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Shun Fujimoto: Landung mit gebrochener Kniescheibe
Wie bringt man es zu solchen Erfolgen? Natürlich vor allem mit Fleiß, aber auch mit Härte gegen sich selbst. Die zeigte im selben Jahr auch Kunstturner Shun Fujimoto, der vielleicht härteste Kunstturner aller Zeiten. Der hatte bei einer Bodenübung eine Fraktur der Kniescheibe erlitten. Normalerweise hätte er den Wettkampf beenden müssen. Doch die japanische Mannschaft brauchte im Kampf um Teamgold jeden Punkt gegen Russland. Also verheimlichte er seinen Kollegen die Verletzung. Shun biss auf die Zähne, kämpfte sich durch die restlichen zwei Übungen, stand seinen Abgang von den Ringen mit Schraube trotz kaputten Knies ohne mit der Wimper zu zucken und rettete Japan Gold.
Kerri Strug: Mit kaputten Bändern zur Ikone
Eine ähnliche Geschichte sollte sich 20 Jahre später in Atlanta erneut zutragen. Im Damen-Teamwettbewerb kämpften Russland und die USA Kopf an Kopf um Gold, die Entscheidung musste im abschließenden Sprung fallen. Der Erfolg der USA hing von Dominique Moceanu und Kerri Strug ab. Moceanu hatte gepatzt, daher hing alles an Strug, die sich während des ersten Versuchs eine schmerzhafte Bänderverletzung im Knöchel zugezogen hatte. Doch wie Fujimoto biss auch sie auf die Zähne. Mit bandagiertem Gelenk und schmerzverzerrtem Gesicht stand sie ihre Sprung und sank dann weinend auf der Matte nieder. Ihre 9,712 hatte den USA Gold und ihr den Status einer nationalen Ikone gesichert.
Greg Louganis: Brett am, nicht vorm Kopf
Dafür hat es für den von Schicksalsschlägen und Diskriminierungen arg gebeutelten Greg Louganis nie ganz gereicht. Doch der von griechischen Einwanderern in die USA adoptierte Sohn schwedisch-samoanischer Eltern ließ sich nie unterkriegen und wurde so zum überragenden Wasserspringer der 80er Jahre. Nach Silber in Montreal und zwei Goldmedaillen in Los Angeles war er als Favorit nach Seoul gefahren, wo er seinen härtesten Wettkampf zu bestehen hatte. Louganis war in den Vorkämpfen mit dem Hinterkopf auf das Brett geknallt und hatte eine Platzwunde erlitten, die mit fünf Stichen genäht werden musste. Mit dröhnendem Schädel stand er nur 35 Minuten später wieder auf dem Brett, überstand die Quali und gewann am folgenden Tag die Goldmedaille.
Dick Fosbury: Ein Flop, der zum Hit wurde
Louganis hätte sich bei diesem Unfall auch den Hals brechen können. Das hatten viele Zuschauer auch 1968 in Mexico-City befürchtet, als ein junger Mann während der Hochsprung-Konkurrenz plötzlich nicht wie eigentlich in den Sechszigern üblich bäuchlings im Straddle, sondern rückwärts die Latte zu überqueren. Dick Fosbury hatte einen neuen Sprungstil kreiert, der ihn über die 2,24 Meter und damit zum Olympiasieg trug. Nebenbei hatte der Amerikaner eine Revolution in seiner Sportart losgetreten, die das Gesicht des Hochsprungs verändern sollte. In den nächsten Jahren löste sein Fosbury-Flop den Straddle als beherrschende Technik an.





