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Das läuft schlecht beim Hamburger SV
Die Entwicklung stimmt also, trotzdem sollten die zehn Punkte nicht zu viel Elbsand in die Augen streuen. Denn van der Vaart und Co. haben noch eine Sache mitgebracht: Das Glück. Hätte Adler gegen 96 und den BVB nicht so viele Chancen zunichte gemacht, oder wären die beiden Teams konsequenter mit ihren Gelegenheiten umgegangen, so stünde der HSV mit vier Punkten weiterhin am Tabellenende.
Bei aller Euphorie haben diese Spiele gezeigt, dass der HSV sein Spiel noch nicht über 90 Minuten durchziehen kann. Hannover schoss als Auswärtsteam 15 Mal auf das Tor von Adler, die Dortmunder durften den Kasten sogar 26 Mal anvisieren. Laufbereitschaft, Zweikampfverhalten, Torinstinkt, all das stimmt wieder beim HSV, spielerisch und an der defensiven Ordnung muss noch viel gearbeitet werden.
Gerade die Außenbahnen mit den Paaren Dennis Diekmeier/Son sowie Marcell Jansen mit Ivo Ilicevic oder Petr Jiracek lassen sich zu schnell überlaufen, hier muss Fink in den nächsten Wochen die taktischen Hebel ansetzen. Denn der Trainer will aus einer kompakten Defensive heraus schnell nach vorne spielen. Diese Marschroute setzte sein Team in den letzten vier Spielen um, ließ den Gegnern dafür aber zu viele Räume. Selbst in Fürth hätte der HSV dafür bestraft werden können, doch der Aufsteiger wusste mit seinen Freiheiten einfach nichts anzufangen.
Ein weiteres Problem ist die fehlende Tiefe im Sturm. Artjoms Rudnevs bewies zuletzt zwar einen Aufwärtstrend, sein Vertreter Marcus Berg konnte seine Bundesliga-Tauglichkeit aber immer noch nicht unter Beweis stellen.
Über Financial Fairplay wollen wir an dieser Stelle gar nicht sprechen, auch wenn Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen nicht zu Unrecht den Wettbewerbsnachteil anderer Mittelfeld-Teams in der Bundesliga anprangerte: "Es ist für uns enttäuschend, dass Vereine am Ende sportlich vor uns stehen, die auf ein negatives Eigenkapital noch Kredite packen", sagte Bruchhagen vor dem direkten Duell in der Bundesliga, das die Eintracht 3:2 gewinnen konnte.
Unabhängig von der Fairness gegenüber der Konkurrenz setzen sich die Hamburger mit den vielen Investitionen sportlich unter Druck, denn wenn nicht in diesem Jahr, so wird der HSV spätestens in der kommenden Saison die Rückkehr in das internationale Geschäft schaffen müssen. HSV-Boss Carl-Edgar Jarchow bestätigte bereits, dass die Hamburger trotz der Investitionen von Mäzen Klaus-Michael Kühne tief in die roten Zahlen rutschen werden. Vor der Saison sollte noch ein Neuaufbau eingeleitet werden, dieser Pfad wurde wieder verlassen und erhöht den Druck - was auf lange Sicht nicht leistungsfördernd sein wird.
Fazit
Der HSV ist noch weit davon entfernt, ein Spitzenteam zu sein. Das nicht vorhandene Geld wurde in die richtigen Spieler investiert, im Kader sind aber noch zu viele Lücken. Im Moment scheinen die Abläufe trotz der vielen Neuzugänge zu stimmen, ein genauer Blick auf die siegreichen Spiele offenbart aber noch viele Abstimmungsprobleme.





