Sie freuen sich auf die Olympischen Spiele? Sie haben sich zwei Wochen frei genommen für das Größte, was der Sport zu bieten hat? Dabei ist Olympia in seiner jetzigen Form verbesserungsbedürftig, wie wir finden. Hier sind fünf Schritte, um die Spiele noch besser zu machen.
Die Olympischen Spiele stehen vor der Tür. Oder, wenn man Fußballerin ist, dann sitzen sie schon im Wohnzimmer. Ob die Sommerspiele "das größte Sportereignis der Welt" sind, oder ob dieser Titel eher der Fußball-WM gebührt, darüber mag man - je nach Maßstab - streiten. Aber nirgendwo sonst werden auf so engem Raum so viele verschiedene Sportarten gleichzeitig ausgetragen, während die Welt zusieht.
Seit Pierre de Coubertin 1896 die antike Institution revitalisierte und neu erfand, hat sich Vieles verändert: Seit 1924 gibt es Winterspiele, seit 1994 finden diese alternierend im zweijährlichen Wechsel mit den Sommerspielen statt. Profisportler dürfen seit den 1970ern teilweise und seit 1988 ohne Beschränkung in den meisten Sportarten antreten (Boxen ausgenommen). So hat sich das IOC der veränderten Welt und Medienlandschaft angepasst. Aber sind die Olympischen Spiele, wie wir sie jetzt erleben, die ideale Verkörperung ihres Gedankens? Nutzen sie das weltweite Interesse optimal aus?
Wir finden nicht und haben einige Vorschläge gesammelt, um Olympia noch besser zu machen.
1) Indoor-Sportarten in den Winter verschieben
Die IHF und ihr Präsident Hassan Moustafa zeigen sich aufgeschlossen gegenüber der Idee, Handball in Zukunft im Rahmen der Winterspiele auszutragen. Klingt gut, aber Voraussetzung für die Zustimmung des Verbandes ist die parallele Aufnahme von Beachhandball ins Programm der Sommerspiele. Beachhandball. Was kommt als Nächstes? Beachbogenschießen?
Nein, niemand braucht doppelt so viel Handball bei Olympia, einen Sport, der ohnehin schon mehr internationale Turniere austrägt als jeder andere. Aber Handball im Winter, das würde aus vielen Gründen Sinn ergeben: WM und EM finden sowieso im Januar statt, dann könnte man sich (in einer Sportart, in der Olympia noch wichtiger ist als der WM-Titel) eine EM oder WM sparen in den Winterolympiajahren.
Handball, und auch Basketball oder Volleyball sind Sportarten, die traditionell im Rahmen der Sommerspiele ausgespielt werden, weil bisher die Winterspiele nur für Disziplinen vorgesehen waren, die thematisch mit Eis und Schnee zu tun haben. Dafür gibt es aber keinen zwingenden Grund. Basketball ist eher eine Winter- als eine Sommersportart, und das überall auf der Welt.
Die Winterspiele funktionieren als Zuschauer-Event viel besser als die Sommerspiele, weil sich weniger Sportarten überlappen und man die verschiedenen Disziplinen besser verfolgen kann. Um das Sommerprogramm zu entzerren, wäre es sinnvoll, die Verteilung etwas gerechter zu gestalten. Dazu müssten nicht unbedingt drei Teamsportarten in den Winter, es könnte etwa auch Boxen, Judo oder Ringen treffen.
2) Die Sommerspiele auf drei Wochen ausdehnen
Der englische Fußballjournalist Keir Radnedge hat die Frage aufgeworfen, warum die Olympischen Sommerspiele nur zwei Wochen dauern. Ein guter Punkt. In der Anfangszeit der modernen Olympischen Spiele dauerten die Wettbewerbe oft ein halbes Jahr, zumindest aber mehrere Monate. Erst ab 1928 in Amsterdam etablierte sich der Zwei-Wochen-Modus.
1928 gab es 109 Entscheidungen in diesem Zeitraum. In London werden es aber über 300 sein. Einen Großteil von diesen wird kaum jemand zur Kenntnis nehmen, außer vielleicht in den Ländern, aus denen die Medaillengewinner stammen, und selbst das ist bei erfolgreicheren Nationen wie den USA oder China nicht garantiert. "Das versendet sich", sagt der TV-Journalist, wenn er einen kaum zu bemerkenden Fehler meint. Es versenden sich aber leider auch ganze Sportarten bei Olympia, weil sie im Schatten der populäreren Wettkämpfe wie Leichtathletik oder Schwimmen stattfinden.





