Sport Live bei sportal.de
Sport Live bei sportal.de
Sport Live bei sportal.de
Sport Live bei sportal.de
Startseite | Live-Ticker | Ergebnisse
FUSSBALL | EM 2008
Schriftgröße: 
Die Europameisterschaft 2004
Die Europameisterschaft 2004
Otto Rehhagel

Die Fußball-Europameisterschaft fand vom 12. Juni bis 4. Juli 2004 in Portugal statt, das sich bei der Bewerbung gegen Spanien und Österreich/Ungarn durchgesetzt hatte. Portugal hatte Spanien die gemeinsame Ausrichtung des Turniers angeboten, doch die Iberer wollten eine eigene EM und gingen somit leer aus..

Bei dieser Europameisterschaft wurde die ungeliebte Golden Goal-Regel durch die Silver Goal-Regel abgelöst, nach der ein Team das Spiel automatisch gewinnt, wenn es am Ende einer Verlängerungs-Halbzeit führt. Da diese Regelung auch keine Zustimmung fand, wurde sie nach der EM wieder abgeschafft und die UEFA kehrte zur altbewehrten Austragungs-Art zurück.

Während der Qualifikation traten die Teams in zehn Gruppen à fünf Mannschaften gegeneinander an. Die Gruppenersten qualifizierten sich direkt, die Gruppenzweiten mussten noch einmal Relegationsspiele gegeneinander austragen, um die fünf weiteren Teilnehmer neben Gastgeber Portugal zu ermitteln.

Europameisterschaft 2004: Gruppe A

Eigentlich standen in dieser Gruppe Portugal und Spanien bereits als Viertelfinalisten fest, doch als der EM-Gastgeber im Eröffnungsspiel mit 1:2 gegen Griechenland verlor, bahnte sich eine Sensation an. Das 1:1 der Griechen gegen Spanien im zweiten Spiel zeigte, dass diese Leistung keine Eintagsfliege war. Da Spanien das erste Spiel gegen Russland mit 1:0 gewonnen hatte, kam es im letzten Gruppenspiel zwischen den Iberern und Portugal zum Showdown. Die Gastgeber gewannen mit 1:0 und so war Spanien trotz der überraschenden 1:2-Niederlage Griechenlands gegen Russland ausgeschieden.

Europameisterschaft 2004: Gruppe B

Die Generation von Spielern, die Frankreich den WM-Titel 1998 und den EM-Titel 2000 gesichert hat, war teilweise schon ein wenig in die Jahre gekommen und so taten sie sich nicht nur im Auftaktspiel gegen England schwer. Nach einer 1:0-Führung der Briten durch Lampard, waren es zwei Treffer von Zidane in der Nachspielzeit, die einen Fehlstart verhinderten. Ein schwaches Unentschieden gegen Kroatien und ein Sieg gegen die Schweiz reichten für den Einzug ins Viertelfinale. England erholte sich schnell vom Schock des ersten Spiels und zog mit klaren Siegen gegen die Schweiz und Kroatien ebenfalls in die Runde der letzten acht Teams ein. EM-Neuling Wayne Rooney schoss vier Tore in der Vorrunde und avancierte zum Star.

Europameisterschaft 2004: Gruppe C

Schweden startete mit dem 5:0 gegen Bulgarien sehr gut in das Turnier. Das Unentschieden gegen Italien und das 2:2 gegen Dänemark reichten dank der guten Tordifferenz sogar zum Gruppensieg. Dänemark hatte einen guten Start ins Turnier. Das 0:0 gegen Italien und der Sieg gegen Bulgarien sorgten dafür, dass ein 2:2 gegen Schweden im letzten Gruppenspiel reichte, um ins Viertelfinale einzuziehen. Nach den beiden Unentschieden gegen Dänemark und Schweden musste Italien schon auf einen Sieg eines der skandinavischen Teams im direkten Duell hoffen. Nachdem der dänische Keeper in der 90. Minute das Tor zum 2:2-Ausgleichstreffer der Schweden verursachte und das Ausscheiden von Italien feststand, wurde auf italienischer Seite eine Absprache vermutet.

Europameisterschaft 2004: Gruppe D

Wie schon bei der EM 2000 sollte das Ende der Gruppenphase für Deutschland auch das Ende des Turniers bedeuten. Die im Umbruch befindliche Mannschaft von Rudi Völler machte einen besseren Eindruck, als die bei der vorherigen EM und fing sich im ersten Spiel gegen die Niederlande neun Minuten vor Schluss den unglücklichen Ausgleichstreffer zum !:1-Endstand durch Van Nistelrooy ein. Gegen Lettland reichte es dann allerdings nur zu einem enttäuschenden 0:0.

Trotzdem hätte ein Sieg gegen die bereits qualifizierten Tschechen - die zudem nur mit einer B-Elf antraten - gereicht, um noch aus eigener Kraft das Viertelfinale zu erreichen. Nach der Führung durch Michael Ballack ließen die Deutschen aber nach und kassierten durch Tore von Heinz und Baros noch eine Niederlage. Damit stand neben Tschechien auch die Niederlande im Viertelfinale.

Viertelfinale: Portugal - England

Das erste Viertelfinale war gleich ein absolutes Highlight. Beide Mannschaften spielten mit hohem Tempo und England ging schon in der 3. Minute durch ein Tor von Michael Owen in Führung. Es sollte bis zur 85. Minute dauern, ehe Helder Postiga den verdienten Ausgleich erzielte. Für Aufregung sorgte dann ein nicht gegebenes Tor von Sol Campbell, da John Terry den portugiesischen Keeper bei der vorangeganenen Ecke behindert hatte. Schiedsrichter Urs Meier wurde daraufhin zum Feindbild erklärt und erhielt diverse Morddrohungen.

In der Verlängerung lieferten sich beide Teams weiter ein hochklassiges und temporeiches Spiel, doch ein Tor wollte nicht mehr fallen. So kam es zum Elfmeterschießen, in dem Portugals Torwart Ricardo zum Helden wurde und sich mal wieder die These bestätigte, dass England kein Elfmeterschießen gewinnen kann. Gleich der erste Schuss von Beckham ging über das Tor hinweg, doch beim Stande von 2:2 zeigte auch Rui Costa Nerven. Beim Stande von 5:5 hält Ricardo, der ohne Handschuhe im Tor stand, dann den Schuss von Vassell und verwandelt im Anschluss selber den Elfer zum 6:5. Damit stand Portugal im Halbfinale.

Viertelfinale: Frankreich - Griechenland

Das zweite Viertelfinale sorgte für die erste faustdicke Überraschung der EM. Das griechische Team von Trainer Otto Rehhagel spielte nach dem eher unerwarteten Erreichen der Runde der letzten acht Teams befreit auf und kam in der ersten Halbzeit zu mehreren guten Chancen. Frankreich schien dagegen müde, unispiriert und verzweifelte an der hervorragend aufgestellten Abwehr der Griechen. Als Angelos Charisteas den Außenseiter dann in der 65. Minute per Kopfball in Führung brachte, schien die Sensation zum greifen nahe.

Frankreich warf alles nach vorne und Thierry Henry hätte zwei Mal beinahe den Ausgleich erzielt, doch der Ball ging jedesmal knapp am Tor vorbei. Nach dem Abpfiff und dem Erreichen des Halbfinales gingen die Menschen in Griechenland auf die Straße und feierten ihre EM-Helden ausgelassen - es sollte nicht das letzte Mal sein.

Viertelfinale: Schweden - Niederlande

Schweden rang den Niederlanden mit einer guten Abwehrleistung in der regulären Spielzeit ein 0:0 ab. Nach 120 Minuten mit offensiven Vorstößen beider Mannschaften kam es nach dem Spiel von Portugal gegen England zum zweiten Elfmeterschießen der EM 2004. Zlatan Ibrahimovic verschoss den ersten Elfmeter für Schweden. Nachdem der Niederländer Philip Cocu das Tor ebenfalls verfehlte, konnte der holländische Keeper Edwin van der Sar seiner Mannschaft mit einer Parade des Elfers von Olof Mellberg den Sieg mit 5:4 sichern.

Obwohl die Schweden bereits im Viertelfinale ausschieden, galt die Mannschaft mit ihrem kontrollierten und taktisch disziplinierten Spiel in Offensive und Defensive als eine der positiven Überraschungen des Turniers. Schweden bewies, dass auch zwei gleichberechtigte Trainer eine Mannschaft zum Erfolg führen können.

Viertelfinale: Tschechien - Dänemark

Um nicht, wie in den drei vorangegangenen Gruppenspielen geschehen, einem Rückstand hinterher zu rennen, gingen die Tschechen mit einer ungewohnt defensiven Ausrichtung in die Partie gegen Dänemark. Die Skandinavier kamen so zu einigen Chancen, die sie aber nicht verwerten konnten und kamen wegen des hohen Tempos zur zweiten Halbzeit deutlich möder aus der Kabine.

Tschechien drehte nun richtig auf und erzielte innerhalb von nur 20 Minuten drei Tore durch einen Kopfball von Jan Koller und einen Doppelpack von Milan Baros, der damit seine Tore Nummer vier und fünf während dieses Turniers erzielte. Die Dänen konnten dem nichts mehr entgegensetzen und so blieb es beim 3:0 und Tschechien stand im Halbfinale.

Halbfinale: Portugal - Niederlande

Nach der überragenden Vorstellung in der Gruppenphase präsentierten sich die Niederländer im Halbfinale gegen Gastgeber Portugal überraschend defensiv. Die taktische Umstellung bekam der Mannschaft nicht gut und so fehlte bei den Angriffen sowohl Tempo als auch Kreativität. Als Portugal in der 28. Minute durch Cristiano Ronaldo mit 1:0 in Führung ging, wurden die ohnehin schon frei aufspielenden Gastgeber immer sicherer.

Mittelfeld-Regisseur Luis Figo lenkte das Spiel hervorragend und sorgte mit intelligenten Pässen immer wieder für Gefahr vor dem niederländischen Tor. In der 58. Minute erhöhte Maniche nach einer Standard-Situation auf 2:0, doch nach dem unglücklichen Eigentor von Jorge Andrade in der 63. Minute kam etwas Unsicherheit bei den Portugiesen auf. Die Niederlande warfen nun alles nach vorne und waren gegen Ende der Partie mit drei Mittelstürmern (Ruud von Nistelrooy, Roy Makaay und Pierre van Hooijdonk) auf dem Feld. Ein Tor wollte jedoch nicht mehr fallen und so erreichte Portugal erstmals ein EM-Finale.

Halbfinale: Griechenland - Tschechien

Im zweiten Halbfinale zwischen Tschechien und Griechenland ging die von Trainer Otto Rehhagel ausgegebene Taktik voll auf. Die beiden tschechischen Topstürmer Jan Koller und Milan Baros wurden in Manndeckung genommen und ansonsten alles dafür getan, die Räume eng zu machen und den Gegner nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Trotzdem hatte Griechenland Glück, als Tomas Rosicky nur die Latte traf.

Nachdem die Tschechen auch in der zweiten Halbzeit einige gute Chancen vergaben, ging das Spiel in die Verlängerung. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit zirkelte Tsiartas eine Ecke genau auf den Kopf von Dellas, der sich die Chance nicht entgehen ließ und sensationell zum 1:0 einköpfte. Wegen der neuen Silver Goal-Regel standen die Griechen nach dem Ende der ersten Halbzeit der Verlängerung als Sieger fest und die landesweite EM-Party ging in der Heimat weiter.

Finale: Portugal - Griechenland

Erstmals in der EM-Geschichte kam es in einem Finale zur Wiederholung des Eröffnungsspiels. Portugal hatte die große Chance, im eigenen Land Europameister zu werden und das merkte man den Spielern während der gesamten Partie auch an. Griechenland begann das Spiel wie so oft bei dieser EM aus einer fest formierten Defensive, doch im Gegensatz zum Eröffnungsspiel gingen die Portugieren diesmal auch vorsichtiger zu Werke, um nicht in Rückstand zu geraten.

Trotz einiger Chancen für Portugal stand es nach 45 Minuten weiter 0:0 im neuen Stadion des Lichts in Lissabon und so erhöhten die Gastgeber in der zweiten Halbzeit den Druck. Weitere gute Chancen folgten, doch in der 57. Minute kam der Schock. Nach einer Ecke nutzte Angelos Charisteas bei seiner einzigen Chance während des gesamten Spiels eine Unsicherheit von Portugals Keeper Ricardo aus und köpfte den Ball zur 1:0-Führung ins Netz.

Die zum Teil doch ziemlich nervös agierenden Gastgeber warfen nun alles nach vorne, doch ihre Bemühungen wurden immer wieder von der glänzenden griechischen Abwehr zunichte gemacht. Cristiano Ronaldo und Luis Figo kamen aber dennoch zu einigen guten Gelegenheiten, die aber allesamt am Tor vorbei gingen oder vom starken griechischen Schlussmann Nikopolidis gehalten wurden. Als der deutsche Schiedsrichter Dr. Markus Merk das Spiel abpfiff war Griechenland Europameister, Trainer Otto Rehhagel ein Volksheld und die Bewohner Lissabons konnten etwas für ihren Ruf als Hauptstadt der Melancholie tun.

Auszeichnungen:

Bester Spieler des Turniers: Theodoros Zagorakis (Griechenland)

Philipp Lindenberg

Torschützenkönig: Milan Baros (Tschechien / 5 Treffer)

EM 2008
EM 2008
FUSSBALL | EM 2008
EM 2008
Del Bosque übernimmt Spanien
Del Bosque übernimmt Spanien
Der Europameister hat einen neuen Trainer - Vicente del Bosque übernimmt den Posten von Luis Aragones.
EM 2008
LIVE-TICKER
Alle Spiele der EM 2008 im Live-Ticker
   alle Live-Ticker im Überblick
Anzeige
TRANSFERS
   alle Transfers im Überblick
TOP NEWS TICKER Pop-up
22:35
   alle Top News des Tages
BILDERGALERIEN
EM 2008
Die User-Elf der EM
EM 2008
Die Nationalmannschaft lässt sich feiern
EM 2008
Die sportal.de EM-Elf
   alle Bildergalerien
Webbaukasten
alle Ergebnisse, Tabellen und News für Ihre Webseite
RSS
News, Ergebnisse u.v.m per RSS-Feed auf Ihrem Desktop!
Downloads
Wallpaper und Bildschirm- schoner, Toolbar, u.v.m.
SCHLAGWORTE
bayern champions chelsea didier drogba elfmeterschießen finale fußball hamburger hertha meister münchen münchner präsident rekordmeister sportgericht teilte trainer vertrag zukunft
Anzeige
| | | | | | | | | | | |
| | |
| | |