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Live-Ticker Schach WM 2013 Viswanathan Anand vs. Magnus Carlsen 22.11.2013

 
Schach WM Spiel 10
zum WM-Spiel 2

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1
Schach-WM 2013, Tag 0
Viswanathan Anand
Magnus Carlsen
Partie beendet
Gesamtstand
Viswanathan Anand
6,5:3,5
Magnus Carlsen
Ergebnisse der einzelnen Partien
 
weiß
 
schwarz
09.11.
M. Carlsen
V. Anand
10.11.
V. Anand
M. Carlsen
12.11.
M. Carlsen
V. Anand
13.11.
V. Anand
M. Carlsen
15.11.
M. Carlsen
V. Anand
16.11.
V. Anand
M. Carlsen
18.11.
V. Anand
M. Carlsen
19.11.
M. Carlsen
V. Anand
21.11.
V. Anand
M. Carlsen
22.11.
M. Carlsen
V. Anand
Letzte Aktualisierung: 02:58:40
Ticker-Kommentator: Bernd Schroller
 
Damit verabschiede ich mich an dieser Stelle und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende. Vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen bei der kommenden Weltmeisterschaft. Bis dahin!
 
Die Resonanz auf diesen Liveticker war schlichtweg überragend, ich bedanke mich für die vielen positiven Rückmeldungen und natürlich auch über die wenige Kritik. Ich hatte im Vorwege nicht damit gerechnet, das die Kommentierung dieses Duells auf so ein riesiges Interesse stößt. Ich hoffe, dass ich ein wenig wenig die Lust aufs Schachspielen geweckt habe, der Schachklub in Ihrer Nähe freut sich bestimmt über neue Gesichter.
 
Gegen wen Carlsen dann antritt, wird bei einem Kandidatenturnier im März 2014 ermittelt. Die Teilnehmer für das doppelrundige Turnier in Chanty-Mansijsk stehen bereits fest. Vladimir Kramnik, Dmitri Andreikin, Vesselin Topalov, Shakhriyar Mamedyarov, Lewon Aronjan und Sergei Karjakin konnten sich entweder über verschiedene Turniere oder ihre Position in der Weltrangliste qualifizieren. Dann durften die Veranstalter noch eine Wildcard vergeben und wählten Peter Svidler. Und schließlich darf sich auch der in Chennai unterlegene Vishy Anand erneut beweisen.
 
Wie geht es nun weiter? Schließlich ist nach einer WM ja auch schon vor der dem nächsten Titelkampf. Carlsen wird seinen Titel bereits im kommenden November verteidigen müssen. Ein Ort dafür steht noch nicht fest, Paris soll aber verstärktes Interesse um eine Ausrichtung geäußert haben.
 
Eine solche schachliche Qualität bereits in einem solch jungen Alter immer wieder abrufen zu können, verspricht ihm eine goldene Schachzukunft. Ich sehe im Moment keinen in der Weltspitze, der ihm diesen Titel in näherer Zukunft wirklich streitig machen könnte. Die Anand-Ära ist beendet, die Carlsen-Ära kann beginnen.
 
Aber er konnte auch bei dieser WM seine (oft versteckten) Stärken zeigen. Er machte in positionellen Mittel- und Endspielen keine relevanten Fehler, sondern brachte durch leichte Stellungsverschiebungen immer wieder Situationen aufs Brett, in denen Anand dann die spielentscheidenden Fehler machte.
 
Über das Niveau dieser Titelkämpfe wird in den kommenden Wochen sicher noch ausführlicher diskutiert werden. Bei Carlsen bleiben hier in Chennai keine Partien in Erinnerung, in denen er Anand wirklich vom Brett fegte.
 
Carlsen gesteht aber auch ein, dass er in den ersten Spielen sehr nervös war, die Partien drei und vier waren für ihn kritische Phasen bei diesem Turnier. Doch danach war er im Match und konnte seine Stärken in die Waagschale werfen.
 
Diese heutige Partie hat noch einmal sehr gut die Stärken des neuen Weltmeisters gezeigt. Gleich mehrfach ging er dem Remis aus dem Weg. Der Norweger riskierte in der unübersichtlichen Endphase der Partie sogar die mögliche Punkteteilung. Oder anders formuliert: Er war sich wohl in dem Endspiel seiner Sache so sicher, dass ihn auch die sehr komplexe Stellung nicht wirklich aus der Ruhe brachte und er so bis zum Ende auf Sieg spielte.
 
Auch Carlsen richtet seine ersten Worte zunächst an den alten Champion und bedankt sich für diesen Titelkampf. Anand darf danach die Pressekonferenz verlassen, in solchen Momenten möchte natürlich keiner wirklich noch für gefühlte Ewigkeiten im Schein der Kameras stehen.
 
In der Pressekonferenz nutzt Anand sofort die Chance, um den neuen Weltmeister zu seinem Titel zu gratulieren. Er sieht den Verlust der fünften Partie als den Schlüssel zu diesem Titelverlust. Danach ist er nicht mehr so recht zu seinem Spiel gekommen. Auch in der heutigen Partie benennt er klar seine Fehler im Mittelspiel, als er nach Dg5 den Bauernvorstoß nach e5 zuließ.
 
Magnus Carlsen ist am Ziel seiner Träume, die Partie ist beendet und der Norweger darf sich nun auch ganz offiziell Weltmeister nennen. Mit dem Gewinn in Chennai hat der 22-Jährige nun alle relevanten Turniere für sich entscheiden können. Der WM-Titel wird zusätzlich noch mit einer Prämie von rund einer Million Euro vergoldet.
 
Beide spielen die Stellung bis zum kompletten Ende aus. Es bleiben nur die die Könige übrig.
Remis
58. Dd6 De3+ 59.Ka6 Sc5+ 60.Kb5 Sxb3 61.Dc7+ Kh6 62.Db6+ Dxb6+ 63.Kxb6 Kh5 64.h4 Kxh4 65.c5 Sxc5 1/2 : 1/2
 
Sortieren wir kurz die vielen Züge. Beide Seiten haben einen Bauern bis zur Grundreihe durchgebracht und in eine Dame verwandelt. Zwar musste Carlsen dafür seinen Springer geben, er hat aber dafür drei Bauern erobert. Dieses Endspiel kann höchstens noch Weiß gewinnen.
 
52.Kxa6 Se6 53.Kb6 f4 54.a6 f3 55.a7 f2 56.a8=D f1=D 57.Dd5 De1
 
Das geht nun rasend schnell, weil beide die Varianten durchgerechnet haben.
 
48. ... Kg7 49.Sxf5 exf5 50.Kb6 Sg2 51.Kxb7 Sxf4
 
Das ist nun wirklich packend. Anand kann mit Kg7 den Springer erobern. Der König ist aber dann ganz weit vom Damenflügel entfernt, wo sich Weiß nun ein paar Freibauern schafft.
 
46. Sg8+ Kf8 47. Sxh6 gxf4 48. gxf4
 
Und nun läuft dem Herausforder auch langsam die Zeit davon. Er hat für seine letzten fünf Züge fast eine Stunde gebraucht, hat nun bis zum 60. Zug noch 38 Minuten auf der Uhr. Anand verbleibt noch mehr als eine Stunde.
 
Das ist nun auch eine psychologisch interessante Stellung. Carlsen hat mehrere Möglichkeiten zum Remis ausgelassen. Und er muss nun im Hinterkopf damit leben, dass hier Anand wieder eine Minichance hat, ins Match zurückzukommen.
 
Das ist nun eine sehr komplexe Stellung, in der beide Spieler mögliche Züge einer Bauernumwandlung berechnen müssen. Carlsen muss zwar zunächst seinen Springer ziehen, kann dann aber den Bauern auf b7 erobern. Im Gegenzug verschafft sich aber auch Schwarz einen Freibauern. Da ja aber auch noch Springer auf dem Tableau sind, müssen mögliche Zwischenzüge in die Überlegungen einbezogen werden.
 
Aber auch Anand spielt hier 'Do-or-Die'. Wenn er eben den König nach c7 gezogen hätte, wäre die Stellung wohl im Gleichgewicht geblieben. Er geht aber das Risiko und will am Königsflügel noch etwas probieren, lässt dafür seinen schwachen Bauern auf b7 zurück.
 
Dass diese möglicherweise letzte Partie dieser Schach-WM noch einmal ein richtiges Endspiel bietet, passt zum Charakter dieses Duells. Carlsen konnte über weite Phasen des Turniers immer wieder taktischen Verwicklungen aus den Weg gehen und seine positionellen Stärken zeigen. Somit haben wir hier einen typische Stellung für diesen Titelwettkampf auf dem Brett. Und der Herausforderer reizt sie bis zum Ende aus.
 
45. ... Ke7
 
Der Herausforderer gibt sich weiter nicht mit der schnöden Punkteteilung zufrieden und versucht noch was.
 
44. ... Kd7 45. Sf6+
 
So kann Carlsen natürlich auch eine Art Stellungswiederholung aufs Brett bringen. Wird der Springer gleich vom König angegriffen, kann er nach d6 zurück und den Bauern auf b7 angreifen. Anand darf diesen Bauern natürlich nicht hergeben.
 
43. ... g5 44. Se8+
 
Carlsen entscheidet sich für den prinzipiellen Weg in dieser Stellung. Er weicht dem möglichen Remis nach Kd4 noch aus.
 
43. Sd6
 
Spielt Anand nach dem Königszug zum Beispiel 43 .... Sc2+ könnte Carlsen nach 44. Kc3 Se3 45. Sc5 den Bauern auf e6 erobern und würde dann auf Gewinn stehen.
 
Carlsen hätte mit Kd4 noch eine dritte Möglichkeit. Nach 43. ... Sc4 44. Sc5 Sxa5 45. Sxe6 ist die Stellung zwingend Remis. Alle anderen schwarzen Springerzüge im 43. Zug würden Weiß aber in entscheidenden Vorteil bringen. Letztlich wäre der Königszug wohl die Abwicklung in die zum Titel reichende Punkteteilung.
 
Der Weltmeister setzt auf Angriff. Er bringt danach seine Bauern auf dem Königsflügel in Bewegung. Carlsen muss sich nun zwischen mit eher defensiveren Sd2 oder dem prinzipiellen Sd6 entscheiden.
 
41. ... Se3 42. g3 f5
 
Anand grübelt nun schon 15 Minuten über seinen nächsten Zug nach. Um den ganzen Punkt nicht aus den Auge zu verlieren, muss er eigentlich mit seinem Springer die Schwächen der weißen Bauernstellung attackieren. Zieht er aber seinen Springer, gibt er gleichzeitig die Kontrolle über das Feld d6 auf.
 
Sprechen wir kurz über die Schachetikette. Ein Remisangebot darf in dieser Partie nur von Anand erfolgen. Das ist natürlich nicht in irgendwelchen Regeln festgelegt, aber die allgemeine Praxis. Man respektiert als in Führung liegender Spieler einfach die Tatsache, dass der Gegenüber um seine letzte Chance kämpft, sogar dann, wenn man eigentlich etwas besser steht.
 
41. Se4
 
Nachdem der weiße König nun bis nach c5 vorgerückt ist, soll nun die Bauernmajorität auf dem Damenflügel ins Rollen gebracht und ein Freibauer realisiert werden. Da sich Carlsens König weit von den eigenen Bauern am Königsflügel entfernt hat, darf Anand dort auf Gegenspiel hoffen.
 
Beide Spieler haben die erste Zeitkontrolle im 40. Zug geschafft. Aber die Bedenkzeit spielt bislang keine relevante Rolle, bis zum 60. Zug haben sowohl Carlsen als auch Anand nun über 90 Minuten auf der Uhr.
 
40. Sc3 Sf5
 
Carlsen kämpft diese Partie wirklich bis zum Ende aus und stürmt mit seinem König in die gegnerische Stellung.
 
39. Kc5 Kc7
 
Und wie geht es mit Anand nach diesem Turnier weiter? In einem Interview mit der Zeitschrift Schach im Vorjahr schloss der Inder aus, dass er seine Karriere ähnlich abrupt wie Garri Kasporov 2005 beenden werde. 'Ich denke, ich werde mir mehr ein Beispiel an Karpov nehmen. Du spielst jedes Jahr ein bisschen weniger und dieser Prozess wird langsam verlaufen. Dort mal Schnellschach, dort mal einen Schauwettkampf. Auch ich werde nicht von einem Tag auf den anderen aufhören.'
 
38. Kd4 Kd7
 
Anand hat ein paar Minuten über diesen Zug nachgedacht. Er hat sich für die natürliche Fortsetzung mit der Zentralisierung des Königs entschieden. g5 wäre eine weitere Option gewesen, die aber auch gleichzeitig ein großes Risiko bedeutet hätte. Der Freibauer im Zentrum wäre auf Kosten einen Bauernschwäche entstanden.
 
37. ... Ke7
 
Carlsen beherrscht diese Endspiele besser sein sein Gegenüber, er hat sogar die etwas bessere Stellung. Der Norweger steht hier kurz vor dem WM-Titel. Vielleicht will er die Partie wirklich gewinnen, denn dann hätte er nicht nur den Titel, sondern wohl auch die beste jemals erzielte ELO-Zahl.
 
36. Kf2 Kf8 37. Ke3
 
Anand hat den Bauern zurück erobert. Dafür hat sich aber sämtliches Masterial vom Brett getauscht. Beide Spieler haben neben ihrem König noch einen Springer. Die Bauernstellung spricht leicht für Weiß, aber das sieht verdächtig nach Remis aus.
 
31. f4 Dd8 32. Ted3 Tcxd6 33. Txd6 Txd6 34. Txd6 Dxd6 35. Dxd6 Sxd6
 
Mit laufender Engine war der Fehlzug des Turmes nach a3 sofort aufgedeckt. Aber am Brett steckten in dieser Stellung so viele Optionen, das ist ein falscher Verteidigungszug immer möglich. Wirklich überrascht hat mich nur der Fehler gestern. Das war eigentlich eine typische Vishy-Stellung, in der ich erwartet hätte, dass er den Durchblick behält.
 
Mir wurde Anand in den letzten Tagen zu oft als einfacher Patzer dargestellt - ich habe es ja gerade eben auch sehr leicht rausgehauen. Gerade das Turmendspiel in Partie 6 ist für mich ein solches Beispiel. Nach Carlsens Königsvorstoß hatte sich der Charakter der Stellung mit einem Schlag verändert.
 
Aber der Weltmeister hat in dieser Stellung Glück gehabt, Anstatt den Bauern auf d6 direkt zu schlagen, hätte Carlsen Mit Sg3, Sc3 oder auch b4 den Druck verschärfen können. Das scheint der Herausforderer nun auch zu sehen. Nach Anands Damenzug lächelte er kurz, nun ist wieder das Grübeln zurück im Gesicht.
 
30. ... Tc6
 
Ok, vielleicht haben wir Anand zu früh abgeschrieben. Nach 30. ...Tc6 f4 31 Dd8 kann er sich den Bauern zurückholen und steht wohl wieder in der Nähe des Ausgleichs.
 
29. e5 Se8 30. exd6
 
Bricht Anand schon wieder zusammen? Carlsen kann einfach e5 spielen und den Bauern auf d6 erobern. Und die daraus entstehende Stellung spricht zudem klar für Carlsen.
 
28. ...Dg5
 
Erst einmal bringt Carlsen einen stillen Zug aufs Brett. Der Bauer schränkt die freien Felder für den Schwarzen ein und bringt b6 unter seine Kontrolle. Von dort hätte Anand Druck auf den schwachen Bauern auf b3 machen können.
 
28. a5
 
Auch einer flotten Schnellschachpartie hat sich jetzt doch ein ernsthaftes Turnierspiel entwickelt. Beide Spieler haben nun eine Stunde Bedenkzeit verbraucht und brauchen nun wesentlich länger, um ihre Züge zu finden.
 
27. ... Td7
 
Carlsen deckt den Bauern auf e4. Gleichzeitig ist nun auch f4 möglich, dass Weiß ein aktives Spiel im Zentrum verspricht. Die Stellung kippt ganz leicht zugunsten des Norwegers.
 
26. Dd2 Sf6 27. Te3
 
Anand tauscht die beiden Läufer vom Brett und zentralisiert seine Dame. Die deckt dort den Bauern auf d6, gleichzeitig wird ein möglicher Angriff zusammen mit dem Springer auf die Bauern e4 und b3 angedeutet.
 
24. ... Lxd4 25. Txd4 De5
 
Mit dem Turmzug hat Carlsen nun zwei Optionen. Er kann über Tg3 den Druck auf den schwarzen Königsflügel verschärfen. Oder er verdoppelt die Türme auf der d-Linie und nimmt den Bauern auf d6 ins Visier.
 
Ich finde, der Verlauf dieses Turniers hat gezeigt, dass eine Ansetzung über nur zwölf Partien eigentlich zu kurz ist. Nach den zwei Niederlagen in den Runden fünf und sechs stand Anand unter einem riesigen Druck, er musste in der Folge ein großes Risiko eingehen. Die Chancen auf ein Comeback bei solch kleiner Rundenzahl sind aber von vornherein gering.
 
24. Tc3
 
Nun sieht er sich aber gezwungen, doch den Läufer in die Diagonale a1 nach h8 zu stellen, um den weißen Drohungen zu begegnen.
 
23. Se2 Lf6
 
Die Engine sieht diese Stellung im kompletten Ausgleich. Sie gibt aber seit einigen Zügen Lf6 als besten schwarzen Zug an, der auch natürlich aussieht. Es spricht aber durchaus für Anand, hier nicht ohne Not eine Materialvereinfachung anzustreben.
 
22. ... Dh5
 
Und damit unterbindet Carlsen zunächst auch den möglichen schwarzen Plan in dieser Stellung. Nach b5 und dem Bauerntausch gibt es zumindest Spiel auf der halboffenen a- und c-Linie.
 
22. a4
 
Anand zieht seinen König sofort wieder zurück. Das ist durchaus typisch für diese Variante des Sizilianers. Schwarz steht sehr solide und hat kaum Schwächen. Ernsthafte Angriffschancen bekommt er aber nur, wenn Weiß selbst größeres Risiko eingeht. Der Anziehende hat keine wirklichen Schwächen und kontrolliert mit seinen Bauern auf c4 und e4 wichtige Felder auf der fünften Reihe. Immerhin lag hier ein mögliches Opfer mit Lxg7+ Kxg7 und Sxd5+ im Raum.
 
21. ...Kg8
 
Sollte Carlsen bereits heute den Sack zumachen und Weltmeister werden, wäre dies zugleich das kürzeste Turnier der WM-Geschichte. 1910 verteidigte Emanuel Lasker seinen Titel zwar auch in nur zehn Partien, die Forschung ist sich aber nicht einig, ob das Duell gegen Carl Schlechter wirklich ein offizieller WM-Kampf war.
 
21. Db2
 
Die Hälfte der Züge bis zur ersten Zeitkontrolle sind geschafft, beide Spieler haben bislang erst eine halbe Stunde verbraucht. Ein Remis ist laut der Regeln erst an dem 30. Zug möglich, es sei denn, es gibt eine dreifache Stellungswiederholung oder ein Dauerschach.
 
20. ... Kf8
 
Carlsen hätte mit 20. Dg3 Matt drohen können. Das wäre für Anand nicht sonderlich schwer abzuwehren gewesen. Als beste Zug hätte sich wohl Dg5 angeboten, allerdings mit der Option, dass Weiß die Damen tauscht und so das Spiel vereinfacht. Der Norweger entscheidet sich dagegen und bleibt mit der Dame auf der d-Linie. Der schwarze Bauer auf d6 ist eine leichte Schwäche.
 
20. Dd2
 
Den Rekord, jüngster Weltmeister zu sein, kann Carlsen nicht mehr einstellen. Auch er wird den Titel zwar im Alter von 22 Jahren erringen, Kasparov war aber ein paar Monate jünger, als er 1985 das Duell gegen Karpov gewann.
 
19. Tfd1 Da5
 
Beide Seiten streuen weitere Abwarte- und Entwicklungszüge ein. Anand zieht die Dame nach c7, wo sie möglichen Gabelschachs auf e7 aus dem Weg geht. Die könnten kommen, wenn er mit seinem e-Bauern vorrückt, um den weißen Läufer zu blockieren.
 
17. Ld4 Tfd8 18. h3 Dc7
 
Zwar richtete auch die FIDE eine Weltmeisterschaft aus, in der Öffentlichkeit hatte aber der von Kasparovs Verband PCA durchgeführte Wettbewerb die größere Akzeptanz. Nimmt man also diese Linie, um die Anzahl der Weltmeister zu ermitteln, wäre Carlsen der 16. Champion. Die FIDE hat im Zeitraum 1993 bis 2005 sechs weitere Titelträger ermittelt, darunter Anatoli Karpov, der aber vor der Spaltung auch schon die Krone trug.
 
16. ...Sd7
 
Auf die Frage, der wievielte Weltmeister Carlsen nun wird, habe ich keine schlüssige Antwort. Das Weltschach war über 13 Jahre bis 2006 gespalten, weil sich der Weltverband FIDE und Garri Kasparov 1993 nicht auf eine für beide Seiten akzeptable Prämienregelung einigen konnten. Der Russe gründete darauf hin einen alternativen Verband, der einen eigenen Wettkampf ausführte.
 
14.Sxc6 Dxc6 15.Tac1 h6 16. Le3
 
Die beiden Spieler blitzen die Züge hier runter. Natürlich sind beide Spieler auf diese Stellung vorbereitet. Andererseits wirkt es gerade bei Anand so, als ob er mit diesem Turnier ein Stück weit schon abgeschlossen hat.
 
8.Lg5 e6 9.Sc3 Le7 10.O-O Lc6 11.Dd3 O-O 12.Sd4 Tc8 13. b3 Dc7
 
Anand weicht von der Partie im Mai ab, damals folgte e5
 
7. ... Sf6
 
Carlsen wählt die Rossolimo-Variante, die er schon öfters gespielt hat. Sie gilt für Weiß als nicht sonderlich aggressiv, ist aber sehr solide. Also genau ein Spiel, was der Norweger schätzt. Beide hatten exakt diese Stellung schon in diesem Jahr bei einem Turnier in Norwegen auf dem Brett, die Partie endete Remis.
 
2.Sf3 d6 3.Lb5+ Sd7 4.d4 cxd4 5.Dxd4 a6 6.Lxd7+ Lxd7 7.c4
 
Anand gibt sich zumindest was die Wahl seiner Eröffnung angeht noch einmal kämpferisch. Wie sehen zum ersten Mal Sizilianisch. Der Inder antwortet mit 1. ... c5.
10. Partie
Carlsen eröffnet die möglicherweise letzte Partie dieser WM wie vor drei Tagen. Er eröffnet mit 1. e4.
 
Anand streckte sofort die Waffen. So führt Carlsen nun vor der zehnten Partie klar mit 6:3. Dem Norwegen reicht gleich mit Weiß schon ein Remis, um sich erstmals den Weltmeistertitel zu sichern.
Rückblick
Erst ein fehlerhafter Verteidigungszug besiegelte das Schicksal des Weltmeister. Anstatt das Schach der gerade umgewandelten Dame mit dem Läufer auf f1 zu unterbinden, wählte Anand den Springer. Daraufhin konnte die 'neue' Dame alle möglichen Mattdrohungen auf der h-Linie abwehren.
Rückblick
Mehrere Mattbilder fanden sich in der Folge auf den Monitoren der Experten wieder, der Ausgang war völlig unklar. Carlsen durfte sogar einen Bauern in eine Dame verwandeln, doch auch dieser scheinbar riesige materielle Vorteil war zunächst nicht entscheidend.
Rückblick
Anders als Polgar entschied sich Carlsen für ein Gegenspiel am Damenflügel. Er ging dabei aber großes Risiko, denn der Weltmeister drückte mit seinen Bauern auf e5, f5 und g5 mächtig gegen die schwarze Königsstellung. Unterstützt wurden die vorgerückten Bauern durch ein aktives Figurenspiel.
Rückblick
Im Gegensatz zu den meisten anderen Partien bei dieser WM musste Carlsen schon früh in der Entwicklung sehr viel Bedenkzeit investieren. Ein paar Züge wandelten die beiden Kontrahenten auf einer Partie, die sich Garri Kasparov und Judit Polgar 1997 lieferten und die der Ex-Weltmeister gewann.
Rückblick
Erstmals bei dieser WM spielte der 42-Jährige nicht 1. e4, sondern eröffnete mit dem Damenbauern. Er wich zudem im Sämisch-System der Nimzo-Indischen-Verteidigung früh von der eigentlichen Hauptvariante ab und setzte mit 4. f3 früh ein aggressives Ausrufezeichen.
Rückblick
Das war gestern ein echtes Drama. Anand musste in der neunten Partie volles Risiko gehen, um sich hier eine Chance auf die Titelverteidigung zu erhalten. Der Inder hielt Wort und so entwickelte sich ein packender Schlagabtausch mit zahlreichen taktischen Möglichkeiten.
 
Hallo und ein Herzlich Willkommen zur Schach WM 2013!
Ticker-Kommentator: Bernd Schroller
1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.Lb5+ Sd7 4.d4 cxd4 5.Dxd4 a6 6.Lxd7+ Lxd7 7.c4 Sf6 8.Lg5 e6 9.Sc3 Le7 10.O-O Lc6 11.Dd3 O-O 12.Sd4 Tc8 13.b3 Dc7 14.Sxc6 Dxc6 15.Tac1 h6 16.Le3 Sd7 17.Ld4 Tfd8 18.h3 Dc7 19.Tfd1 Da5 20.Dd2 Kf8 21.Db2 Kg8 22.a4 Dh5 23.Se2 Lf6 24.Tc3 Lxd4 25.Txd4 De5 26.Dd2 Sf6 27.Te3 Td7 28.a5 Dg5 29.e5 Se8 30.exd6 Tc6 31.f4 Dd8 32.Ted3 Tcxd6 33.Txd6 Txd6 34.Txd6 Dxd6 35.Dxd6 Sxd6 36.Kf2 Kf8 37.Ke3 Ke7 38.Kd4 Kd7 39.Kc5 Kc7 40.Sc3 Sf5 41.Se4 Se3 42.g3 f5 43.Sd6 g5 44.Se8+ Kd7 45.Sf6+ Ke7 46.Sg8+ Kf8 47.Sxh6 gxf4 48.gxf4 Kg7 49.Sxf5 exf5 50.Kb6 Sg2 51.Kxb7 Sxf4 52.Kxa6 Se6 53.Kb6 f4 54.a6 f3 55.a7 f2 56.a8=D f1=D 57.Dd5 De1 58.Dd6 De3+ 59.Ka6 Sc5+ 60.Kb5 Sxb3 61.Dc7+ Kh6 62.Db6+ Dxb6+ 63.Kxb6 Kh5 64.h4 Kxh4 65.c5 Sxc5
Der Experten-Talk zum Kandidaten-Turnier