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1. Warum der Ryder Cup das beste Sportereignis der Welt ist
Von: Daniel Raecke
Datum: 01. Oktober 2012, 19:01 Uhr
Format: Artikel
Diskussion: 22 Kommentare
 
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Warum der Ryder Cup das beste Sportereignis der Welt ist

Europa, USA
Der erste Abschlag in Medinah.

Die dramatische Wende am letzten Tag des Ryder Cups, bis hin zu Martin Kaymers entscheidendem letzten Putt, wirft die Frage auf, ob es ein spannenderes, ja überhaupt ein besseres Sportereignis gibt. Wir finden: Gibt es nicht. Und hier sind die Gründe, warum das so ist.

In den meisten in den USA populären Sportarten spielt die Nationalität keine große Rolle. In den Profiligen NBA, NFL, NHL oder der Major League Baseball geht es ebenso wenig darum wie beim NASCAR-Rennen - oder eben beim Golf, in allen normalen Wochen des Jahres. Selbst bei den Major-Turnieren richtet sich die Aufmerksamkeit der Fans natürlich eher auf Tiger Woods als auf, sagen wir mal: Francesco Molinari. Aber nicht primär, weil Woods Amerikaner ist. Sondern, weil er ein Superstar ist.

Viel zu viele Amerikaner sind in den Top 20 der Weltrangliste, als dass man in den USA ein Turnier nach der Devise "Wir schauen nur auf die US-Spieler" verfolgen könnte, wie es etwa Sky in Deutschland macht, das permanent unten rechts im Bild den aktuellen Spielstand von Martin Kaymer einblendet - selbst, wenn der gar nicht mehr auf dem Platz steht oder schon ausgeschieden ist. Der Ryder Cup ist einer der seltenen Anlässe im Profisport, bei dem die Fans sich in einen "U-S-A! U-S-A!"-Rausch schreien. Auch, weil die früher fanatischeren britischen Anhänger ihre europäischen, aus dem Fußball entlehnten Gebräuche mit in den Cup gebracht haben.

Aber auch für die europäischen Golfer ist die Identifikation mit dem Event und ihrer Mannschaft extrem, und diese Verbindung hat in den letzten 30 Jahren sogar noch zugenommen, seit eine gesamteuropäische Auswahl antritt. Eine Woche vor dem Ryder Cup fand die Tour Championship der amerikanischen PGA Tour statt. Dort gibt es einen Jackpot von 10 Millionen Dollar zu gewinnen. Beim Ryder Cup verdienen die Profis gar nichts. Aber woran werden sie und die Fans sich in 20 Jahren noch erinnern?

Identifkation - mit Mannschaft und Fans, nicht mit "der Nation"

Und das Beste: Das alles hat - vor allem auf europäischer Seite - nicht das Geringste mit Nationalismus zu tun. Völlig egal, ob man für den Stabilitätspakt ist oder wie man zur Europäischen Zentralbank steht: Es ist die Auswahl der besten Golfer des Kontinents, die sich als sportliches Team verstehen und nicht die "europäische Idee" oder eine ethnische Identität repräsentieren, sondern die besten Werte des Golfs (und Sport überhaupt) verkörpern: Weltklasse in ihrem Sport, Fanatischer Wettbewerbsgeist und Siegeswille bei gleichzeitiger Fairness und Respekt gegenüber dem Gegner.

SEITE 1 VON 3:  Warum der Ryder Cup das beste Sportereignis der Welt ist
zu "Warum der Ryder Cup das beste Sportereignis der Welt ist"
22 Kommentare
Letzter Kommentar:
Floriot schrieb am 02.10.2012 20:12
Also ich gebe ehrlich zu, dass meine Meinung zum Golfen bisher folgende war: reiche Snobs hauen gegen einen Ball, weil sie zu faul und zu fein sind, um richtigen Sport zu treiben.
Habe mich somit auch nicht für den Ryder Cup interessiert, weiß immernoch nicht, wie da die Modalitäten genau sind. Aus Langeweile und mangels Alternative habe ich am Sonntag abend mal hier den Ticker eingeschaltet. Der gute Kommentator hat mich jedenfalls neugierig gemacht und ich habe mir die letzte Stunde des Ryder Cup schließlich im Fernsehen angeguckt.
Meine jetzige Meinung:
Ich werde wohl nie ein großer Golffan werden (zumindest, was die anderen Turniere angeht), dafür ist mir der Sport meist zu langweilig. Aber mittlerweile sage ich zumindest, dass es sich um Sport handelt und ich bin zumindest vom Ryder Cup zutiefst beeindruckt. Klar, war es dieses Jahr unglaublich spannend und wird gerade aufgrund der Rolle von Martin Kaymer vielen Deutschen unvergessen bleiben. Aber auch insgesamt ist es schon eine sehr gute Sportveranstaltung gewesen, muss ich so zugeben, und Golf sollte mehr geschätzt werden, als es von großen Teilen der Bevölkerung wird. Gruß - Ein Ignorant, der eines Besseren belehrt wurde
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