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Datum: 14. Mai 2010, 22:30 Uhr
Format: Artikel
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Torlos in Ingolstadt

Kai Bülow, Hansa Rostock, FC Ingolstadt, Steffen Wohlfarth
Rostocks Kai Bülow erschrickt sich hier über einen Kopfball von Steffen Wohlfarth

Einen Tag vor dem Pokalfinale sah sportal.de die Schattenseite des deutschen Fußballs beim 1:0 von Ingolstadt gegen Rostock.

In einem der schlechtesten Spiele der jüngeren Fußballgeschichte gewann der FC Ingolstadt das Relegationshinspiel der 2. Liga gegen Hansa Rostock mit 1:0. Hoffnung gibt es aber für keines der beiden Teams, wie sportal.de findet.

Nach den Vorfällen von Düsseldorf, wo Hansa-Fans zweimal eine Spielunterbrechung erzwungen hatten, fand das Relegationshinspiel vor leerem Gästeblock statt, sodass noch eine weitere Seite des mit "Stadion" nicht richtig umschriebenen Ingolstädter Sportplatzes keine Profifußballatmosphäre verströmte. Die Edelfans auf dem Balkon des an ein Tennis-Clubheim gemahnenden Gebäudes hinter einem Tor ließen sich aber keinen Widerwillen anmerken, und auch das in Deutschland mittlerweile handelsübliche Häufchen Ultra-Fans sang routiniert vor sich hin.

Hatten wir gestern noch den Augsburger Fans mangelnde Erstligatauglichkeit attestiert, weil der halbe Auswärtsblock im wichtigsten Spiel ihrer Clubgeschichte leer blieb, so hätte diese Art der Kritik auf den FC Hansa sicher nicht zugetroffen. Hier ist das Problem eher, dass viele Fans ihren Club etwas zu sehr unterstützen (oder ihm eher schaden, wenn man es neutral betrachtet).

Das Rätsel des Tuja-"Stadions"

Dass Ingolstadt keine Stadt des Profifußballs ist, wird sich zumindest atmosphärisch ab dem Sommer ändern. Dann ist nämlich der sogenannte Audi Sportpark fertig, in den die Schanzer umziehen wollen. Warum man einen Ground, der kein Stadion ist, "Stadion" nennt, und einen, der eins ist, lieber "Sportpark", bleibt allerdings das Geheimnis der Marketingexperten in der Donaustadt. Lange jedenfalls werden die örtlichen Rettungssanitäter wohl nicht mehr ihre Ambulanzwagen direkt bis hinter die Bande fahren können, um Fußballspiele wie im Autokino zu verfolgen.

Aber kommen wir zum Sportlichen. FCI-Trainer Michael Wiesinger brachte gegenüber dem 1:1 gegen Sandhausen, das den Relegationsplatz gesichert hatte, drei neue Spieler in die Startelf. Ralf Keidel, der zuletzt gesperrte Routinier, der einst sogar in Newcastle aktiv war, sowie die wieder genesenen Andreas Buchner und Malte Metzelder ersetzten Patrick Mölzl, Robert Fleßers und Fabian Gerber.

Ein Sieg in Düsseldorf hätte Rostock zum Klassenerhalt gereicht. Es wurde, auch unter dem Eindruck der Behinderung durch die eigenen Fans, ein 1:3. Im Vergleich zu dieser Niederlage hatte Marco Kostmann seine Mannschaft auf zwei Positionen verändert. Kevin Schlitte und Mario Fillinger kamen für Dexter Langen und Kevin Pannewitz.

30 Minuten Horrorfilm

Was das Spielgeschehen in der ersten halben Stunde angeht, so wollen wir es uns einfach machen, und nur die Szenen beschreiben, die eines Zweitligaaufsteigers würdig waren. Die gab es nämlich nicht. Die Nervosität auf dem Rasen und die mangelnde Stimmung auf den Rängen ergaben ein völlig zerfahrenes Spiel, das von Ballverlusten im Spielaufbau und ungenauen Zuspielen in die Spitze ebenso geprägt war wie von Schüssen aus der zweiten oder dritten Reihe, die jedoch mangels Tribünen hinter den Toren immerhin niemanden verletzen konnten.

Wer erst in der 30. Minute seinen Krankenwagen hinter einem der Tore geparkt hätte, der hätte wirklich nichts verpasst - außer einer recht harten Verwarnung nach vier Minuten gegen Kevin Schlitte, die den Ruf Peter Gagelmanns als "Ostfußballmanschafts-Hasser" (Hansa-Forum) nicht entkräftete. Diese Verwarnung, kombiniert mit weiteren Problemen Schlittes gegen den aktiven Buchner, führte zur Auswechslung des Rostockers nach nur 35 Minuten. Langen kam dann rechts in die Mannschaft, hatte Buchner aber auch nicht gerade im Griff.

Den ersten Angriff, der diesen Namen verdiente, zeigte der etwas weniger schlechte FC Ingolstadt, als Stefan Leitl rechts bis zur Grundlinie ging und den Ball in die Mitte gab, wo Moise Bambara das Leder nur knapp verfehlte. Dann gab es da noch einen Kopfball von Metzelder, der immerhin zur einzigen Ballberührung von Alexander Walke vor dem Pausenpfiff führte. Was das ausbleibende Pfeifkonzert zur Pause über die Urteilsfähigkeit des Ingolstädter Publikums aussagte, darüber mögen andere urteilen, denn wir finden ja grundsätzlich positiven Support lobenswert. Die Kulisse im Tuja-"Stadion" hatte jedoch mit Ausnahme einer von einem Kind geblasenen Vuvuzela mehr von Apathie als von frenetischer Unterstützung der eigenen Mannschaft.

Prima, noch mehr Gelbe Karten

Nach dem Wiederanpfiff ging das ohnehin schon eher als "Kampfspiel" zu charakterisierende Match noch etwas intensiver weiter. Bis zur 55. Minute hatte es schon sechs Gelbe Karten gegeben, davon drei durch den schnellen Buchner herausgeholt - gegen Schlitte, Kevin Schöneberg und Langen, also die gesamte rechte Seite des FC Hansa.

Die erste Torchance für Rostock ließ dann nach 56 Minuten Helmut Schulte ins Grübeln kommen. Der Manager des FC St. Pauli steht kurz vor der Verpflichtung von Fin Bartels. Der Stürmer wurde in dieser Szene von Langen geschickt und schoss dann aus vollem Lauf, wohl gemerkt ohne Einwirkung eines Gegenspielers, aus acht Metern einige Meter neben das Tor. Er hatte beim Schuss die Balance verloren.

Was in der 62. Minute passierte, wäre, wir wollen es nicht verhehlen, in jedem Bundesligaspiel auf dem Fußboden des Schneideraums gelandet. Wir dürfen aber nicht wählerisch sein und berichten Ihnen so, wie Buchner von links in die Mitte zog, und eine Art Schuss aufs Tor abgab. Gefährlich? Sagen wir es mal so: Walke kniete schon eine Zeit lang in Erwartung des Balles, als das Leder endlich seine Hände erreichte.

Das Goldene Tor? Von der Plauze durch die Beine

Das ist deshalb so interessant, weil die nächste Szene, in der Walke einen Ball aufs Tor bekam, mit dem 1:0 endete. Das war in der 73. Minute, als Moritz Hartmann in seiner einzigen guten Szene den Ball von rechts vors Tor flankte, wo Steffen Wohlfarth das Leder an den Bauch bekam. Von der Plauze des Stürmers sprang der Ball durch die Beine des Rostocker Keepers über die Torlinie.

Ein Tor, das in seiner Groteskheit das einzige war, was dieses Spiel verdient hatte. Fünf Minuten später ging dann Fabian Gerber über links in den Strafraum und zog aus spitzem Winkel ab. Diesmal parierte Walke sehr gut.

Es folgten noch 15 Minuten Zittern, Bangen, und Bälle in die Gegend treten, dann waren 7.500 Insassen des Tuja-Stadions erlöst und durften zu ihren Familien zurückkehren.

Das sportliche Fazit? Hansa Rostock hat kein Zweitliganiveau. Ingolstadt aber eigentlich auch nicht. Das Rückspiel am Montag könnte so spannend werden. Vielleicht ja sogar ein Fußballspiel.

Daniel Raecke