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Olympia: Ort des politischen Protests
Apropos Revolution, die Olympischen Spiele werden auch immer wieder von Sportlern genutzt, um auf Misstände in Politik und Gesellschaft aufmerksam zu machen. Die Australierin mit Aborigine-Wurzeln Cathy Freeman, Symbolfigur der Olympischen Spiele 2000 in Sydney, bejubelte ihren 400 Meter-Olympiasieg mit der australischen und der Aborigine-Flagge als Zeichen der Völkerverständigung. Dafür hatten auch die amerikanischen 200 Meter-Sprinter Tommi Smith (Gold) und John Carlos (Bronze) bei der Siegerehrung 1968 in Mexico-City demonstriert. Während die Nationalhymne erklang reckten sie eine schwarz behandschuhte Faust in den Nachthimmel, ein stiller Protest für mehr Bürgerrechte der Schwarzen in den USA, den sie allerdings später mit der Suspendierung durch das NOK der USA bezahlen mussten.
Das Blutspiel von Melbourne
Nicht alle Proteste verliefen unblutig. In Peking 2008 trat der kubanische Taekwondo-Kämpfer Angel Valodia Matos einen Schiedsrichter aus Wut über seine Disqualifikation einfach um und fügte ihm eine blutende Kopfverletzung zu. Noch brutaler war das als "Blutspiel von Melbourne" in die Geschichte eingegangene Wasserball-Halbfinale zwischen Ungarn und der UdSSR. Unter dem Eindruck des 1956 von den Sowjets mit Waffengewalt niedergeschlagenen Aufstands in Budapest, wurde das Match kurzerhand zum Stellvertreterkrieg. Beleidigungen, Hiebe und Tritte flogen hin und her. Der negative Höhepunkt war erreicht, nachdem Ervin Zádor seinen Gegenspieler Valentin Prokopov beleidigt hatte und dieser ihm seine Faust ins Gesicht drückte und das Blut aus einer klaffenden Wunde ins Wasser des Beckens tropfte. Tumultartiger Aufruhr auf den Rängen führte zum Abbruch der Partie, Ungarn wurde zum Sieger erklärt und gewann am Ende auch Gold.





