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Von: Malte Asmus
Datum: 31. Juli 2012, 17:58 Uhr
Format: Artikel
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Olympia 2012: Zweimal Gold und Bronze für die Vielseitigkeitsreiter - Silber für Tasiadis und Bischof

Reiten,Olympia,Michael Jung
Michael Jung strahlt über seine Goldsammlung

Der Medaillenknoten ist geplatzt. An Tag 4 regnete es für das deutsche Team gleich fünfmal Edelmetall. Die großen Abräumer waren Doppel-Olympiasieger Michael Jung und die Vielseitigkeitsreiter. Feiern dürfen aber auch Slalomkanute Sideris Tasiadis und Judoka Ole Bischof.

Vielseitigkeitsreiter Michael Jung wusste mit seiner Freude gar nicht wohin. Ausgerechnet an seinem 30. Geburtstag hatte er mit einem fehlerfreien Auftritt am Morgen zunächst Gold mit der Mannschaft an der Seite seiner Teamkollegen Ingrid Klimke, Sandra Auffarth, Dirk Schrade und Peter Thomsen gesichert. Deutschland verteidigte damit den Olympiasieg von 2008 erfolgreich und siegte mit 133,70 Strafpunkten vor den Briten (138,20) und Neuseeland (148,50).

"Michael ist der kompletteste Reiter", schwärmte Bundestrainer Hans Melzer und fügte hinzu: "Er ist ein unglaubliches Multi-Talent." Und das stellte Jung dann auch eindrucksvoll unter Beweis. Denn mit einem Gold gab er sich nicht zufrieden. Der am Nachmittag noch folgende Einzelolympiasieg bedeutete für ihn zusätzlich auch einen weiteren historischen Triumph.

Vor ihm war es noch keinem Vielseitigkeitsreiter gelungen, sowohl Europameister als auch Weltmeister und Olympiasieger zu werden. Den perfekten deutschen Tag rundete Auffahrth ab, die sich hinter der Schwedin Sara Ostholt Algotsson die Bronzemedaille sicherte. "Das ist ein wunderbares Team. Das spürt man", jubelte Chef de Mission Michael Vesper und Reiter Schrade schrie seine Freude lautstark aus sich heraus. "Das ist supergut. Das ist schön mit ganz vielen ööös", rief Schrade.

Erfolgsrezept der Reiter: allabendlich ein gemeinsames Bierchen

Während der Jubelarien enthüllte das Team dann auch noch ihr Erfolgsgeheimnis: Die Lockerheit und ein regelmäßiger gemeinsamer Umtrunk für den Teamzusammenhalt. Nach jedem Wettkampf-Tag trafen sich die Reiter und ihre mitgereisten Angehörigen in einem Pub. Später am Abend gab es im olympischen Dorf dann noch ein letztes Bier.

"Der Teamchef hat irgendwo im Keller etwas versteckt und stellt dann ein Sixpack auf den Tisch", verriet Klimke, fügte aber eilig hinzu: "Mehr als eins für jeden gibt es aber nicht." Diese Beschränkung dürfte nach dem goldenen Tag aber sicherlich vorübergehend außer Kraft gesetzt werden.

Slalom-Kanute Tasiadis holt Silber

Feuchtfröhlich dürfte es auch beim Slalom-Kanuten Sideris Tasiadis zugehen. Und das nicht nur disziplinbedingt, sondern vor allem aus Freude über seine im Lee Valley White Water Centre gewonnene Silbermedaille - das erste deutsche olympische Edelmetall in dieser Disziplin seit 2004.

Das Finale hatte Tasiadis zuvor noch mit der Bestzeit erreicht. Doch im Endlauf musste er sich dann in 98,09 Sekunden knapp dem Franzosen Tony Estanguet geschlagen geben, der nur 97,06 Sekunden gebraucht hatte und nach 2000 und 2004 zum dritten Mal olympisches Gold gewinnen konnte. Dritter wurde Michal Martikan aus der Slowakei (98,31).

Bischof gewinnt Judo-Silber

Ebenfalls mit Silber musste sich der Judo-Olympiasieger von Peking, Ole Bischof, in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm begnügen und verfehlte trotz insgesamt starker Leistungen sein großes Wunschziel, als erster deutscher Judoka zum zweiten Mal die Goldmedaille zu gewinnen. Im spannenden und engen Halbfinalkampf gegen den US-Amerikaner Travis Stevens hatte Bischof erst nach einem einschließlich Verlängerung wertungslosen Kampf durch Kampfrichterentscheid gewonnen.

Doch im Finale war er dann eindeutig unterlegen. In der Neuauflage des Finalkampfs von vor vier Jahren gewann diesmal Kim Jae-Bum deutlich. Der Koreaner hatte das einseitige Finale von London klar dominiert und am Ende verdient durch Yuko gewonnen. "Nach dem Halbfinale waren die Körner raus, aber ich freu mich über Silber", zog ein sichtlich erschöpfter Bischof in der ARD ein positives Fazit.

Zu seiner geplanten Abendgestaltung gab er an, dass er noch nicht genau wisse, wie er feiern wolle. Bei Gold wäre er wohl in die nahe Themse gesprungen. Dieser Sprung bliebt ihm nun erspart, feucht-fröhlich darf es aber trotzdem werden. Das hat er sich wie die anderen heute redlich verdient. Im Medaillenspiegel machte Deutschland dadurch einen ordentlichen Satz nach vorne.