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2. Verbände kritisieren Zielvereinbarung
Datum: 10. August 2012, 17:57 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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Verbände kritisieren Zielvereinbarung

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Thiel hat als Präsidentin des Deutschen Schwimmverbandes zudem die größte Pleite seit 1932 zu verantworten. Wie vor 80 Jahren waren die Stars um Britta Steffen und Paul Biedermann im Becken ohne Medaille geblieben. Anvisiert worden waren acht Medaillen, davon zwei aus Gold.

Verbände kritisieren Zielvereinbarung

Bereits vor der Veröffentlichung gab es aus den Verbänden Kritik an den Zielvereinbarungen. Es habe harte Diskussionen statt offener Gespräche gegeben, sagte Frank Hensel, Generalsekretär des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Konkrete Medaillenpläne seien seiner Ansicht nach unrealistisch. "Wir haben die Zielvereinbarung letztlich unterschrieben, damit wir handlungsfähig bleiben. Wir hatten keine andere Wahl", betonte Hensel in einem Zeitungsinterview.

Damit unterstrich er die intern erhobenen Vorwürfe anderer Verbandsfunktionäre, sie hätten sich zu den viel zu optimistischen Zielen teilweise zwangsverpflichtet gefühlt. "Vor allem dann, wenn es darum ging, das Medaillenziel zu definieren. Da sind die hohen Vorgaben des DOSB mit einem etwas größeren Realismus seitens der Sportverbände zusammengeprallt", so Hensel. Zum Vergleich: Das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig hatte für London 54 Medaillen (15-19-20) prognostiziert.

Ruf nach Reformen im deutschen Sport werden lauter

Angesichts dieser Diskussionen verwundert es nicht, dass Der Ruf nach Reformen für den Spitzensport immer lauter werden. Weil das deutsche Team vor den letzten Entscheidungen auf Peking-Niveau liegt, fühlt sich Minister Friedrich sogar bestätigt. "Wir sind in vielen Sportarten gut aufgestellt, haben in vielen Sportarten Medaillen gewonnen, und ich glaube, das ist auch Tradition in Deutschland, sich so breit aufzustellen", so der CSU-Politiker im ZDF-Morgenmagazin. Er sei mit dem Abschneiden "nicht unzufrieden".

Mancher Sportler und Funktionär wird die Schlussfeier am Sonntag mit einem anderen Gefühl verlassen. Im globalen Wettstreit fühlen sich viele im Nachteil. "Wir setzen in Deutschland eher auf die duale Karriere, aber gerade die duale Karriere ist eher kontraproduktiv. Die Belastung der Athleten wird falsch eingeschätzt", klagte Diskus-Olympiasieger Robert Harting in der ARD.

Mit seiner Forderung nach mehr Geld und anderen Strukturen steht der Berliner nicht alleine da. Das meiste Geld in das Spitzensport-System steuert Friedrichs Ministerium mit rund 130 Millionen Euro bei. Die Bundeswehr lässt sich seine Sportsoldaten zusätzlich rund 30 Millionen Euro kosten, von der Deutschen Sporthilfe kamen über die Jahre insgesamt 14,3 Millionen Euro dazu.

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