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Und dann ist da noch Álvaro Negredo aus Sevilla, der zwar die großen Hoffnungen, die er einst in Almería geweckt hatte, noch nicht ganz erfüllen konnte, aber seine 26 Tore für Sevilla in der Saison 2010/11 waren nicht ohne. Problem: Negredo spielte noch nie in der Champions League und noch nie bei einem großen Turnier. Von seinen sechs Länderspielen bestritt er zwei gegen Liechtenstein und zwei gegen Bosnien-Herzegowina. Ihn als Startstürmer in einem Viertelfinale gegen Frankreich zu bringen, erscheint unnötig riskant.
Frankreichs Stärken und das richtige System dagegen
Frankreich wird, wenn man annehmen darf, dass das schwache Schweden-Spiel nicht die Schablone fürs Viertelfinale darstellt, mit Karim Benzema als einziger Spitze und Samir Nasri dahinter im 4-2-3-1 spielen. Interessanterweise funktionierte Torres wesentlich besser gegen das irische 4-4-2 als gegen die kompakten Mittelfeldsysteme Italiens und Kroatiens. Der Unterschied zwischen Italiens 3-5-2 und Frankreichs zu erwartendem System besteht nicht zuletzt darin, dass Frankreich nicht darauf angelegt ist, die zu verteidigende Zone so zu verengen wie Italien es vermochte.
Das spräche aus spanischer Sicht dafür, das Spiel über die Außen stärker als bisher zu forcieren, ohne aber die Mittelfelddominanz aufzugeben, ohne die das ganze Gebilde in sich zusammenfallen würde. Das wiederum wirft ein neues Dilemma auf: Wenn Jesus Navas rechts zum Einsatz kommt, aber trotzdem nicht auf Andres Iniesta und David Silva verzichtet werden soll, dann gibt es keinen Adressaten für die Flanken von der rechten Seite. Navas' Tor gegen Kroatien fiel, als er selbst von hinten in die Mitte zog und dann Iniestas Ablage verwertete.
Würde man aber Torres (oder Llorente) und Navas gleichzeitig starten lassen, dann müsste wohl neben Fabregas auch noch David Silva auf die Bank, was es leichter machte, gegen Spanien zu verteidigen. Xavi, Sergio Busquets und Xabi Alonso können kaum geopfert werden. Was tun?
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