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Von: Michel Massing
Datum: 22. Juni 2012, 07:57 Uhr
Format: Artikel
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Das griechische Spiel

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Erst einmal untermauert diese Statistik den taktischen Trend, dass die optische Überlegenheit, Dominanz und Ballkontrolle nicht das Entscheidende ist, sondern die Qualität der Torchancen. Gemeint ist damit, dass gerade spielerisch unterlegene Teams den Gegner durchaus zu Chancen kommen lassen, aber kontrollieren, wo der Gegner zu Chancen kommt (Fernschüsse, Halbfeldflanken) und so die Qualität der Möglichkeiten niedrig halten.

Die Griechen scheinen genau jenem Trend, der Roberto Di Matteo gegen Barca und Bayern bestehen ließ, nachzueifern. Warum das griechische Team dennoch nicht mit Chelsea zu vergleichen ist, werden wir in diesem Artikel noch thematisieren.

Das griechische Spiel

Das antike Griechenland wird als die kulturelle Wiege Europas begriffen und auch die olympischen Spiele der Antike haben ihren Ursprung in Griechenland. Die Wiege des modernen Offensivfußballs findet man im sonnigen Athen dagegen wohl nicht. Deshalb ist der "Hellas“-Stil aber noch lange nicht als griechisch-römisch abzutun. Das Team von Trainer Fernando Santos spielt nominell im 4-3-3-System, was sich realtaktisch eher als 4-4-1-1 ausweist.

Die zwei Viererketten stehen dabei meist tief und eng, es wird größtenteils äußerst passiv verteidigt. Dadurch entsteht die für unterlegene Teams leider geile "Hinhalte-Taktik zur Chancenqualitäts-Entschärfung“ (spielverlagerung.de). Die Stärken der Griechen liegen in ihrem robusten physischen Spiel, im guten Flankenspiel und die Kopfballstärke lässt sie bei Standardsituationen zur Gefahr werden. Auch Jogi Löw sah Griechen, die einen "dynamischen und defensiv sehr guten Eindruck gemacht haben", und zudem "gefährlich kontern".

Die individuelle Klasse der Griechen

Die Abwehr der Griechen ist vor allem in der Zentrale gut besetzt, der Schalker Kyriakos Papadopoulos (sportal.de-Noten: 3/3/2,5) wirkt immer sicherer. Sokratis von Werder Bremen ist ebenfalls ein sehr verlässlicher Innenverteidiger (4/3,5). Kostas Katsouranis ist in der Defensive flexibel einsetzbar, Giannis Maniatis (3/4,5/ 3,5) ist ein lauf- und zweikampfstarker Abräumer vor dem Strafraum.

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