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Datum: 09. Juli 2012, 11:11 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa
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Langehanenberg und Sprehe führen deutsche Dressurreiterinnen in London an

Dressur, Deutschland, Team
Die deutschen Dressurreiterinnen sind bereit für Olympia

Die deutschen Dressurreiterinnen haben in Aachen alle wichtigen Prüfungen gewonnen. Helen Langehanenberg und Kristina Sprehe teilten sich die Siege und die zweiten Plätze und ließen die Diskussionen um Wunderpferd Totilas verstummen.

Zwei junge deutsche Reiterinnen haben beim CHIO in Aachen die Dressurprüfungen beherrscht und das fehlende Wunderpferd Totilas vergessen lassen. "Ich habe das noch gar nicht richtig realisiert, das ist Wahnsinn", sagte Helen Langehanenberg nach ihrem Sieg in der abschließenden Kür.

Im Sattel des Hengstes Damon Hill setzte sich die 30-Jährige knapp durch. Die zweimalige deutsche Meisterin erhielt für ihren Auftritt 85,150 Prozentpunkte und lag damit vor Kristina Sprehe mit Desperados (84,700).

"Ich bin super-zufrieden", sagte Sprehe. Die 25-Jährige hatte an den Vortagen den Grand Prix und den Special vor Langehanenberg gewonnen. Die Senkrechtstarterinnen boten in Aachen einen packenden Zweikampf auf höchstem Niveau und führen nun das reine Frauen-Team bei den Olympischen Spielen in London an. Auf Platz drei in der Kür kam Dorothee Schneider mit Diva Royal (81,100).

Sprehe: Fräulein-Wunder statt Wunderpferd 

Langehanenberg und Sprehe haben sich nicht ansatzweise von dem Wirbel um die Olympia-Absage des Millionen-Hengstes Totilas wegen der Erkrankung des Reiters Matthias Rath ablenken lassen. Vor allem Sprehe bescherte der deutschen Dressur eine Art Fräulein-Wunder nach dem Aus des Hengstes, der als Wunderpferd für Schlagzeilen gesorgt hatte. Der Shootingstar der Szene war erst vor sieben Monaten in den A-Kader berufen worden und gilt nun als Medaillen-Kandidatin bei den Olympischen Spielen.

"Die Mädels sind hier ganz klasse geritten", schwärmte Bundestrainer Johnny Hilberath. "Die Pferde sind in Topform, und die Reiterinnen sind sehr stark geritten. Sie ritten quasi wie entfesselt."

"Wir haben beide eine sehr rasante Entwicklung gemacht", sagte Sprehe und lobte ihren elfjährigen Hengst. Sprehe, die den Rappen seit nicht einmal zwei Jahren reitet, zeigte sich selbst überrascht: "Ich hätte nie gedacht, dass ich hier in Aachen so erfolgreich sein könnte."

Mehr Punkte als Totilas vor einem Jahr 

Trotz der mangelnden Routine lieferte Sprehe drei fehlerfreie Runden ab und spulte ihr Programm mit Desperados souverän herunter. "Ich hatte ein super Gefühl", kommentierte die Reiterin. "Ich habe mich sehr sicher gefühlt. Desperados ging sehr gut."

Bei dem Zweikampf setzte sich nach zwei zweiten Plätzen zum Abschluss Langehanenberg durch. "Er ging fantastisch, und ich kann wirklich über nichts klagen", sagte die zweifache deutsche Meisterin und schwärmte über ihren zwölfjährigen Hengst. Dass ihre Pferde den Vergleich mit Totilas nicht scheuen müssen, zeigten auch die Zahlen für Desperados und Damon Hill: Sprehe und Langehanenberg erhielten in der Kür mehr Punkte als Rath bei seinem Sieg vor einem Jahr.

Deutsche Vielseitigkeitsreiter stark 

In Olympia-Form präsentierten sich auch die deutschen Vielseitigkeitsreiter. Das Gastgeber-Team bewies seine starke Form mit dem ersten Platz beim Nationenpreis. Nach dem Geländeritt lagen die Sieger mit 136,40 Strafpunkten vor Großbritannien (141,00) und Schweden (176,80).

In der Einzelwertung siegte der Australier Christopher Burton (Australien) im Sattel von Underdiscussion mit 38,80 Strafpunkten vor Weltmeister Michael Jung (Horb) mit Sam (40,60) und Laura Collett aus Großbritannien mit Rayef (40,60).