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Live-Ticker Schach WM 2013 Viswanathan Anand vs. Magnus Carlsen 13.11.2013

 
Schach WM Spiel 4

a
b
c
d
e
f
g
h
a
b
c
d
e
f
g
h
8
7
6
5
4
3
2
1
8
7
6
5
4
3
2
1
Schach-WM 2013, Tag -6
Magnus Carlsen
Viswanathan Anand
Partie beendet
Gesamtstand
Magnus Carlsen
6,5:3,5
Viswanathan Anand
Ergebnisse der einzelnen Partien
 
weiß
 
schwarz
09.11.
M. Carlsen
V. Anand
10.11.
V. Anand
M. Carlsen
12.11.
M. Carlsen
V. Anand
13.11.
V. Anand
M. Carlsen
15.11.
M. Carlsen
V. Anand
16.11.
V. Anand
M. Carlsen
18.11.
V. Anand
M. Carlsen
19.11.
M. Carlsen
V. Anand
21.11.
V. Anand
M. Carlsen
22.11.
M. Carlsen
V. Anand
Letzte Aktualisierung: 21:42:37
Ticker-Kommentator: Bernd Schroller
 
Das werden wir am Freitag ab 10:30 Uhr schnell wissen. Ich hoffe, Sie dann wieder an dieser Stelle begrüßen zu dürfen. Bis dahin!
 
Übermorgen hat wieder der Herausforderer weiß. Bislang eröffnete er zweimal mit 1. Sf3. In beiden Partien konnte er daraus kein Kapital schlagen. Mal sehen, ob sich Carlsen auch einmal zu den eher prinzipiellen Zügen e4 oder d4 durchringen kann.
 
Der Inder versuchte danach immer wieder, das Spiel zu vereinfachen, doch Carlsen fand weiter aktive Züge. Anand musste vor der zweiten Zeitkontrolle einige schwierige Verteidigungszüge finden, was ihm schließlich gelang.
 
Nach dem Eindringen des Turms auf c7 schien das Remis dann eigentlich schon erreicht. Aber genau das ist Carlsens Kunst. Er kann immer wieder Züge aufs Brett bringen, die den Gegner vor Probleme stellen. Und als Anand im 41. nach dem Schachgebot mit seinem König nach c3 auswich, schien der halbe Punkt wieder in Gefahr.
 
Diese Partie wird sicherlich noch genauer betrachtet werden müssen. Zum ersten Mal konnte Carlsen hier nach der Eroberung des Bauern auf a2 auf den ganzen Punkt hoffen. Doch Anand konnte das Spiel immer wieder entscheiden verschärfen, stark war besonders 38. Sd4.
 
Nach der bislang längsten Partie dieser WM wirken die beiden Kontrahenten auf der Pressekonferenz ziemlich erschlagen. Carlsen sagt, dass er nach der Eroberung des Bauerns auf a2 ziemlich optimistisch war, aber dann vom weißen Figurenspiel überrascht wurde.
 
Aber Anand wehrt auch den letzten Versuch ab. Er tauscht einen der beiden Türme ab und es bleibt ein Turmendspiel auf dem Brett, dass Carlsen trotz des Mehrbauerns nicht gewinnen kann. So endet auch die vierte Partie dieser WM mit einer Punkteteilung.
Remis
61.Txg4 axb3 62.T8g7 Ka6 63.Txe7 Txe7 64.Kxb3 Remis
 
Carlsen versucht es mit einer weiteren Idee.
 
60. ... a4
 
Anand schafft die Zeitkontrolle mit noch 65 Sekunden auf der Uhr. Carlsen muss seinen 60 Zug noch machen, ihm verbleiben aber noch über acht Minuten. Für den Rest der Partie bekommen beide Spieler noch einmal 15 Minuten addiert. Mit jedem Zug kommen weitere 30 Sekunden hinzu. Das soll ein faires Spiel ermöglichen, keiner soll hier über die Uhr geschlagen werden.
 
57. ... g4 58. Tg5 Txe7 59. Ta8+ Kb7 60. Tag8
 
Damit geht der Bauernvorstoß erst einmal nicht mehr. Weiß könnte auf a8 und b8 mit Schach reagieren und dann auf b5 den Bauern abholen.
 
57. Td8
 
Carlsen findet tatsächlich noch eine starke Drohung! Er will seinen Bauern von b6 nach b4 bringen und ein Mattnetz aufbauen. Anand wirkt nervös.
 
55. ... Te2+ 56. Ka3 Te6
 
Anand verbleiben für seine fünf Züge noch knapp vier Minuten. Im Moment überlegt wieder Carlsen etwas länger. Er will die mögliche Zeitnot seines Gegenüber vielleicht noch für einen Überraschungsschlag nutzen.
 
53. ... Kb7 54. T8d7 Ka6 55. Td5
 
Nun könnte es doch wieder auf ein einfaches Turmendspiel mit schwarzem Mehrbauern hinauslaufen. >53.... Kc5 54. e8D Txe8 55. Td5x Kc6 mit anschließendem Turmtausch und der Eroberung des Bauerns auf g5.
 
52. Ted8 Tge3 53. Td6+
 
Anand läuft die Teit davon. Er muss bis zur nächsten Zeitkontrolle noch neun Züge spielen und hat dafür nur noch sieben Minuten Zeit.
 
51. Td7+ Kc6
 
Anand hat nun die Idee, mit Schachgeboten auf der d-Linie den König von der siebten Reihe wegzubekommen und dann mit dem Turm auf e8 ein Schachgebot mit anschließender Bauernumwandlung zu spielen. Carlsen Antwort könnte eine Verdopplung seiner Türme auf der e-Linie anstreben.
 
49. ... g5 50. Td2 Te5
 
Der Bauer auf b3 ist vergiftet, weil Weiß nach 50. Tb8+ seinen Bauern in eine Dame umwandeln kann und dann auf Gewinn steht.
 
47. Tc3 Te2+ 48. Tc2 Tee3 49. Ka2
 
Als grobe Regel in Turmendspielen gilt, dass der Turm eigentlich hinter die Freibauern gehört. Anand hat seinen Turm auf e8 vor seinem Bauern. Und da der schwarze Turm auf e4 die restliche d-Linie kontrolliert auch nicht so leicht die Chance, dahinter zu kommen.
 
Carlsen deckt zunächst seinen entfernten Freibauern auf g6. Die Entwicklung dieser Partie ist sehr interessant und wieder einmal recht typisch für Carlsens Art zu spielen. Ihm ist es gelungen, den Doppelturm auf dem Brett zu halten und sich damit die minimale Siegchance zu erhalten.
 
46. ... Tg3
 
Anand entscheidet sich zunächst dafür mit dem Schach auf a8 den gegnerischen König wieder eine Reihe zurückzuziehen und dann die beiden verbleibenden Leichtfiguren zu tauschen. Der Weltmeister hat bis zur nächsten Zeitkontrolle im 60. Zug noch 27 Minuten. Carlsen spielt im Moment sehr schnell, ihm verbleiben knapp 50 Minuten.
 
44. Ta8+ Kb7 45. Txe8+ Txe4 46. e7
 
Anand schaut noch einmal sehr lange in diese Position rein, ich habe im Moment keine genauen Information über die verbrauchte Bedenkzeit. Der wahrscheinlichste Zug ist nun wohl T1c4, um den Springer zu decken. Die meisten Berechnungen zeigen, dass sich dann das Material auf die eine oder andere Weise wegtauscht und ein Endspiel entsteht, dass die Remisbreite nicht verlässt.
 
Die von mir eben anvisierte Variante mit dem Mehrbauern im Turmendspiel wäre wohl mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf ein Remis hinaus gelaufen. Carlsen hat mit zwei Türmen die vermutlich bessere Chance, seinen Mehrbauern in einen spielentscheidenden Vorteil zu verwandeln.
 
43. Tc8 Tdd3
 
Nun steht wohl eine Vereinfachung statt. 43. Tc8 Tx8 44. Txc8 Lc6 45. Txc6 Txe4 46. e7 Txe7 47. Txe7 mit einem schwarzen Mehrbauern auf dem Damenflügel.
 
42. ... Te3
 
Carlsen kann seinen Turm nun nach e3 ziehen und dann den Freibauern auf e6 ins Visier nehmen. Der Herausforderer scheint wieder leicht im Vorteil zu sein.
 
41. ... Tf3+ 42. Kb2
 
Dieser Königsrückzug ist interessant. Anand gibt Schwarz nun die Möglichkeit mit dem Tf8 in die weiße Stellung einzudringen. Mit 41. Ke3 hätte Weiß das Feld unter Kontrolle gehabt. Auf der anderen Seite muss der Weltmeister natürlich auch die schwarze Bauernmehrheit auf dem Damenflügel im Auge haben.
 
41. Kc3
 
Doch mit den heutigen PC-Möglichkeiten geht das natürlich nicht mehr. Ich erinnere mit mich noch an ein WM-Duell zwischen Kasparov und Karpov. Alle Experten hatten die Hängestellung als Remis eingeschätzt. Doch Kasparovs Sekundanten fanden in einem Leichtfigurenendspiel in der Nacht noch einen Gewinnweg, auf den Karpov am Brett keine Antwort fand.
 
Wie in einer eigenen Partie musste ich nach Erreichen der Zeitkontrolle erst einmal eine kurze Zigarettenpause einlegen. Bis zur Dominanz der Computer im Schach wäre diese Partie nun vermutlich abgebrochen worden. Weiß hätte seinen 41. Zug in einem Briefumschlag abgegeben und das Spiel wäre morgen fortgesetzt worden.
 
Die beiden Spieler haben die Zeitkontrolle - am Ende recht locker - geschafft. Nun haben sie bis zum 60. Zug eine zusätzliche Stunde.
 
38. ... Sxd4 39.Txc7+ Ka6 40.Kxd4 Td8+
 
Der Turmrückzug war erneut eine eher passive Fortsetzung. Nun hat Anand wieder die Trümpfe in der Hand. Die c-Linie wird nun für den Weltmeister sehr mächtig. Und er hat für seine verbleibenden zwei Züge noch komfortable sechs Minuten.
 
37. Tf8 38. Sd4
 
Der Rechner sieht in Carlsen 36. Zug nicht unbedingt die beste Fortsetzung. 36. ... Td8 schien der Engine stärker. Das ist aber nun eine ziemlich verwickelte Stellung mit sehr vielen taktischen Möglichkeiten. Das weiße Abzugsschach nach c5 oder d6 steht weiter im Raum.
 
36. ... Tf4+ 37. Ke3
 
Weiß droht nun mit einem Schach auf c5 oder d6. Damit würde der schwarze Turm auf g4 hängen.
 
35. ...Txg4+ 36.Kf2
 
Anand verwickelt das Spiel weiter. Er bietet Carlsen den Bauern auf g4 mit Schachgebot an.
 
35. Se4
 
Anand kommt langsam doch in Zeitnot. Er muss seine verbleiben sechs Züge in dieser nicht leichten Stellung mit vielen grundsätzlichen Entscheidungen in weniger als zehn Minuten schaffen. Carlsen hat weiter 26 Minuten Zeit.
 
33.e6 fxe6 34.fxe6 Le8
 
Das könnte einer der Momente sein, in der sich die Partie wieder eher zu Gunsten des Herausforderer wendet. Anand muss im Moment sehr viel Zeit investieren, Carlsen antwortet fast a tempo.
 
32. Tdc1 Ld7
 
Aber die angesprochene Variante verdeutlicht, dass es sich hier nicht mehr um eine rein positionelle Partie handelt, sondern auch taktische Momente hinzukommen. Und das wird Anand ganz sicher nicht schlecht finden, er hat seine Stärken in taktischen Stellungen.
 
Carlsen fehlen weiter die aktiven Züge, Seine Figuren sind weiter auf dem Damenflügel 'gefangen. Für Anand geht es nun wirklich darum, den Plan mit e6 zu prüfen. Ich habe eben eine Variante angesprochen, in der er in ein Endspiel mit einem Mehrspringer für drei Bauern abwickelt. Das wird ihm nicht unbedingt zusagen, er wird über andere Fortsetzungen nachdenken.
 
31. ... g6
 
Carlsen hat für seine neun Züge bis zur Zeitkontrolle nun noch 30 Minuten. Anand Uhr steht derzeit bei einer Stunde und 25 Minuten.
 
Ein eher stiller Zug, er verhindert zunächst das Vorziehen des Bauers nach a4. Interessant sah 31. e6 aus. Nach 31. ... fxe6 32. fxe6 Lxe6 33. Txc6 Kxc6 34. Sd4+ Kd7 35. Sf5+ Kc8 36. Sxh4 Lxb3 hat Anand zwar eine Leichtfigur mehr, aber Schwarz auch drei verbundene Freibauern auf dem Damenflügel.
 
31. Tc4
 
Carlsen will seinen zweiten Turm aktivieren. Der Bauer will nach a4 und dann hat der Turm über die a-Linie die Chance, ins Spiel zu kommen.
 
30. ... a5
 
Die mitlaufenden Engines sehen immer noch Carlsen in einem leichten Vorteil. Aber solche Stellungen sind eben nicht eine reine Positionen, die über das Ausrechnen von Zügen funktionieren. Wer schon einmal in einer Turnierpartie am Brett saß weiß, dass es sehr unangenehm ist, in einer Verteidigungsstellung - auch wenn es keine unmittelbaren Drohungen gibt - keine wirklichen Züge zu haben. Ich würde diese Stellung lieber mit Weiß spielen.
 
Aber Anand scheint hier nicht auf meine Tipps zu hören. Er besetzt die c-Linie. Damit bindet er die eher nicht sonderlich aktiven schwarzen Figuren auf dem Damenflügel. Schwarz kann weder den König, noch den Turm oder die beiden Leichtfiguren bewegen.
 
30. Tc2
 
Carlsen blockt so die c-Linie mit seinem Springer. Gleichzeitig kann Weiß nicht über die Felder d6 bis d8 in die schwarze Stellung eindringen. Ich vermute, dass Anand nun mit einem Turm auf die e-Linie geht, um seine Bauernmehrheit auf dem Königsflügel zu unterstützen.
 
29. ... Sc6
 
Ich sprach eben von dem Druck, den Carlsen möglicherweise spürt. Der junge Norweger konnte in seinen bisherigen Karriere alle großen Turniere außer eben der Weltmeisterschaft gewinnen. Er lebte auch davon, sehr unbekümmert seine Stellungen auszureizen. Doch ausgerechnet beim Kandidatenturnier für dieses WM-Duell im Frühjahr in London zeigte der 22-Jährige Nerven. Er sah lange wie der sichere Sieger des Qualifikationsturniers aus, verlor dann aber gleich zwei der drei abschließenden Partien. Der Norweger beendete damit den Wettkampf punktgleich mit Ex-Weltmeister Wladimir Kramnik und qualifizierte sich nur aufgrund der größeren Anzahl an Gewinnpartien.
 
Carlsen ignoriert zunächst die Drohungen auf dem Damenflügel. Er versucht selbst aktiv zu werden und aktiviert seinen Turm auf der h-Linie.
 
28. ... Th4 29. Sf2
 
Nun muss sicher der Herausforderer aber dem Springer auf dem Damenflügel widmen. Ansonsten kommt Anand mit einem Turm auf die c-Linie und droht dort dem Bauern auf c7.
 
28. hxg4
 
Carlsen hat über 20 Minuten für seinen Zug gebraucht und sich erst einmal für die Vereinfachung auf dem Königsflügel entschieden.
 
27. ... hxg4
 
Carlsen hingegen wirkte gestern bei den Fragen nach dem Spiel zerknirscht. Viele Experten hatten im Vorwege prognostiziert, dass der Norweger mit seinem positionellen Spiel den Weltmeister von Beginn an unter Druck setzen wird. Das konnte er bislang offensichtlich nicht. Und das er damit unzufrieden ist, merkt man ihm an. Der öffentliche Druck bei einer solchen Weltmeisterschaft viel größer ist, als bei jedem anderen Turnier.
 
Anand sitzt auch heute sehr entspannt am Brett. Er hat im Vorwege des Turniers sechs Kilo abgenommen und wirkt sehr fit. Und wenn man ihn auf den anschließenden Pressekonferenzen erlebt, spürt man keinen Druck. Er weiß, dass er in diesem Duell der Außenseiter ist und gegen den jungen Herausforderer verlieren kann. Aber er weiß eben auch, dass er seinen Titel zuvor dreimal in Folge verteidigen konnte. Er scheint dieses Turnier in seinem Heimatland zu genießen.
 
Das ist ein eher überraschender Zug. Er verschärft zunächst nicht den Druck auf dem Königsflügel. Vielleicht plant er den Springer nach d4 zu überführen, um dort die Kontrolle über das Feld e6 zu übernehmen.
 
27. Sb5
 
Trotz einiger kritischen Momente spielen die beiden Kontrahenten recht schnell. Anand hat die ersten 25 Züge in 55 Minuten aufs Brett gebracht, hat also noch 65 Minuten bis zur Zeitkontrolle im 40. Zug. Carlsen hat bis hierhin erst 42 Minuten verbraucht. Ich behalte die Uhr im Auge und informiere Sie, falls sich das Zeitkontingent einer der beiden Spieler drastisch verkleinert.
 
26. f5 Se7
 
Carlsen versucht nun die weiße Bauernmehrheit auf dem Königsflügel anzugreifen. Ich finde, dass Anand hier gute Chance hat, seine Bauern auf der g-,f- und e-Linie in Bewegung zu setzen. Seine Türme können dieses Manöver von hinten unterstützen. Anand muss dieses kritische Stellung für sich nutzen. Gelingt Schwarz eine Vereinfachung, liegen die Chancen bei ihm.
 
25. ... h5
 
Anand konnte mit seinen Zügen den Läuferrückzug nach c8 erzwingen. Damit kann Carlsen seine Türme weiter nicht richtig verbinden, er hat aber zumindest das Feld d7 unter Kontrolle.
 
23.Sc3 Lf5 24.g4 Lc8 25. Sd3
 
Ich glaube, dass wir heute eine Partie sehen, die einer der beiden Spieler für sich entscheiden wird. Wenn es Carlsen mit seinen positionellen Fähigkeiten gelingt, seine Figuren so zu positionieren, dass die weiße Initiative nicht durchschlägt, spricht viel für ihn.
 
22. ...Kb7
 
Damit hat schwarz über dieses Manöver einen Bauern gewonnen. Carlsen hat aber dafür seine komfortable Figurenstellung im Zentrum aufgegeben, seine Türme sind auch noch nicht richtig ins Spiel. Das kann nur Anands Chance sein. Er hat eine Bauernmajorität auf dem Königsflügel, die Türme stehen mit sehr großer Macht auf der d-Linie.
 
22. f4
 
Genau so passiert es. Mit dem Vorrücken auf b4 kann schwarz die Bauernstruktur auf dem Damenflügel wieder öffnen. Über b1 kommt der Läufer wieder aus der 'Falle' heraus.
 
19.b3 c4 20.Sdc1 cxb3 21.cxb3 Lb1
 
Geschichte wiederholt sich. Carlsen nimmt tatsächlich den Bauern mit. Aber die Engines haben diese Möglichkeit auch favosiert. In diesem Fall scheint Schwarz drei Bauern für seine Figur zu bekommen. Und er hat nach 18. b3 19. c4 die Möglicheit, für Komplikationen zu sorgen.
 
18. ... Lxa2
 
Da hängt jetzt natürlich der weiße Bauer auf a2. Normalerweise darf den schwarz aber nicht mit dem Läufer nehmen, weil er dann nach b3 die Figur verlieren würde. Es gibt aber eine berühmte WM-Partie, in der das genau so passierte. In der Auftaktpartie 1972 zwischen Bobby Fischer und Boris Spassky nahm der Amerikaner genau so einen 'vergifteten' Bauern mit seinem Läufer mit. Die anwesenden Experten schüttelten schon mit den Köpfen, aber Fischer hatte tiefer in die Stellung geschaut und gesehen, dass das entstehende Endspiel mit zwei Mehrbauern gegen einen Läufer für ihn zu gewinnen war. Diese Partie gehört inzwischen zu den 'großen' Partien der Schachgeschichte.
 
17. Sd3 b6 18. Se2
 
Der Springerrückzug von Anand nach e1 kam sehr schnell aufs Brett, der Zug erschließt sich mir noch nicht ganz. Eine Idee könnte eine Umgruppierung in Richtung f4 sein, um über d5 dann in die schwarze Stellung einzudringen.
 
15. ...Le6 16. Se1 Sg6
 
Hier weicht Anand nun erstmals von der 2007er Partie ab, in der 15. Se4 folgte.
 
15. Tad1
 
Carlsen folgt weiter der Partie aus dem Jahr 2007. Er ist noch komplett in seiner Vorbereitung, hat für seine ersten 14 Züge nur sechs Minuten gebraucht. Anand hatte für seinen Zug zuvor etwas länger in die Stellung geschaut. Natürlich hat auch eher noch den Vorgänger im Kopf, manchmal entdeckt man aber auf dem Brett dann mögliche Verbesserungen.
 
14. ... c5
 
So ein Duell um die Weltmeisterschaft ist nicht nur der Kampf der beiden Kontrahenten. Beide Spieler haben eine Reihe von Sekundanten um sich gescharrt. Deren Aufgabe ist es, im Vorwege des Turniers mögliche Schwächen beim Gegner zu entdecken. Eröffnungswahl und mögliche Partieanlage werden dann darauf abgestimmt.
 
14. Td2
 
Diese Stellung ist noch nicht komplett neu. Die Datenbank weist zumindest eine Partie aus dem Jahr 2007 auf. Beim Weltcup in Khanty Mansiysk hatten die beiden Großmeister Jakovenko und Almasi exakt diese Variante auf dem Brett. Damit ist davon auszugehen, dass sowohl Anand als auch Carlsen diese Partie in der Vorbereitung analysiert haben. Vor sechs Jahren siegte Jakovenko mit Weiß in einem Leichtfiguren-Endspiel mit Springer gegen Läufer.
 
12.Lg5 h6 13.Lxe7 Sxe7
 
Mit dem Damentausch sind wie sehr früh ins Mittelspiel übergegangen. Und hier haben wir nun eine sehr typische Stellung für Carlsen. Die Engines sehen Weiß in einem leichten Vorteil. Die Figuren sind etwas besser entwickelt und die Bauernstruktur sieht gesünder aus. Aber Carlsen gelingt es genau in solchen Stellungen immer wieder, durch leichte positionelle Verschiebungen in für ihn günstige Stellungsmuster zu kommen.
 
11. Sc3 Kc8
 
Die ersten Züge spielen die Kontrahenten sehr schnell herunter. Wie befinden uns in der Berliner Verteidigung der Spanischen Eröffnung, eine derzeit sehr beliebte Spielweise in dieser Eröffnung.
 
3. ... Sf6 4.O-O Sxe4 5.d4 Sd6 6.Lxc6 dxc6 7.dxe5 Sf5 8.Dxd8 Kxd8 9.h3 Ld7 10.Td1 Le7
 
Zum ersten Mal haben wir einen richtig offenen Partiebeginn, die Spanische Eröffnung. Mir ihr hatte ich bei dieser WM auch stark gerechnet.
 
1. ... e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5
 
Anand hat in der vierten Partie wieder die weißen Steine. Wie in der zweiten Partie eröffnet er das Spiel mit 1. e4.
 
Zum vierten Mal begleite ich - Bernd Schroller - Sie gleich durch die Partie. Die vielen positiven Rückmeldungen zeigen ein Bedürfnis nach einer ausführlicheren Berichterstattung über Schach, das freut mich. Ich selbst bin nie in schachliche Dimensionen vorgestoßen, über die ich hier berichten darf. In der Jugend sagte man mir ein gewisses Talent nach, die Faulheit verhinderte dann aber eine 'Karriere'. So bin ich heute ein durchschnittlicher Vereinsspieler aus dem Hamburger Raum mit einer Vorliebe für scharfe Eröffnungen wie Königsgambit oder Sizilianisch. Journalistisch darf ich mich hier zum ersten Mal ausführlicher zum Thema Schach auslassen, ich schreibe aber auch ansonsten über die Welt des Sports mit den Schwerpunkten Fußball, Radsport und Biathlon.
Rückblick
Besonders kritisch war die Stellung im 29. Zug, als Anand einen möglichen Gewinn des Bauern b2 ausließ. In einer ersten Einschätzung nach der Partie habe ich die starken schwarzen Bauern auf dem Damenflügel als Gewinnoption gesehen. Doch Carlsen hätte mit seinen Türmen auf der e-Linie ein gefährliches Gegenspiel starten können, dem Anand nur bei sehr korrekter Spielweise stand gehalten hätte. Dieses Risiko wollte der Inder wohl nicht eingehen.
Rückblick
Der Weltmeister hätte erneut eine dreifache Stellungswiederholung anstreben können, aber dieses Mal versuchte er seinen leichten Vorteil zu nutzen. Nach der Aktivierung der schwarzen Bauern roch es nach einer kleinen Sensation. Doch Carlsen fand die richtigen Verteidigungszüge und wickelte die Stellung dann doch in ein Remis ab.
Rückblick
Wieder fand Carlsen mit dieser im Kreis der Weltelite nicht unbedingt üblichen Variante keinen rechten Plan für seine Partie-Anlage. Der Übergang ins Mittelspiel misslang, mit einigen stillen aber sehr guten Verteidigungszügen und ersten Nadelstichen trieb Anand die weiße Dame über das Brett und zwang sie auf das Eckfeld h1.
Rückblick
Diese Eröffnung ist eigentlich theoretisch recht weit ausdiskutiert. Doch Anand kam wie schon in der ersten Partie auf das Motiv zurück, von sich aus das Zentrum aufzulösen und auf c4 den Bauern zu tauschen.
Rückblick
Und das Momentum lag dabei – und das ist natürlich ein Stück weit überraschend – auf Seiten Anands. Carlsen eröffnete wie in der Auftaktpartie mit Sf3. Doch diesen Mal ging der Norweger der Grünfeld-Indischen-Verteidigung aus dem Weg und wählte mit 3. c4 das Reti-System.
Rückblick
Nun sind auch die Spieler in dieser Weltmeisterschaft angekommen. Nach zwei schnellen technischen Remisabschlüssen in den ersten beiden Partien lieferten sich Carlsen und Anand gestern ein ersten richtigen Kampf um den ganzen Punkt.
vor Beginn
Hallo und ein Herzlich Willkommen zur Schach WM 2013!
Ticker-Kommentator: Bernd Schroller
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 4.O-O Sxe4 5.d4 Sd6 6.Lxc6 dxc6 7.dxe5 Sf5 8.Dxd8 Kxd8 9.h3 Ld7 10.Td1 Le7 11.Sc3 Kc8 12.Lg5 h6 13.Lxe7 Sxe7 14.Td2 c5 15.Tad1 Le6 16.Se1 Sg6 17.Sd3 b6 18.Se2 Lxa2 19.b3 c4 20.Sdc1 cxb3 21.cxb3 Lb1 22.f4 Kb7 23.Sc3 Lf5 24.g4 Lc8 25.Sd3 h5 26.f5 Se7 27.Sb5 hxg4 28.hxg4 Th4 29.Sf2 Sc6 30.Tc2 a5 31.Tc4 g6 32.Tdc1 Ld7 33.e6 fxe6 34.fxe6 Le8 35.Se4 Txg4+ 36.Kf2 Tf4+ 37.Ke3 Tf8 38.Sd4 Sxd4 39.Txc7+ Ka6 40.Kxd4 Td8+ 41.Kc3 Tf3+ 42.Kb2 Te3 43.Tc8 Tdd3 44.Ta8+ Kb7 45.Txe8 Txe4 46.e7 Tg3 47.Tc3 Te2+ 48.Tc2 Tee3 49.Ka2 g5 50.Td2 Te5 51.Td7 Kc6 52.Ted8 Tge3 53.Td6+ Kb7 54.T8d7+ Ka6 55.Td5 Te2+ 56.Ka3 Te6 57.Td8 g4 58.Tg5 Txe7 59.Ta8+ Kb7 60.Tag8 a4 61.Txg4 axb3 62.T8g7 Ka6 63.Txe7 Txe7 64.Kxb3