Nach der Halbfinalniederlage der deutschen Nationalmannschaft bei der EM 2012 gegen Italien war das Echo der internationalen Presse gemischt. Die spanische El Pais schrieb: "Die Deutschen fielen ihrer Arroganz und ihrem Übermut zum Opfer. Sie dachten nur an eine Revanche gegen Spanien und vergaßen die Italiener. Von Özil war wenig zu sehen, dagegen führte Pirlo Regie in meisterhafter Manier." In England und Frankreich lag der Fokus hingegen mehr auf der Leistung Mario Balotellis. "Warum immer er? Balotelli feuert Italien ins Finale - es war die Nacht, in der Mario Balotelli sich als seriöser, erwachsener Fußballer zeigte, der die besten Gelegenheiten verwerten konnte. Angedroht hatte er das schon mehrmals, aber nie hat er es mit so viel Effizienz durchgesetzt", schrieb der Guardian. Die französische 20 minutes ergänzte: "Balotelli, der italienische Superstar - schenkt man seinem Team-Partner James Milner bei Manchester City Glauben, gibt es zwei Mario Balotellis: 'einen guten und einen schlechten'. Die Deutschen hatten kein Glück, sie sind über ein drittes Modell gestolpert: einen außergewöhnlichen Mario Balotelli." Der Expressen aus Schweden hatte gar Mitleid mit der DFB-Auswahl: "Der deutsche Fußball war noch nie so populär wie jetzt. Und der deutsche Fußball wurde noch nie so stark mit Niederlagen verknüpft wie jetzt. Aus arroganten Siegertypen sind liebenswerte Loser-Typen geworden."
