Bastian Schweinsteiger kritisierte die Stimmung während der EM, Uli Hoeneß die Kuschelatmosphäre beim DFB und Joachim Löw Linksverteidiger Marcel Schmelzer - 90 starke Minuten und sechs Tore in Irland reichten aus, um den Sport wieder in den Fokus zu rücken.
Intern waren die ganzen Diskussionen bei der Nationalelf sowieso kein Thema, während die Medien solche verbalen Scharmützel natürlich gerne aufgreifen. Auf der Pressekonferenz vor dem nächsten WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden griff Kapitän Philipp Lahm noch einmal die Kritik von Schweinsteiger auf und erklärte seine Sicht zu diesem Thema.
"Wenn das ein Spieler wie Bastian sagt, müssen alle die Ohren aufmachen und sich hinterfragen", erklärte der Münchner. "Bastian Schweinsteiger ist ein erfahrener Spieler. Dass er sich mal kritisch äußert, ist ganz normal und wichtig", betonte Lahm. Thema abgehakt!
Schweden: Taktisch clever und Ibrahimovic
Die Konzentration gilt dem Spiel gegen Schweden, dem vermeintlich stärksten Gegner in der WM-Qualifikation. Daran ändert auch der enttäuschende Auftritt der Skandinavier beim 2:1 auf den Faröer Inseln nichts. Philipp Lahm, der nach seiner Gelb-Sperre wieder mitwirken darf, weiß, was die Schweden stark macht. "Es ist ein Gegner, der sehr geordnet spielt und taktisch clever ist. Deshalb ist es ein gefährlicher Gegner mit einem Topstürmer Zlatan Ibrahimovic", warnte der Kapitän.
Bei aller taktischen Cleverness hängt die Stärke der Schweden aber vor allem von der Lust und Laune von Ibrahimovic ab. Der Superstar, der mit geschätzten 168 Millionen Euro, seine bisherigen Vereine so viel Ablöse gekostet hat, wie kein anderer Spieler der Welt, schwankt gerne mal zwischen Genie und Wahnsinn. Kritiker bemängeln seine Arroganz, seinen Eigensinn und die fehlende Teamfähigkeit, unbestritten ist seine fußballerische Klasse. Ibrahimovic schießt beidfüßig hart und präzise, verfügt über eine großartige Technik und weiß sich im Zweikampf zu behaupten.
Neuer erwartet mehr Arbeit
Mit diesen Fähigkeiten stellt er für jeden Gegner immer eine Gefahr dar. Das weiß auch Deutschlands Keeper Manuel Neuer. "Ich gehe davon aus, dass ich ein bisschen mehr gefordert werde", erklärte er. "Wir wollen viele Tore erzielen und das Spiel gewinnen. Wir werden aber mit Sicherheit defensiv mehr gefordert werden", betonte Neuer.
Personell könnte Bundestrainer Joachim Löw im Vergleich zum Irland-Spiel zu einer Änderung gezwungen werden. Sami Khedira plagt sich mit einer Muskelverhärtung im Oberschenkel herum und konnte nicht trainieren. Gut möglich, dass für ihn Toni Kroos in die Anfangsformation rückt.
Spiel in Berlin noch nicht ausverkauft
Bis zum Sonntag waren übrigens erst knapp 66.000 der 72.000 verfügbaren Tickets für die Partie im Berliner Olympiastadion verkauft, teilte der DFB mit. Deutschland führt die WM-Qualifikationsgruppe C mit der makellosen Bilanz von neun Zählern vor den Schweden (6) an, die erst zwei Partien ausgetragen haben.
