Mit einer Serie von vier Siegen in Folge reiste der AC Milan in die Ewige Stadt, um den AS Rom mit einem Sieg von Platz sechs der Tabelle in der Serie A zu verdrängen. Doch es wurde ein bitterer Abend für die Rossoneri, die beim 2:4 kurzzeitig unterzugehen drohten.
Nicolas Burdisso (13.), Pablo Osvaldo (23.) sowie Erik Lamela (30./ 61.) erzielten die Tore für den AS Rom, der mit dem Sieg den Abstand zu den Champions League-Plätzen verkürzte. Giampaolo Pazzini (87. FE) sowie Bojan (88.) trafen dann nach Roter Karte gegen Marquinhos in der Schlussphase.
Der AC Milan war nur in den ersten zehn Minuten ein ebenbürtiger Gegner. Individuelle Fehler sowie Schwächen im Defensiv-Kopfball kosteten den Anschluss an die oberen Tabellenränge. Die beiden Treffer in den Schlussminuten änderte nichts an einem insgesamt nur durchwachsenen Auftritt.
Frühe Führung des AS Rom
Beide Clubs hatten sich viel vorgenommen, da der Abstand zu den internationalen Rängen eben nicht zu groß werden sollte. Rein taktisch trafen zwei 4-3-3-Systeme aufeinander und die Namen in der Offensive konnten sich sehen lassen. Erik Lamela, Pablo Osvaldo und Francesco Totti gegen Robinho, Kevin-Prince Boateng und Stephan El Shaarawy.
Gut 50.000 Zuschauer im Stadio Olimpico sahen einen sehr schwungvollen Beginn beider Teams, die Gastgeber übernahmen dann langsam aber sicher das Kommando. Nach ersten kleineren Chancen - Osvaldo scheiterte am glänzend parierenden Marco Amelia - nickte Nicolas Burdisso im Anschluss an einen Eckball und einer erneuten Glanztat Amelias freistehend zum 1:0 ein (13.).
Milan probierte direkt zu kontern, El Shaarawy scheiterte nach Pass von Boateng jedoch an Mauro Goicoechea, der eine Hand an den Ball bekam. Es war Feuer in der Partie und die Roma setzte nach. Eine Flanke von Totti drückte Osvaldo zum 2:0 über die Linie, Mario Yepes stand schlecht und ließ sich im Luftkampf abkochen (23.). Nicht, dass Milan sonderlich schwach agierte.
Milan ohne Konzept - Rom legt nach
Allerdings schlichen sich in der Hintermannschaft immer wieder Fehler ein. So auch in der 30. Minute. Daniele De Rossi hatte 30 Meter vor dem Tor alle Zeit der Welt, fand Lamela mit einem Pass in die Schnittstelle und der Argentinier hatte wenig Mühe, aus kurzer Distanz zum 3:0 zu verwerten. Die Rossoneri drohten böse unter die Räder zu kommen.
Der AS Rom stand sehr gut und setzte nun auf schnelle Gegenstöße. Einer der drei Angreifer ließ sich bei Ballbesitz Milan fallen und zwei Viererketten standen sehr dicht zusammen. Milan probierte es entweder über die Außen oder eben mit hohen Bällen, die meist ihr Ziel deutlich verfehlten. 6:1-Torschüsse lautete die Bilanz zur Halbzeit, die Führung war verdient.
Fünf Minuten waren in Durchgang zwei gespielt, als Totti das 4:0 auf dem Fuß hatte, den Ball nur knapp neben den Pfosten setzte. Immerhin probierte sich Milan im Vorwärtsgang, fand aber nicht die richtigen Mittel. Anders die Roma: Federico Balzaretti mit einer Flanke in den Strafraum, Lamela setzte sich gegen Kevin Constant durch - das dritte Tor per Kopf an diesem Abend (61.).
Milan dreht auf, aber zu spät
14 Minuten vor dem Ende dann ein kleiner Hoffnungsschimmer für Milan, denn Marquinhos sah nach einem absichtlichen Handspiel die Rote Karte. Allerdings schien die Zeit zu knapp, um den Gastgeber noch ernsthaft in Gefahr zu bringen. Milan schien sich aufgegeben zu haben, wurde aber mit einem Elfmeter beschenkt.
Goicoechea hatte Pazzini gefoult, der allerdings zuvor bei einem Schuss im Abseits gestanden hatte. Den fälligen Strafstoß schob der Gefoulte locker ein. Mit dem nächsten Angriff dann das 2:4: Der ebenfalls eingewechselte Bojan traf aus spitzem Winkel gegen eine nach dem Platzverweis orientierungslosen Hintermannschaft zum 2:4.
Dabei blieb es dann, der Sieg des AS Rom geriet nicht mehr ernsthaft in Gefahr. Rom liegt nun mit 32 Punkten auf Rang sechs, hat den Rückstand zum SSC Neapel auf zwei Punkte verkürzt und liegt nur vier Punkte hinter Platz zwei. Milan hat den Anschluss mit 27 Zählern vorerst verpasst.
