Lazio Rom hat das Finale der Coppa Italia gegen AS Rom gewonnen. Der sechste Pokalsieg beschert den Laziali die Teilnahme an der Europa League. Das Team von Miroslav Klose wurde in einem ruppigen Spiel für das größere Engagement belohnt.
Lazio Rom hat das mit Spannung erwartete Finale der Coppa Italia gegen den Stadtrivalen AS Rom mit 1:0 (0:0) gewonnen und ist Pokalsieger. Das Team um Miroslav Klose hat damit auch einen Startplatz in der Europa League sicher.
Vor etwa 60.000 Zuschauern im Stadio Olimpico boten beide Rivalen eine ereignisarme erste Halbzeit mit vielen Fouls. Als Lazio das Tempo etwas anzog, gelang Senad Lulic der goldene Treffer (71.).
Lazio Rom hat damit durch die Hintertür doch noch die Europa League erreicht, nachdem es in der Liga mit Tabellenplatz sieben nicht für den internationalen Wettbewerb reichte. Für Klose ist es zudem der erste Titel seit dem Double mit dem FC Bayern 2010.
Klose Lichtblick in ruppiger erster Hälfte
Das Spiel, wegen Sicherheitsbedenken um drei Stunden auf 18 Uhr vorgezogen, begann gleich intensiv. Bereits nach 44 Sekunden sah Lazios Christian Ledesma nach einem Foul die Gelbe Karte. Nicht nur die erste Verwarnung, auch die erste Chance ging auf das Konto der Laziali: Lulic zog von der Strafraumgrenze flach ab und zwang Bogdan Lobont zu einer Parade. Den Abpraller setzte Klose aus spitzem Winkel ans Außennetz (4.).
Nach neun Minuten wurde auch die Roma erstmals gefährlich. Tottis Fernschuss fischte Federico Marchetti aber aus dem rechten Eck. Die Giallorossi verstärkten danach kurz ihre Bemühungen, schalteten aber schnell wieder einen Gang zurück. Da auch von Lazio nicht viel kam, litt das Spielniveau merklich. Klose hing in der Luft und ließ sich zunehmend tiefer fallen, um das Kombinationsspiel mit anzukurbeln.
Dass Klose aber in vorderster Front zuhause ist, zeigte er in der 34. Minute. Bei einer Flanke von Stefan Radu aus dem linken Halbfeld stieg der Ex-Bayer am höchsten und köpfte gefährlich aufs Tor. Eine Glanztat von Lobont verhinderte die Lazio-Führung, die nicht unverdient gewesen wäre. Das konnte aber nicht über das bisher schwache Spiel hinwegtäuschen. Dafür dominierte die Härte: Referee Daniele Orsato musste fünfmal Gelb zeigen.
Lulic trifft das Tor, Totti nur die Latte
Nach Wiederanpfiff änderte sich zunächst nicht viel: Weder Lazio noch die Roma suchten mit letzter Konsequenz den Erfolg. Zu allem Überfluss musste auf Seiten der Laziali verletzungsbedingt Ledesma runter. Für ihn kam Stefano Mauri (54.).
In der 68. Minute war es wieder Klose, der die Lethargie auf dem Platz durchbrach und beinahe seine Farben in Front brachte. Der eingewechselte Mauri brachte den Ball vom rechten Flügel ins Zentrum, wo der deutsche Nationalspieler einlief und haarscharf am Ball vorbeirutschte.
Danach war der Bann aber gebrochen: Lazio drückte aufs Gaspedal und wurde belohnt. Antonio Candreva setzte sich auf rechts durch und flankte auf Lulic, der den Ball aus kurzer Distanz einschob (71.). Die Antwort folgte auf dem Fuße: Totti knallte einen Freistoß an die Unterkante der Latte, von wo der Ball nur knapp vor der Linie wieder ins Feld sprang - Pech für die Roma (72.).
Danach machte Lazio hinten dicht und versuchte, die sich vermehrt bietenden Räume mit Kontern zu bespielen. Die Roma wirkte angeschlagen und nicht mehr in der Lage, noch einmal zurückzukommen. Die Giallorossi versuchten es mit hohen Bällen, doch es nützte nichts mehr. Lazio hat damit den sechsten Pokalsieg seiner Geschichte errungen. Der Roma blieb der zehnte Triumph und damit der silberne Stern auf dem Trikot verwehrt.
Autor: Marco Nehmer

