier Punkte mehr als der spätere Meister BVB.
Erst dreimal: Kein Meister trotz fünf Punkten Vorsprung nach 14 Spielen
Das bringt uns zum Vergleich der größten Vorsprünge, die nach 14 Spieltagen nicht ausreichten - natürlich der besseren Vergleichbarkeit halber immer auf Drei-Punkte-System hochgerechnet. Und da sehen wir: Nur zwei größere Vorsprünge als vier Punkte wurden noch verspielt: Bayerns fünf gegenüber Werder Bremen 1992 und Eintracht Frankfurts "Bye, bye, Bayern"-Vorsprung von ebenfalls fünf Punkten ein Jahr später. Interessanterweise auch damals von Klaus Toppmöller. Interessanterweise vom gleichen Toppmöller, der als Spieler 1978/79 zum ersten Mal in der Bundesligageschichte mit seiner Mannschaft Kaiserslautern trotz mehr als 30 Punkten nach 14 Spieltagen noch den Titel verspielte.





