Es ist definitiv das beste Jahr in der Karriere der Angelique Kerber. Aber auch gegen Ende der Saison ist die deutsche Nummer eins noch nicht bereit für den Sprung nach ganz oben, beim Turnier in Tokio unterlag sie im Halbfinale Agnieszka Radwanska deutlich.
Nachdem Kerber im Viertelfinale noch von der krankheitsbedingten Absage der Weltranglisten-Ersten Victoria Azarenka profitiert hatte, zeigte ihr ihre polnische Freundin Radwanska beim 1:6, 1:6 deutlich die Grenzen auf. Radwanska trifft im Endspiel auf Nadia Petrova. Die Russin setzte sich im zweiten Halbfinale gegen Samantha Stosur ebenfalls deutlich mit 6:4, 6:2 durch.
Auch wenn die letzte Bestätigung noch fehlt, gab es für Kerber trotz der Niederlage eine frohe Kunde: Durch das Halbfinale von Tokio kann Kerber fast sicher mit den WTA-Championships Ende Oktober in Istanbul planen, aus dem Feld der acht besten Spielerinnen des Jahres 2012 ist sie nur noch theoretisch zu verdrängen.
20 Winner von Radwanska, 32 Fehler von Kerber
Gegen Radwanska gab es für Kerber aber nur wenig zu bestellen, der letzte Schritt in ihrer Entwicklung zu einer Topspielerin mit Potential auf den Gewinn eines Grand Slam-Turniers steht noch aus. Radwanska machte es Kerber in gerade mal 59 Minuten vor, wie Spitzentennis auszusehen hat. Die Polin schlug insgesamt 20 Winner, leistete sich dabei aber nur vier Unforced Errors. Kerber leistete sich dagegen 32 leichte Fehler und war insgesamt zu nervös, um ins Spiel zu finden.
"Ich habe versucht, aggressiv zu spielen, aber ich habe heute viele Flüchtigkeitsfehler gemacht", sagte Kerber nach dem Match. "Agnieszka hat sehr gut gespielt. Sie bringt jeden Ball zurück wie eine Ballwurfmaschine." Inklusive der Halbfinalniederlage in Wimbledon in diesem Jahr hat Kerber nun die letzten drei Matches gegen Radwanska verloren, von einer Angstgegnerin will die Deutsche aber noch nichts wissen.
Im ersten Satz konnte Kerber nicht eins ihrer Aufschlagspiele durchbringen und auch im zweiten Durchgang fand sie nie zu ihrem Rhythmus. Radwanska lobte ihre Gegnerin nach dem Spiel trotzdem. "Wir haben jetzt schon einige Male gegeneinander gespielt und jedes Mal ist es sehr hart", sagte Radwanska nach dem Match. "Das Ergebnis klingt eindeutig, aber ich musste viel laufen und bin froh, dass ich mein Spiel bis zum Schluss durchziehen konnte."
In der kommenden Woche stehen die glänzend besetzten China Open in Peking auf dem Programm, danach werden wohl weitere Teilnehmerinnen feststehen. Bisher sind neben Radwanska bereits Azarenka, Maria Sharapova und Serena Williams qualifiziert.
