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Von: Daniel Raecke
Datum: 02. Juli 2012, 04:12 Uhr
Format: Artikel
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4) Spaniens Rang in der Fußballgeschichte

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4) Spaniens Rang in der Fußballgeschichte

Zum Abschluss muss man die Frage stellen, ob diese Spanier die beste Nationalelf der Historie sind, oder was ihnen dazu noch fehlt. Als solche galt bislang meist das Brasilien der 1960er Jahre (genauer: zwischen 1958 und 1970 mit drei WM-Titel der Mannschaft um Pelé). Was den Stil angeht, den Spanien geprägt hat, und an dem sich die Fußballwelt alles in allem erfolglos abarbeitet, steht die Roja wohl schon auf einer Stufe mit der Selecao, und auch mit Deutschland in den 1970ern, der Elf, die im EM-Finale von 1976 gegen die Tschechoslowakei durch Uli Hoeneß' Fehlschuss im Elfmeterschießen das verpasste, was Spanien jetzt gelang: drei Titel in Folge.

Um die Einordnung zu verdeutlichen, noch ein paar historische Fakten: Iker Casillas hat mit dem Finale als erster Spieler in der Fußballgeschichte 100 Länderspiele gewonnen. Vicente del Bosque hat als erster Trainer überhaupt eine WM, eine EM und die Champions League gewonnen (damit stellt er Helmut Schön in den Schatten, der keine nennenswerten Erfolge als Clubtrainer aufzuweisen hat).

In Europa ist der Gewinn dreier Titel in Folge bekanntlich noch niemandem geglückt, aber auch in Südamerika gibt es kein Beispiel für einen Weltmeister, der im gleichen Zeitraum auch zwei Copa América-Titel erringen konnte. Neben der großen brasilianischen Elf kommt in der Bedeutung wahrscheinlich am ehesten noch Uruguay  an die spanische Leistung heran, mit der Mannschaft, die vor Gründung der WM zwei Olympische Fußballturniere gewann, mit revolutionärem Kurzpassspiel, und dann 1930 auch den ersten Weltmeistertitel holte.

Aber Uruguay konnte sich damals ganz auf diese Höhepunkte des noch jungen internationalen Kalenders konzentrieren. Davon kann bei Spanien keine Rede sein. In den letzten vier Jahren bestritten die spanischen Spieler im Durchschnitt fast 60 Saisonspiele, wie der irische Sportjournalist Miguel Delaney errechnet hat. Im Vergleich dazu machten die Italiener nur 45 Matches pro Spielzeit (wie auch die Deutschen). Und trotzdem gewann Spanien die EM mit dem höchsten Finalergebnis in der Fußballgeschichte. Eine Mannschaft, die ihre Ära mehr geprägt hat, gab es noch nie.

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