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Die Lehren aus Portugals Leistung im Halbfinale
Portugal hat im Halbfinale vieles, aber eben nicht alles richtig gemacht. Durch das hohe Verteidigen, zeitweise standen nur die beiden portugiesischen Innenverteidiger nicht in Spaniens Hälfte, wurde die Furia Roja über weite Strecken zu einem untypischen Spielaufbau gezwungen. Xavi, Xabi Alonso und Sergio Busquets wirkten einerseits müde, andererseits stellte das portugiesische Mittelfeld viele Passwege zu. Auch die Viererkette stand gut, Spanien kam nur ganz selten zu guten Torchancen.
Es gibt demnach verschiedene Möglichkeiten, das spanische Spiel zu stören. Was das Halbfinale aber gezeigt hat, ist die Tatsache, dass ein Sieg gegen Spanien nur mit eigenen offensiven Ambitionen möglich ist. Klar, wer in einem EM-Halbfinale mit einem Stürmer namens Hugo Almeida antreten muss, ist arg gebeutelt. Aber Paulo Bento wurde ja nicht zu diesem Schachzug gezwungen, besser wäre es sicher gewesen, Cristiano Ronaldo in die Sturmmitte zu ziehen.
Diese Sorgen hat Italien nicht, Mario Balotelli ist mittlerweile in Bestform, Antonio Cassano an Schlitzohrigkeit kaum zu übertreffen und mit Antonio di Natale steht auch noch ein erstklassiger Joker zur Verfügung, der im Gruppenspiel gegen Spanien das Führungstor erzielen konnte.
Spaniens Trumpfkarten: Die Defensive und der starke Kader
Ist Spaniens Spiel nun schön oder langweilig? Kann man sich an 70 Prozent Ballbesitz und der hohen Passquote erfreuen? Über das Spiel der Spanier wird derzeit viel gestritten, für die Freunde des Spektakels bietet der Titelverteidiger einfach zu wenig. Aber es gibt auch die Kehrseite, denn Spanien ist seit neun (!) K.o.-Spielen bei Welt- oder Europameisterschaften ohne Gegentor.





