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Die Antimaterie des Fußballs
Spanien ist die Antimaterie des internationalen Fußballs. Da die Roja (und Barcelona) so überaus erfolgreich waren in den letzten Jahren, haben sich fast alle anderen Mannschaften Wege überlegt, wie man dagegen spielen sollte. Das hat zuletzt im Fall Barcelonas immer besser funktioniert, und Anzeichen dafür, dass es auch im Nationalelfbereich nicht lange so weiter gehen kann, waren sowohl gegen Italien als auch gegen Kroatien zu beobachten.
Um so wichtiger, dass Spanien Alternativen zu seinem eingefahrenen Spielsystem besitzt, wie wir bereits nach dem Auftaktspiel würdigten. Diese bestehen einerseits darin, dass mit Flügelspielern wie Jesus Navas die sonst fehlende Breite ins spanische Spiel gebracht werden kann, was man nach den Einwechslungen des Sevillaners gegen Italien und Kroatien beobachten konnte. Aber eben auch in der Hereinnahme eines richtigen Stürmers, der - bei all seinen Schwächen in der Kaltblütigkeit - ganz anders verteidigt werden muss als Fabregas oder Silva.
Wäre David Villa fit, würden sich viele der Probleme gar nicht stellen, denn der Stürmer, der sich bei der Club-WM im Dezember das Bein gebrochen hatte und deshalb nicht mitspielen kann, kam bei der WM in Südafrika gerne von außen in die Mitte, vereinte also Flexibilität im Positionsspiel mit den Attributen eines Goalgetters. Ohne ihn hat Del Bosque drei Optionen für die zentrale Position im Sturm.
Die drei Stürmer der Wahl
Fernando Torres ist die naheliegendste. Seine Form ist zwar leicht verbessert, aber weit von seinen besten Zeiten entfernt - vor allem, was die Abschlussquote angeht. Dass er die technischen Voraussetzungen nicht verlernt hat, bewiesen beide Tore gegen Irland, wobei Richard Dunne und Sean St Ledger kein Maßstab sind.
Fernando Llorente würden viele Fans gerne mit einer Chance in der Startelf sehen, aber der athletische Stürmer von Athletic Bilbao leidet immer noch unter einer Marathonsaison mit den Basken, die erst zwei Wochen vor der EM mit dem Pokalfinale gegen Barcelona als 63. Pflichtspiel auf Clubebene zu Ende ging.





