Zwei Jahre spielte Werder Bremen der Bundesliga deutlich unter den Erwartungen. Nun wurden alte Zöpfe abgeschnitten und der Reset-Knopf gedrückt. Mit einem blutjungen Kader und Risiko-Einkäufen soll der Sprung zurück in die Bundesliga-Spitze geschafft werden.
Fans und neutrale Beobachter rieben sich ob des Geschehens bei Werder Bremen in den vergangenen Monaten verwundert die Augen und fragten sich, ob man an der Weser offenen Auges ins Verderben laufen würde. Mit Claudio Pizarro (Bayern München), Tim Wiese (TSG Hoffenheim), Marko Marin (FC Chelsea), Markus Rosenberg (Ziel unbekannt), Tim Borowski (Ziel unbekannt) verließen einige Stammspieler Werder, ohne dass lange Zeit Neuzugänge in Sicht waren.
Erst in den letzten Wochen wurden die Grün-Weißen auf dem Transfermarkt richtig aktiv und holte mit Stürmer Nils Petersen (Bayern München), Innenverteidiger Assani Lukimya (Fortuna Düsseldorf), Außenverteidiger Theodor Gebre Selassie (Slovan Liberec) und Außenstürmer Eljero Elia (Juventus Turin) einige interessante Spieler. Doch kommen wir nun zu den Drei Fragen zu Werder Bremen.
Wird Werder Bremen 2017 Deutscher Meister?
Einen ähnlichen Umbruch wie vor dieser Saison erlebte man in Bremen zuletzt 1999, das Jahr, in dem Thomas Schaaf und Klaus Allofs bei Werder ihre Ämter antraten. Fünf Jahre später feierten die Hanseaten ihre vierte deutsche Meisterschaft. Sollte den Werder-Verantwortlichen dieses Kunststück erneut gelingen, so wäre nach dem Komplettumbruch diese Saison also 2017 der nächste Meistertitel fällig.
Derzeit scheint dies aber genauso unwahrscheinlich zu sein, wie ein internationaler Titel für die deutsche Nationalmannschaft, aber dass man es in Bremen mit dem Umbruch seit der Winterpause vergangene Saison ernst meint, verdeutlicht ein Blick auf das Alter der Werder-Spieler, bei denen Kapitän Clemens Fritz und Ersatztorwart Christian Vander die beiden einzigen "30er" in der Mannschaft sind. Spieler wie Niclas Füllkrug, Tom Trybull oder Florian Hartherz, die in der vergangenen Rückrunde regelmäßig zum Einsatz kamen, sind allesamt gerade 19 Jahre alt geworden.
Was Werder in den vergangenen Jahren verpasst hatte, nämlich Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in den Profikader hochzuholen, wurde nun mit aller Vehemenz nachgeholt. Wie erfolgreich dies sein wird, könnte bereits die kommende Saison zeigen oder aber es droht die dritte erfolglose Saison in Folge.
Lernt Thomas Schaaf endlich taktisch flexibler zu agieren?
In der Saison 2003/04 spielte Werder Bremen mit seiner Mittelfeldraute und dem Sturmduo Ailton und Ivan Klasnic beinahe jeden Gegner an die Wand. Trainer Thomas Schaaf war eigentlich nie gezwungen, sein Team auf den Gegner einzustellen, sondern das gegnerische Team musste zusehen, wie es mit Bremens Offensivfeuerwerk zurecht kommen würde.
Vielleicht war es diese Meistersaison, die zu Schaafs taktischer Unflexibilität geführt hat, aber in den acht Jahren seitdem wünschte sich so mancher Werder-Fan, dass sein Team endlich einmal flexibler auf den Gegner reagieren und nicht immer den gleichen Stiefel herunterspielen würde. Was nicht heißen soll, dass man in Bremen seit 1999 immer das gleiche System spielt, sondern nur, dass, wenn einmal ein System für eine Saison festgelegt, so gut wie nie davon abegrückt wurde.





