Josip Drmic (l.) ist bei einem eventuellen Abstieg wohl weg
Der achte Abstieg hätte für den 1. FC Nürnberg gravierende Folgen - finanziell, aber auch sportlich. So ist jetzt schon klar, dass der Club dann auf die Dienste seines besten Torjägers Josip Drmic verzichten müsste. "Spielen wir in der 2. Bundesliga, wird es schwer, einen Spieler seiner Qualität zu halten. Er wird nicht 2. Liga spielen", sagte FCN-Sportvorstand Martin Bader unlängst.
Gemeint ist Josip Drmic. Der Schweizer Nationalspieler hatte bis zum Kellerduell der Nürnberger am Mittwochabend gegen den VfB Stuttgart bereits 13 Tore in dieser Saison erzielt - und damit bei der Konkurrenz Begehrlichkeiten geweckt.
Im Falle des Klassenerhalts denkt Bader aber gar nicht daran, den 21 Jahre alten Stürmer abzugeben. "Spielen wir in der Bundesliga, hat Josip Drmic keine Ausstiegsklausel", stellte er klar. Ansonsten gibt es offenbar diese Klausel - mit einer angeblich festgeschriebenen Ablöse von 3,5 Millionen Euro.
Drmic war vor der Saison für 2,2 Millionen Euro vom FC Zürich zum FCN gekommen und unterschrieb dort einen Vertrag bis 2017. Inzwischen soll sein Marktwert bei etwa sieben Millionen Euro liegen. Bundesliga-Konkurrent Hertha BSC will den Schweizer angeblich als Nachfolger von Adrian Ramos (wohl zu Dortmund) verpflichten. Auch Leverkusen soll interessiert sein.
Klassenerhalb im Fokus
Doch zunächst zählt für Drmic nur der Kampf um den Klassenerhalt mit dem Club - und die Schweizer Nati. Für den schnellen und torgefährlichen Stürmer ist der Traum von der WM-Teilnahme in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) längst keine Utopie mehr und sein "großes Ziel". Anfang März erzielte Drmic in seinem fünften Länderspiel für die Eidgenossen ausgerechnet beim 2:2 gegen Kroatien, dem Heimatland seiner Eltern, zwei Tore und betrieb damit beste Eigenwerbung.Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld ist entsprechend "glücklich" über die Entscheidung von Drmic für die Schweiz, wo er in Bäch im Kanton Schwyz geboren wurde, zunächst aber zweimal am Einbürgerungstest scheiterte. "Wir können ihn besser gebrauchen", fügte Hitzfeld an. Die Kroaten hätten ja noch einen Mario Mandzukic oder Ivica Olic.
Die Schweiz hat nun eben Drmic. "Man sieht, welches Talent er hat. Josip hat in Nürnberg ein gutes Umfeld. Es ist eine Riesenleistung, dass er sich dort zum besten Torschützen entwickelt hat", lobte Hitzfeld zuletzt das "Stürmer-Juwel" (Neue Zürcher Zeitung). Drmic könne sich "gut freispielen, weil er schnell ist. International ist diese Grundschnelligkeit sehr wichtig." Im Abstiegskampf mit dem Club ohnehin.


