Der Fehlstart von Real Madrid ist Realität geworden! In Getafe hatte Real das Spiel 45 Minuten lang in der Hand, bevor der Außenseiter aus Madrids Vorort das Match drehte und den Meister in die Knie zwang. Real blieb somit auch im zweiten Spiel ohne Sieg.
Der FC Barcelona hatte zuvor dank eines späten Doppelpacks von Lionel Messi glücklich mit 2:1 bei CA Osasuna gewonnen. Barca hat damit nach zwei Spieltagen in der Tabelle schon fünf Punkte Vorsprung auf Real Madrid.
In einem vor allem in der zweiten Hälfte ansprechenden Fußballspiel konnte sich der FC Getafe gegen den spanischen Meister Real Madrid mit 2:1 durchsetzen. Zwar gingen die Madrilenen verdient durch ein Tor von Higuain (20.) in Führung, kassierten in der zweiten Halbzeit jedoch früh den Ausgleich.
Nach einem Freistoß war Juan Valera mit dem Kopf zur Stelle (52.) und schockte das weiße Ballett. Reals Fehlstart wurde durch das 2:1 für Getafe von Abdelaziz Barrada in der 75. Minute real. Dem Meister fiel anschließend nicht mehr viel ein und so setzte Fabio Coentrao den Schlussakzent und verdiente sich einen Platzverweis ohne eine Minute gespielt zu haben.
Özil vergibt Riesenchance
Obwohl die Königlichen von Beginn an das weitaus bessere Team waren, mussten sie bis Mitte der ersten Hälfte auf die erlösende Führung warten. Nach einem leichten Ballverlust der gastgebenden Abwehr, hatte Angel di Maria den Argentinier Gonzalo Higuain steilgeschickt, der den Ball am neuen Keeper von Getafe, Miguel Angel Moya, vorbei legte und zum 1:0 in die Maschen einschob. Von Getafe war nicht viel zu sehen, so blieb Iker Casillas im Tor der Madrilenen beschäftigungslos und durfte zusehen wie seine Mannschaft Chancen am laufenden Band vergab.
Unter anderem sorgte auch Mesut Özil, der zwar eine passable erste Halbzeit spielte, in der zweiten jedoch nicht mehr zu sehen war, für Sorgenfalten und angespannte Mienen auf den Gesichtern seines Kapitäns und von Trainer Jose Mourinho. In der 15. Minute zauberten sich Özil und Ronaldo mit einem zweifachen Doppelpass durch die gesamte Abwehr des Madrider Vorort-Clubs, doch Özil scheiterte aus fünf Metern vor dem leeren Tor in Carsten-Jancker-Manier an der Latte. Wenige Minuten später sorgte Ronaldo mit einem Freistoß, der tückisch vor dem Tor von Moya aufsetzte, für eine weitere gefährliche Situation, die erneut nicht belohnt wurde.
Unverhofft kommt oft
Erst Higuain erlöste den amtierenden Meister, der auch in der zweiten Hälfte klar das Heft in der Hand hatte. Getafe spielte nach vorne zu ängstlich, scheiterte schon im Ansatz beim Spielaufbau und versuchte es oft mit langen Bällen und Steilpässen, die von der königlichen Abwehr abgefangen wurden. Auch in der kleinen Druckphase direkt nach Wiederanpfiff bekamen die Gastgeber zwar Freistöße in Tornähe, blieben in Sachen Torgefahr zunächst aber weiterhin blass.
Umso überraschender fiel der Ausgleich in der 52. Minute. Abdelaziz Barrada brachte einen Freistoß in den Sechzehner und fand Abwehrspieler Juan Valera, der aus knapp 13 Metern den Ball versenkte und das Spiel wieder offen gestaltete. Jose Mourinho reagierte postwendend und brachte mit Karim Benzema einen weiteren Stürmer für den im Mittelfeld unauffälligen Lassana Diarra. Benzema hatte unmittelbar nach seiner Einwechslung die Führung auf dem Fuß, sein Schuss wurde im letzten Moment aber noch zur Ecke abgefälscht.
Niederlage und "Bankverweis"
Und gerade als Real wieder stärker wurde, sich vom Gegentreffer erholt zu haben schien und gewohnt den Vorwärstgang einlegte, rappelte es hinten zum zweiten Mal. Eine Viertelstunde vor Schluss plädierte Raul Albiol zurecht auf ein Handspiel von Adrian Colunga bei dessen Ballannahme, wodurch der Stürmer die Zeit hatte die Kugel in die Mitte auf den völlig freien Barrada durchzustecken, der Casillas mit einem wuchtigen Schuss überwand. Albiols Proteste, anstelle des Weiterspielens, brachten Madrid nicht nur in Rückstand, sondern ihm selbst auch noch die Gelbe Karte.
Im Anschluss bäumte sich Real Madrid nicht mehr sonderlich auf und kam zu keinen nennenswerten Chancen mehr. Trauriger und unnötiger Schlusspunkt der Partie war die Rote Karte für den auf der Bank sitzenden Fabio Coentrao, der weniger freundliche Worte losgeworden sein soll. Der Fehlstart für Madrid ist perfekt, nach dem zweiten Spieltag haben die Königlichen einen Punkt und fünf Punkte Rückstand auf den Erzrivalen aus Katalonien.
