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Balotelli: Idiotische Aktionen contra große sportliche Taten
Solche idiotischen Aktionen und vor allem sein oftmals phlegmatisches Trainingsverhalten haben schon Trainer wie José Mourinho und Roberto Mancini zur Verzweiflung und zur Weißglut gebracht. Und sie übertünchten in der öffentlichen Wahrnehmung sein riesiges sportliches Talent und seine große Leistungen, die er bezeichnenderweise oft direkt auf einen Skandal folgen lässt. Trotz seiner erst 21 Jahren hat er bereits 39 Tore in 99 Erstligaspielen für Inter Mailand und Manchester City erzielt, drei Landesmeistertitel und die Champions League gewonnen.
"Er besitzt ohne Zweifel alle Charakteristika, um ein ganz Großer zu werden", hatte Nationaltrainer Cesare Prandelli großer Förderer und Mentor Balotellis schon vor gut anderthalb Jahren im Interview mit sportal.de erklärt, dann aber nachgeschoben: "Nur, wenn er sein Benehmen korrigiert, das sein großes Talent leider manchmal überschattet, wird aus ihm etwas." Trotz aller Negativschlagzeilen und trotz kritischer Stimmen und Widerstände in Italien hat Prandelli fast väterlich immer an seinem Problemkind festgehalten. Die Tore gegen Irland und Deutschland sowie die insgesamt starke und vor allem mannschaftsdienliche Spielweise bei der EM waren Marios Dank.
Ist Balotelli tatsächlich gereift?
Und dann noch dieser stille Protest. Lag es nur daran, dass er sich zusammenriss, weil seine Pflegemutter gegen Deutschland im Stadion war. Sie hatte ihn aufgezogen, nachdem seine leiblichen Eltern in einem Krankenhaus zurückgelassen hatten. Ihr widmete er beide Tore und ließ sich nach Abpfiff liebevoll über den Iro streichen.
Lag es also an der Mama, oder erleben wir bei dieser EM vielleicht sogar den Wandel zu einem neuem reiferen Balotelli? Einem Erwachsenen, der ab sofort hauptsächlich Taten auf dem Fußballplatz für sich sprechen lässt? Prandelli ist überzeugt davon. "Balotelli ist ein einzigartiger Spieler und seine Karriere beginnt erst jetzt, erklärte der Coach nach Schlusspfiff im TV-Interview und nährt damit die Hoffnung auf weitere Geniestreiche im Finale gegen Spanien.
Dort guckt dann nicht nur die Mutter, sondern auch der Vater im Stadion zu - und dem versprach Balotelli schon mal vorab vier Tore. So ganz kann er die lauten Töne offenbar doch nicht lassen. Aber wenn er wieder Taten folgen lässt, wird ihm das in Italien wohl keiner wirklich übel nehmen.
Malte Asmus





