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Wo andere Fußballer außer Bild höchstens noch den Kicker lasen, gab sich Netzer intellektuell. Eine Gruppe um Joseph Beuys wollte ihm sogar eine Professur andienen. Er ging eben überall eigene Wege, bzw. fuhr sie. So soll er mit seinem quietschgelben Ferrari einmal sogar eine Abkürzung durch einen Fahrradtunnel genommen haben, um die mit fünf Mark dotierte tägliche Wettfahrt zum Trainingsplatz zu gewinnen. Wehende Mähne, schnelle Autos. Da fehlt doch noch was? Achja, Frauen. Mit Schauspielerin Elke Sommer hatte er eine Liaison und dann gab es Kontakt nach Hollywood, der Jupp Heynckes um den Schlaf brachte. "Da telefonierte er morgens um vier Uhr mit Nancy Sinatra in den USA", erinnerte sich der Zimmergenosse laut rp-online.
Hacki Wimmer (1966-78: 366/51)
Doch ohne seinen Wasserträger hätte Netzer nie so glänzen können. Denn Wimmer war der Mann, der die mangelnde Defensivarbeit seines Spielmachers durch riesigen Einsatz wettmachte und für den Star viele Wege ging. "Laufwunder nannte man ihn in den 70ern und die Zeitungen schrieben in Anlehnung an den VW Käfer: "Er läuft und läuft und läuft.
Insgesamt lief er in 366 Bundesligaspielen für die Borussia auf, wurde fünfmal deutscher Meister, gewann den DFB-Pokal und den UEFA-Pokal, ehe der Kilometerfresser 1977 seinem hohen Pensum Tribut zollen musste. Hüftprobleme setzten seiner Karriere ein Ende.
Herbert Laumen (1962-71: 247/118 in Oberliga, Regionalliga und Bundesliga)
Wenn Laumen spielte, fiel meist ein Tor, manchmal sogar auf ihn drauf - wie im Spiel gegen Werder. Damals hatte er sich nach einem Kopfball derart unglücklich im Tornetz verfangen, dass der Pfosten brach und umkippte. "Ich musste in Deckung gehen, damit ich nicht von der Latte erschlagen wurde, schilderte Laumen später bei 11freunde.de den Vorfall, der ihm noch heute regelmäßige Interviewanfragen garantiert.
Dabei können sich auch seine sportlichen Erfolge sehen lassen. Mit 97 Buli-Toren ist er nach Jupp Heynckes der zweiterfolgreichste Torjäger der Borussen-Geschichte. Den Durchbruch hatte Laumen jedoch erst geschafft, nachdem Trainer Weisweiler ihn und Ziehsohn Vogts 1966 mit in den Familienurlaub zur WM nach England mitnahm. Auf der Reise bat Laumen den Coach, ins offensive Mittelfeld versetzt zu werden. Der Wunsch wurde erfüllt und Laumen trug mit Toren zu zwei Meisterschaften bei. Mit 27, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, musste er den Club jedoch verlassen, da Manager Helmut Grashoff ihn als zu alt für den geforderten Vierjahresvertrag erachtete.
Jupp Heynckes (1963-67; 1970-78: 283 Spiele, 195 Tore)
Osram, wie ihn einst Wolfram Wuttke wegen seiner in Stressphasen rot anlaufenden Birne nannte, überstrahlt alle anderen Borussen-Stürmer. Vielseitig, schnell, aber vor allem torgefährlich diese Attribute machten Jupp Heynckes nicht nur zum treffsichersten Borussen aller Zeiten, er rangiert in der Bundesliga-Historie hinter Gerd Müller und Klaus Fischer auf Rang drei und ist mit 51 Toren der fünfterfolgreichste Schütze in europäischen Clubwettbewerben.





