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Gleichwohl wird sich Neid Kritik gefallen lassen müssen, nicht nur wegen des umstrittenen Umgangs mit Spielführerin Birgit Prinz, die nach 214 Länderspielen ihr internationales Karriereende auf der Bank erlebte und stocksauer war. "Ich habe mich fit gefühlt und hätte gerne gespielt. Die Trainerin hat aber anders entschieden. Ich akzeptiere das", grummelte Prinz. Zuvor war sie teilnahmslos hinter den Mitspielerinnen hergetrottet, die zum Abschied ein Banner (Ein Team - Ein Traum - Millionen Fans - Danke!) durch die Arena trugen.
Popp vor Prinz
Statt der 33-Jährigen einen versöhnlichen Abschied zu bescheren, wechselte Neid in der 102. Minute Alexandra Popp für Inka Grings ein und ließ die indisponierte Celia Okoyino da Mbabi durchspielen. Für die Rekordnationalspielerin tue es ihr "sehr, sehr leid", so Neid. "Ich hätte mir gewünscht, dass wir noch zwei Spiele mehr gehabt hätten. Das ist kein schöner Abgang. Es geht aber nicht nur Birgit so, sondern auch Ariane Hingst."
Dabei hatte die Trainerin der dreimaligen Weltfußballerin bei ihrem viel beachteten öffentlichen Auftritt zwei Tage zuvor noch ein "bisschen ergriffen" gelauscht und bessere Laune bescheinigt. Mit der war es dann endgültig vorbei, selbst ein Quasi-Angebot von Zwanziger für ein Abschiedsspiel konnte Prinz' Miene nicht aufhellen. "Das ist nicht der richtige Moment, darüber zu reden. Ich bin total frustriert und mache mir keine Gedanken, ob es irgendein Abschiedsspiel gibt."
Noch schlimmer verlief der Abend für Kim Kulig. Die 21-Jährige zog sich bereits in der 4. Minute einen Kreuzbandriss im Knie zu, wie sich später bei einer Kernspintomographie bestätigte. "Das war schon ein Schock", sagte Neid.
Statt der DFB-Elf treffen nun die Japanerinnen am Mittwoch in ihrem ersten WM-Halbfinale in Frankfurt auf Schweden oder Australien. "Ich bin stolz auf meine Spielerinnen. Wenn man schon gegen den Gastgeber und Favoriten Deutschland gewinnt, hat man auch Chancen auf den Einzug ins Finale", meinte Trainer Norio Sasaki.





