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Jay-Z als IdentifikationsfigurSo blass die Franchise in ihren vorangegangenen 35 NBA-Jahren war - selbst zwei Vizemeisterschaften 2002 und 2003 änderten daran nichts - so schrill könnten die Brooklyn Nets in Zukunft werden. Dafür will Jay-Z sorgen. Der 42-jährige ist Mitbesitzer des Vereins und einer der bekanntesten Rapper der Welt. In einem Armenviertel von Brooklyn geboren hat Jay-Z mittlerweile ein Vermögen von rund 450 Millionen Dollar. Und ein Ziel: die Nets zum coolsten Sport-Team zu machen.
Als der Verein ein neues, farbiges Logo präsentierte, sprach sich Jay-Z für eine schwarz-weiße-Variante aus - und setzte sich durch. Der Musik-Mogul packte mit an, als es darum ging, elf exklusive Suiten in der neuen Arena zu kreieren - jede kostet pro Jahr 550 000 Dollar. Es sei sein Traum gewesen, ein Basketball-Team nach Brooklyn zu bringen, sagt Jay-Z, der auf seinen Konzerten stets Nets-Basecaps- oder Jerseys trägt. Shawn Corey Carter, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, gilt als der Brooklyn-Boy schlechthin.
Hier verweisen die Menschen darauf, dass sie aus Brooklyn stammen und nicht aus New York. Dieses Selbstbewusstsein haben die Marketing-Experten der Nets genutzt. Ihnen war es wichtig, klarzustellen, dass es sich beim neuen Verein zuerst um Brooklyn handelt. Der Vereinsname Nets ist zweitrangig. Ein Slogan war schnell gefunden: "Hello Brooklyn". Sämtliche Merchandise-Produkte sind so angelegt. Und somit war es leicht, neue Fans in Brooklyn zu gewinnen.
Nets hatte hier für viele die Bedeutung von Fremden, Leuten, die von irgendwo herkommen und hier nur Basketball spielen. Brooklyn indes sorgt für Identität, Heimatgefühl, Verbundenheit und Stolz. "Wir haben ganz Brooklyn hinter uns", sagt Kris Humphries.
Von den 122 Teams aus den vier großen nordamerikanischen Profiligen haben die meisten ihre Stadt im Namen, einige den gesamten Bundesstaat (Texas Rangers, Utah Jazz, Arizona Cardinals, New Jersey Devils) und die New England Patriots sogar eine ganze Region. Doch nur eine Mannschaft steht für ihren Stadtteil, in dem sie zu Hause ist - die Brooklyn Nets.





