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Europameister Bernhard Dietz hatte den Schuldigen für die Niederlage schnell ausgemacht: "Wir haben uns mit unserer Aufstellung selbst geschlagen. Das war ein Eigentor von Löw. Das hat mich geärgert. Warum hat er wieder umgestellt? Dadurch hat das Team total den Faden verloren. Für Lothar Matthäus hingegen war der Gegner einfach ein Stück besser: "Italien hatte die reifere Spielanlage. Die Italiener waren einfach besser. Über die gesamte Spielzeit waren die Italiener reifer, abgeklärter, abgezockter. Man muss jeder Mannschaft Niederlagen zugestehen. Ich bin als Deutscher sehr traurig, wenn man wieder im Halbfinale so kurz vor dem großen Ziel ausscheidet.Löw: Kleinigkeiten haben gefehlt
Der mit einem Vertrag bis zur WM 2014 ausgestattete Löw wirkte völlig überrascht, dass sogar nach seiner Zukunft als Bundestrainer gefragt wurde, obwohl doch nur ein Spiel verloren war, aber zuvor vier bei dieser EM gewonnen wurden. "Im verlorenen WM-Halbfinale 2010 gegen Spanien war es ein Eckball mit Kopfballtor. Jetzt hat bei den zwei Toren eine Kleinigkeit gefehlt", meinte der DFB-Chefcoach spürbar irritiert von der heftigen öffentlichen Diskussion. "Dieser Schaden wird auch vergehen. Da wird jetzt nicht alles auf den Kopf gestellt", hatte Löw schon kurz nach dem Ausscheiden gemeint.
"Die Mannschaft hat sich nach vorne gearbeitet", betonte Löw zurecht. Er hat sich und seine Fußball-Philosophie im Streben nach Perfektionismus und dem Außergewöhnlichem vielleicht auch ein Stück zu sehr überhöht. Stammkräfte, Anführer, Hierarchie, Erfahrung und Cleverness gehören auch im modernen Fußball zu den Anforderungen, wenn der große Wurf gelingen soll. "Ich bin mir nicht sicher, wann die Aufarbeitung stattfindet. Ein bisschen wird es schon brauchen", sagte Löw.





