Unbekannte Neuzugänge, junge Spieler und noch kein kompletter Kader: Bei Dynamo Dresden wird kurz vor dem Vorbereitungsstart am Montag eifrig am Personal gebastelt. Aktuell stehen nur 14 Profis zur Verfügung. "Wir werden gewiss keine U19 aufstellen und uns mit Bedacht noch mit weiteren Spielern verstärken", sagte Sportgeschäftsführer Ralf Minge.
Bislang hat der achtfache DDR-Meister ausschließlich Spieler verpflichtet, die zuletzt in der 3. und 4. Liga aktiv waren und im Schnitt 22 Jahre jung sind. Dazu gehören Stürmer Sylvano Comvalius (von Eintracht Trier), die Innenverteidiger Jannik Müller (1. FC Köln II) und Michael Hefele (SpVgg Greuther Fürth) sowie Rechtsverteidiger Niklas Kreuzer (RW Erfurt), Sohn von HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer.
Maik Franz sagt Dynamo ab
Daher schaut sich Minge jetzt nach erfahreneren Akteuren um. "Bei unseren aktuellen Bemühungen haben wir im Blick, dass wir noch zwei, drei Spieler mit mehr Reputation benötigen", sagt der 53-Jährige. Den zuletzt aufgekommenen Gerüchten, man wolle weiterhin mit den Franzosen Romain Brégerie und Anthony Losilla zusammenarbeiten, erteilte er eine Absage: "Das ist definitiv nicht darstellbar. Wir stehen für einen Neuanfang und verfolgen diese Philosophie konsequent." Minge spricht von einer Mannschaft, die unbekümmert herangeht und sich "zu hundert Prozent mit Dynamo identifiziert".Diesen Prozess soll Neu-Trainer Stefan Böger vorantreiben. Der 48-Jährige betreute zuletzt die U16-Nationalmannschaft Deutschlands. Die Umbauarbeiten werden jedoch durch die Sparmaßnahmen des Vereins erschwert. Die Sachsen haben den Spieleretat nach dem verpassten Klassenerhalt von bisher rund 6,9 Millionen Euro auf nur noch 2,9 Millionen Euro gekürzt.
Endgültig nicht mehr zum Kader gehört Sebastian Schuppan, der den Klub ausgerechnet in Richtung Arminia Bielefeld verlassen hat. Die Ostwestfalen hatten die Dynamos noch aus der Relegation gedrängt, zogen dort aber gegen Darmstadt 98 den Kürzeren. Wie Brégerie und Losilla haben derzeit auch Mickaël Poté und Zlatko Dedic noch keinen neuen Verein, mit beiden will Dynamo aber auf keinen Fall mehr planen. Kein Thema mehr indes ist Abwehrspieler Maik Franz. Der bei Bundesligist Hertha BSC aussortierte "Iron Maik" gab dem Klub eine Absage.
Dörner setzt auf behutsamen Aufbau
Am Montag beginnt die schweißtreibende Vorbereitung für die Sachsen. Ende des Monats (30. Juni bis 1. Juli) geht es dann ins Trainingslager nach Fügen/Österreich. Ein Höhepunkt in der Vorbereitung ist der Test gegen den 44-maligen schottischen Meister Celtic Glasgow (19. Juli). Bereits am 25. Juli startet die 3.Liga mit der neuen SaisonDynamo-Legende "Dixie" Dörner hält den direkten Wiederaufstieg für unrealistisch. "Wichtiger ist, dass wir den eingeschlagenen Neuanfang fortsetzen, um dann in ein, zwei Jahren ein aufstiegsreifes Team geformt zu haben", sagt der 100-malige DDR-Auswahlspieler. Für den Neustart mache ihm Mut, dass ein kleines Gerüst beisammen geblieben ist: "Benjamin Kirsten, Cristian Fiel und Robert Koch sind Typen, die eine Mannschaft mitreißen können", sagte der 63-Jährige.

