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Live-Ticker Schach WM 2013 Viswanathan Anand vs. Magnus Carlsen 15.11.2013

 
Schach WM Spiel 5

a
b
c
d
e
f
g
h
a
b
c
d
e
f
g
h
8
7
6
5
4
3
2
1
8
7
6
5
4
3
2
1
Schach-WM 2013, Tag -5
Viswanathan Anand
Magnus Carlsen
Partie beendet
Gesamtstand
Viswanathan Anand
6,5:3,5
Magnus Carlsen
Ergebnisse der einzelnen Partien
 
weiß
 
schwarz
09.11.
M. Carlsen
V. Anand
10.11.
V. Anand
M. Carlsen
12.11.
M. Carlsen
V. Anand
13.11.
V. Anand
M. Carlsen
15.11.
M. Carlsen
V. Anand
16.11.
V. Anand
M. Carlsen
18.11.
V. Anand
M. Carlsen
19.11.
M. Carlsen
V. Anand
21.11.
V. Anand
M. Carlsen
22.11.
M. Carlsen
V. Anand
Letzte Aktualisierung: 10:19:36
Ticker-Kommentator: Bernd Schroller
 
Anand darf nun zweimal mit weiß beginnen, vielleicht schafft er ja ein schnelles Comeback. Zumindest muss er diese bittere Niederlage schnell wegstecken, schon morgen um 10:30 Uhr geht es ja bekanntlich weiter. Hoffentlich Sind Sie dann auch wieder hier mein Gast. Bis dahin!
 
Ich fand die Überführung des Turms von h8 auf den Damenflügel nicht so schlecht, eine paar Züge lang drohte die Stellung zugunsten von schwarz zu kippen. Der entscheidende Fehler dürfte 45. Tc1+ gewesen sein. Hätte Anand stattdessen Ta1 gespielt und dann den weißen a-Bauern abgeholt, sieht die ganze Sache eher nach einer ausgeglichenen Stellung aus.
 
Carlsen war heute mit der Wahl der Eröffnung zufrieden, er empfand sich die ganze Zeit in einem kleinen Vorteil. Das anschließende Pressegespräch endet heute recht schnell, die indischen Kollegen hatten wohl keine rechten Lust, ihren angeknockten Champion mit Fragen zu löchern.
 
Anand wirkt auf der anschließenden Pressekonferenz relativ niedergeschlagen. Er sieht seinen entscheidenden Fehler übrigens schon im 33. Zug, als er seinen Turm über d8 ins Spiel einbrachte.
 
Obwohl es lange Zeit nicht danach aussah, haben wir heute zum ersten Mal eine Partie erlebt, die mit einem Sieg endet. Carlsen nutzt eine kleinere und eine größere Unachtsamkeit, um in ein gewonnenes Turmendspiel abzuleiten.
1:0
58. ... Kd5 1:0 Anand macht zwar noch einen Zug, gibt aber direkt im Anschluss die Partie auf.
 
Carlsen bringt den zweiten Bauern in Bewegung, das ist die Entscheidung.
 
55. a6 c4+ 56. Kc3 Ta2 57. a7 Kc5 58. h4
 
Der schwarze König kommt nun nicht mehr in die Ecke nach a8, der Turm muss nun die Umwandlung verhindern.
 
53. ... Kd6 54. Th7 Kd5
 
Beide Spieler haben bis zur nächsten Zeitkontrolle im 60. Zug noch jeweils etwa 20 Minuten Zeit. Carlsen hat eben übrigens umgehend seinen Bauern ein weiteres Feld vorgezogen. Carlsen scheint dieses Turmendspiel durchanalysiert zu haben.
 
52. ... Kxe5 53. a5
 
Ich bin jetzt zwar nicht der absolute Spezialist von Turm-Endspielen, aber den entfernten a-Bauern jetzt in Bewegung zu setzen, erscheint mir logisch.
 
51. ... Ke6 52. a4
 
Da haben wir die angesprochenen Läufertausch und den damit verbundenen Gewinn eines weiteren schwarzen Bauern. Auf dem Königsflügel erobern nun beide Spieler jeweils einen Bauern.
 
48. Th6+ Kd7 49. Lxb3 axb3 50. Kxb3 Txg2 51. Txh4
 
Carlsen kann nach dem Läufertausch auf dem b3 einen weiteren Bauern gewinnen. Ich glaube, wir nähern uns heute der ersten Partie, die mit einem Sieg endet.
 
46. ... Tg1 47. Lg8+ Kc6
 
45. ... Tc1+ erscheint mir als ein schwacher Zug. Jetzt kann der König nach b2 und den Bauern auf a3 decken.
 
45. ... Tc1+ 46. Kb2
 
Ich hatte bei meiner Variante nach den 43. Zug übersehen, dass der schwarze Turm gar nicht in Richtung des Königsflügels muss, sondern auch nach a1 kann und dort selbst mit einem starken schwarzen Freibauern droht.
 
44. ... Kd5 45. Lh7
 
Der Zug von Anand war mehr oder weniger erzwungen, er hat trotzdem recht viel Zeit dafür gebraucht, um über die das entstehende Stellung nachzudenken. Dazu kommt nun vielleicht auch das Grübeln über den eigenen 40. Zug, als er drei verschiedene Möglichkeiten hatte, den Bauer auf b3 zu schlagen und sich schnell entscheiden musste. Der 40. Zug spielt immer eine psychologisch wichtige Rolle, zu oft hat man (auch die beiden Spieler in Chennai!) exakt mit dem letzten Zug vor der Zeitkontrolle schon Partien mit Fehlzügen weggeschmissen. Und mögliche Fehler im 40. Zug begleiten einen durch die folgenden Züge, auch wenn man es eigentlich ausschalten sollte.
 
43. ...Td1 44. e5+
 
Das mag dann zwar immer noch im Bereich einer Punkteteilung sein. Aber Carlsen erhält hier nun überhaupt die ernsthafte Chance, um den ganzen Punkt zu spielen. Anand muss nun auch länger in die Stellung reinschauen.
 
Das könnte noch sehr interessant werden, da Weiß nach 43. Td1 44. e5 Kd5 45 Lg6 Tc1+ 46.Kb2 Tf1 47. Txh4 zwei verbundene Bauern auf dem Königsflügel behält.
 
42. Txe5+ Td6 43. Th5
 
Carlsen gewinnt nun einen Bauern auf e5. Ob der Mehrbauern gegen die aktiven schwarzen Figuren einen Mehrwert hat, ist allerdings fraglich. Ich denke, dass wir weiter in der Remisbreite sind. Aber die Züge 35 bis 40 waren dann doch sehr spannend. Da stand sehr plötzlich eine sehr scharfe Stellung auf dem Brett.
 
40. Txb3+ 41. Tb3 Lxb3
 
Anand scheut hier trotz der knappen Zeit mit dem Bauernvorstoß das Risiko nicht. Mit 44 Sekunden auf der Uhr schlägt Carlsen den Bauern auf g5.
 
39. Tg6 a4 40. Txg5
 
Alle schwarzen Figuren sind aktiv, weiß hingegen muss mit Turm und Läufer verteidigen. Die Engine setzen den Ausgleich, psychologisch ist die Partie nun vielleicht sogar etwas leichter für Anand zu spielen.
 
Für die letzten beiden Züge verbleiben den Spielern noch etwas mehr als vier Minuten.
 
36. ... Tb5 37. Kc3 c5 38. Tb2 e5
 
Um sich eine theoretische Siegchance zu erhalten, muss Carlsen die Läufer auf dem Brett halten.
 
35. Th6 Ld1 36. Lb1
 
Ich glaube, wenn Carlsen hier noch eine echte Gewinnchance haben will, dann muss er vor dem 40. Zug die knappe Zeit von Anand nutzen, um eine Stellung kreieren, die den Weltmeister mit knapp neun Minuten auf der Uhr vor Probleme stellt.
 
34. T1f2 Td4
 
Schwarz aktiviert seinen zweiten Turm, der nun in Richtung d2 schielt. Das muss Carlsen in jedem Falle verhindern.
 
32. Kc3 Tc5+ 33. Kb2 Td8
 
Die Entwicklung der beiden Läufer in den letzten zehn Zügen ist interessant. Dort stand der schwarze Läufer noch sehr passiv auf d7 und hatte ausschließlich defensive Aufgaben, nun entwickelt er selbst Aktivitäten in Richtung der weißen Stellung. Ganz anders dagegen Carlsens Läufer, der hinter seinen Bauern auf b3 und e4 festhängt.
 
31. ... Lh5
 
Carlsen und Anand haben bis zur Zeitkontrolle im 40. Zug etwas weniger als 20 Minuten. Die kommenden neun bzw. zehn Züge dürften für beide Spieler nicht in einer ernsthaften Zeitnotphase enden.
 
31. b6
 
Der 30. Zug ist nun erreicht. Ab diesem Moment dürfen sich beide Spieler auf ein Remis einigen. Auch wenn in der derzeitigen Stellung einiges dafür sprechen würde, Carlsen wird es weiter versuchen.
 
30. Kd2 Tb5
 
Der schwarze Turm auf der fünften Reihe steht zwar prächtig, weil er sowohl wichtige Verteidigungsaufgaben erfüllt, aber selbst auch Drohungen aufstellt. Er hat aber auch das Problem, keine wirkliche Rückzugsmöglichkeiten zu haben. Anand will mögliche Drohungen verhindern und kontrolliert nun das Feld b4.
 
29. e4 a5
 
Anand kann mit einem Remis hier auch deshalb sehr gut leben, weil er sowohl in der sechsten als auch in der siebten Partie weiß hat. In der zweiten Turnierhälfte werden die Farben getauscht. So hat aber Carlsen in einer möglichen zwölften und entscheidenden Partie den Vorteil des Anzuges.
 
28. Tf6 h4
 
Nun droht Anand seinerseits mit Lg6, um den weißen Läufer auf c2 zu fesseln. Ich sehe im Moment nicht so recht, wie der Herausforderer hier vorankommen will. Schwarz hat die entscheidenden Felder auf der sechsten, siebten und achten Reihe unter Kontrolle. Und er wird hier kein großes Risiko mehr eingehen, sondern mit dem Remis sehr gut leben können.
 
26. ... Le8 27. Lc2 Tc5
 
Carlsen verdoppelt seine Türme zunächst auf der f-Linie, nun könnte Anand Lg6 mit Le8 verhindern.
 
26. Tdf1
 
Anand hat für seine beiden Bauernzügen nach g5 und h5 über 20 Minuten verbraucht. Das könnte ein Zeichen sein, dass er seine Stellung eher kritisch einschätzt und die Möglichkeiten genau abwägt.
 
Das sieht nach einem natürlich Aktiven Zug aus. Aber es ermöglichkeit nun dem weißen Läufer nach g6 einzudringen und das Feld f7 in Angriff zu nehmen.
 
25. ...h5
 
Das ist dann doch ein eher passiver Zug von Carlsen. Er entscheidet sich, den Bauern auf e3 gegen mögliche Eroberungsversuche zu verteidigen. Aber dem Weltmeister kann es so gelingen, seine etwas passive Stellung weiter zu konsolidieren.
 
25. Tf3
 
Anand will den Turm sofort wieder von f4 vertreiben. Er könnte dann 25. ... Te5 spielen und mit der Eroberung des Bauerns auf e3 drohen. Ich glaube aber, dass dann Weiß ein sehr aktives Spiel mit seinen Türmen auf der d-Linie bekommt. Carlsen kann dann die vielen schwachen Bauern beim Gegner in Angriff nehmen.
 
24. ...g5
 
Jeden Tag wird auch Jacket-Frage immer wieder heiß diskutiert. Wann zieht welcher Spieler sein Jäckchen zuerst aus und was sagt das über die Partie aus - auch zum Schach gehört halt ein bisschen Kaffeesatzleserei. Heute musste sich der Inder zuerst seiner Jacke entledigen, inzwischen sitzen aber beide Kontrahenten nur noch im Hemd am Brett. Im Vorwege haben sich beide Spieler darauf geeinigt, dass im Spielsaal einen Temperatur von irgendwas zwischen 22 und 23 Grad eingestellt sein soll.
 
24. Tf4
 
Carlsen hat für die Vereinfachung der Materialverhältnisse deutlich mehr Zeit verbraucht. Beide Spieler haben nun noch etwa 55 Minuten bis zur Zeitkontrolle im 40. Zug. Das ist ein sehr bequemes Zeitpolster. Die Stellung ist nun auch nur bedingt kompliziert, beide Spieler sind mit solchen Positionen vertraut.
 
23.Thf1 Tb5
 
Schwarz hat nun drei isolierte Bauern auf den Feldern a7, c6 und e6. Das sind nun Schwächen, auf die Carlsen nun spielen kann. Er selbst muss sich dabei nur um seinen Einzelbauern auf e3 kümmern. Das könnte nun bereits eine Stellung sein, die leicht zu seinen Gunsten gekippt ist.
 
Das waren nun einige schnelle, aber letztlich erzwungene Züge. Mit dem feinen Zwischenzug 21. b7 verhindert Carlsen, dass sich die schwarzen Bauern auf dem Damenflügel wieder verbinden.
 
18. ... Lb6 c5 19 bx6 f5 20.cxb6 fxe4 21.b7 Tab8 22.Lxe4 Txb7
 
Wir haben eine ähnliche Figurenverteilung wie gestern. Der große Unterschied ist aber, dass Anand gestern für seinen geopferten Bauern eine sehr aktive Stellung hat, in der er die Initiative hatte. Heute befindet sich die Stellung zwar in der Remisbreite, der Weltmeister steht aber etwas gedrängter und muss aufpassen.
 
18. Se4
 
Carlsen nimmt gleich einmal den isolierten Bauern auf c6 ins Visier. Den kann schwarz natürlich ohne Probleme decken. Aber gleichzeitig hat sich der weißfeldige Läufer schnell aktiviert und erst einmal ein gutes Feld gefunden.
 
16. ... Ke7 17. Lf3 Ld7
 
Weiß tauscht die Damen. Wir haben nun eine Stellung, die die Engines als komplett ausgeglichen sehen. Das sind aber Stellungen, die nun möglicherweise der Herausforderer mit einigen feinen Zügen leicht in seine Richtung kippen kann.
 
15.Dxd8+ Lxd8 16.Le2
 
Carlsen vereinfacht das Material. Er könnte nun in ein Endspiel übergehen, in der beide Spieler mit isolierten Bauern leben müssten. 15. De4 mit der Idee De5 sieht aber auch nach einer interessanten Verwicklung aus.
 
14. Sxc6 bxc6
 
Carlsen schaut nun auch schon eine eine Weile in die Stellung rein, wir sind in einer Phase, in der beide Spieler ihren Plan für das beginnende Mittelspiel festlegen. Mir gefällt die weiße Stellung etwas besser, da die beiden Springer und Dame und Turm auf der d-Linie etwas aktiver stehen. Auf der anderen Seite hat Schwarz noch das Läuferpaar, dass mit den möglicherweise gegenseitigen Rochaden und der recht offenen Stellung einen Vorteil darstellen könnte.
 
Anand verzichtet weiter darauf, seinen König zu rochieren. Da der Damentausch weiter im Raum steht, hat der Weltmeister vielleicht schon eine Mittelspiel- oder Endspiel-Stellung vor Augen, in der der König in der Mitte sehr viel schneller Einfluss auf das Spiel nimmt.
 
13. ... Lc7
 
Heute lohnt sich auch immer wieder ein Blick auf die Uhr. Da die Partie früh bekannte Vorbilder verlassen, gucken beide Spieler schon früh recht lange in den Stellung rein. Anand hat schon 45 Minuten verbraucht, Carlsen erst 30.
 
Weiß schwächt zwar seinen Bauernstruktur, er kommt so aber auch zur halboffenen f-Linie. Die wird er gleich mit einem seiner Türme besetzen wollen.
 
12. ... Sxe3 13. fxe3
 
Wow, Carlsen entscheidet sich doch für die lange Rochade. Da Anand wahrscheinlich auf dem Königsflügel rochieren wird, könnte sich nun eine taktisch interessante Partie mit vielen taktischen Möglichkeiten entwickeln. Und Carlsen straft mich Lügen.
 
12. O-O-O
 
Andere Vermutungen lauten, er sei bei dieser WM doch der Sekundant von Carlsen. Der Herausforderer hat in den vergangenen Jahren immer wieder auf die Dienste des Ex-Weltmeisters zurückgegriffen, er soll aber inzwischen ein distanziertes Verhältnis zum ihm haben und hat die mögliche Hilfe im Vorwege verneint.
 
Was Kasparow nun nach Chennai treibt, ist ein wenig unklar. Im Oktober bekundete der mittlerweile 50-Jährige, im kommenden Jahr zum Präsidentenamt des Weltverbandes zu kandidieren. Dazu gehört natürlich immer auch ein wenig Wahlkampf vor Ort.
 
11. ... Sg4
 
Anand hebt die Bauernspannung im Zentrum auf. Die weißen Leichtfiguren harmonieren mir etwas besser. Auf der anderen Seite hängt der weiße König noch im Zentrum fest, die lange Rochade ist aufgrund der offenen Linie auf dem Damenflügel keine ernsthafte Alternative.
 
10. ... cxd4 11. Sxd4
 
Während Anand und Boris Gelfand gerade die sechste Partie spielten, bemerkte er auf einer gleichzeitig stattfindenden Pressekonferenz im WM-Ort, dass sich ja gar nicht die besten Spieler der Welt bei dieser WM gegenüber sitzen. Da mag ja rein sportlich sogar gestimmt haben, aber der Ton bestimmt ja bekanntlich die Musik. Und die ZEIT spottete dazu nicht ganz zu Unrecht, dass er mit dem besten Spieler wohl in erster Linie an sich selbst gedacht habe.
 
Noch ein Wort zum Ex-Weltmeister vor Ort: Anand und Kasparow haben sich bereits 1995 in New York in einem WM-Duell gegenüber gesessen, der Russe siegte deutlich. In der Folge äußerte er sich mehrfach eher abfällig über den Inder. Einen negativen Höhepunkt erreichten die Missfallensbekundungen bei der Vorjahresweltmeisterschaft in Moskau.
 
Carlsen bringt die erste richtige Neuerung aufs Brett. Für den Damenzug nach d3 gibt es bislang keine Partien in den Datenbanken. Der Norweger wird dies vorbereitet haben.
 
10. Dd3
 
Im Moment hängt der schwarze Bauer auf c5. Aber der 'Mehrbauer' ist nur unter der Aufgabe der eigenen Bauernstruktur zu verteidigen. Nach 10. cxd4 Dxd1 11. Txd1 Se4 könnte eine Stellung entstehen, in der Weiß drei schwache Bauern auf den Feldern c3, c4 und c5 hätte. Das kann Carlsen nicht gefallen.
 
9. ...Sc6
 
Nach der dritten Partie wurde er gefragt, was er von der Anwesenheit von Garri Kasparow im Hotel des WM-Ortes halte. Der neugierige Journalist umschrieb den Ex-Weltmeister fast mit einer Art Heiligenstatus. Der amtierende Weltmeister antwortete mit einem Lächeln: 'Elvis Presley ist hier gesichtet worden?'
 
Neben mit aktuellen und dem möglicherweise kommenden Weltmeister steht auch ein Ex-Champion in Chennai wieder im Mittelpunkt des Interesses. Keine der Pressekonferenzen nach den Partien kann ohne eine Frage zu Garri Kasparow enden. Anand, der ein eher angespanntes Verhältnis zu dem Russen hat, nimmt das trotzdem meist recht gelassen.
 
9. Le3
 
Da die d-Linie von beiden Spielern jederzeit geöffnet werden kann, steht wie am Mittwoch ein früher Damentausch jederzeit im Raum. Carlsen weicht dem in aller Regel nicht aus, weil er so sehr oft schon in für ihn gut spielbare positionelle Stellungen gekommen ist.
 
8. ... Sf6
 
Carlsen sechster Zug Sc3 ist eher ungewöhnlich, normalerweise folgt hier Ld2. Und Anand scheint ein wenig davon überrascht zu sein. Er ist aus seiner Vorbereitung und muss schon ein wenig Zeit in die Partie investieren.
 
5.Sxe4 Lb4+ 6.Sc3 c5 7.a3 La5 8.Sf3
 
Wir befinden uns in der halbslawischen Variante des Damengambits. Mit dem Vorstoß haben wir eine sehr scharfe Variante auf dem Brett, das kann interessant werden.
 
2.d4 d5 3.Sc3 c6 3. e4 dxe4
5. Partie
Beide Spieler fanden sich heute schon sehr früh im Spielsaal ein Carlsen beginnt die fünfte Partie mit 1. c4 Anand antwortet mit e6. Damit haben wir heute eine komplett andere Eröffnung als in den ersten beiden Weißpartien des Norwegers.
 
Carlsen eröffnet gleich zum dritten Mal mit den weißen Steinen. Sowohl seine gewählte Varianten im Grünfeld-Inder in der ersten Partie als auch das Reti-System aus Spiel 3 konnten den Weltmeister nicht aus der Reserve locken. Im Gegenteil, Anand Eröffnungsbehandlung verschaffte ihn in beiden Fällen sogar eher einen kleinen Vorteil. Ich bin gespannt, ob es der Herausforderer ein weiteres Mal mit 1. Sf3 versucht.
 
Die Partie vom Mittwoch hat aber vielleicht auch einen Fingerzeig auf die kommenden Tage gegeben, in denen wir möglicherweise wieder zu ähnlichen Stellungstypen kommen werden. Anand gelang es, in einer eigentlich eher positionellen Stellung seine taktische Stärken ins Spiel zu bringen. Kann er dies wiederholen, werden wir weiter ein Duell weiter auf Augenhöhe sehen.
Rückblick
Die erste Eindrücke, Carlsen so stark im Vorteil zu sehen, liegen auch in den ständig mitlaufenden Engines begründet, die dem schwarzen Mehrbauern eine sehr große Bedeutung zukommen ließen. Das mag auf der reinen Rechenebene korrekt sein und zudem hat der Norweger ja auch eine richtige Verteidigungsweise gefunden. In vielen Stellungen sah die schwarze Position aufgrund mangelnder Zugmöglichkeiten unangenehm aus, auch in der Weltspitze spielen dann psychologische Faktoren eine Rolle.
Rückblick
Doch der Inder kämpfte dann zwischen dem 42. und dem 64. Zug erfolgreich um das Remis. Carlsen ließ in dieser Phase mehrfach sein großes Talent für Überraschungsmomente in positionellen Stellungen aufblitzen und hatte damit überhaupt zum ersten Mal in diesem Duell die Chance auf mehr als den halben Punkt.
Rückblick
Anands Bauernopfer sahen ersten Kommentare eher als einen Fehler des Weltmeisters. Ich glaube, er hat in der Partie sehr wohl gezeigt, dass sein daraus resultierendes aktives Figurenspiel den Herausforderer unter Druck setzten konnte. Der Norweger fand aus seiner bedrängten Position heraus sehr viele gute Verteidigungszüge, aber erst nach Anands schwachen Königszug nach der Zeitkontrolle entstand eine Stellung, die Schwarz vielleicht hätte gewinnen können.
Rückblick
Die ersten Analysen nach der Partie vom Mittwoch haben zunächst sehr eindeutig Carlsen im Vorteil gesehen. Ich war dann froh, dass der englische Großmeister Daniel King in seinem sehr sehenswerten Videoblog zu einer ähnlichen Einschätzung wie ich selbst kam, auch er sah die Chancen in diesem Spiel auf beide Seiten verteilt.
vor Beginn
Hallo und ein Herzlich Willkommen zur Schach WM 2013!
Ticker-Kommentator: Bernd Schroller
1.c4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 c6 4.e4 dxe4 5.Sxe4 Lb4+ 6.Sc3 c5 7.a3 La5 8.Sf3 Sf6 9.Le3 Sc6 10.Dd3 cxd4 11.Sxd4 Sg4 12.O-O-O Sxe3 13.fxe3 Lc7 14.Sxc6 bxc6 15.Dxd8+ Lxd8 16.Le2 Ke7 17.Lf3 Ld7 18.Se4 Lb6 19.c5 f5 20.cxb6 fxe4 21.b7 Tab8 22.Lxe4 Txb7 23.Thf1 Tb5 24.Tf4 g5 25.Tf3 h5 26.Tdf1 Le8 27.Lc2 Tc5 28.Tf6 h4 29.e4 a5 30.Kd2 Tb5 31.b3 Lh5 32.Kc3 Tc5+ 33.Kb2 Td8 34.T1f2 Td4 35.Th6 Ld1 36.Lb1 Tb5 37.Kc3 c5 38.Tb2 e5 39.Tg6 a4 40.Txg5 Txb3+ 41.Txb3 Lxb3 42.Txe5+ Kd6 43.Th5 Td1 44.e5+ Kd5 45.Lh7 Tc1+ 46.Kb2 Tg1 47.Lg8+ Kc6 48.Th6+ Kd7 49.Lxb3 axb3 50.Kxb3 Txg2 51.Txh4 Ke6 52.a4 Kxe5 53.a5 Kd6 54.Th7 Kd5 55.a6 c4+ 56.Kc3 Ta2 57.a7 Kc5 58.h4 Kd5
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