Kann Hannover 96 zum dritten Mal in Folge ins internationale Geschäft einziehen? sportal.de muss mit Prognosen zu den Roten vorsichtig sein, erkennt knapp zwei Wochen vor dem Start in die Europa League aber einige Probleme und Schwierigkeiten.
Hannover 96 hat eine erstaunliche Entwicklung genommen. Zum zweiten Mal in Folge qualifizierten sich die Niedersachsen für die Europa League und ließen dabei die prominenten Nord-Rivalen aus Bremen, Hamburg und Wolfsburg hinter sich. Der prognostizierte Einbruch blieb aus, das Triumvirat aus Trainer Mirko Slomka, Manager Jörg Schmadtke und Präsident Martin Kind leistet einfach hervorragende Arbeit.
Doch der Beginn der neuen Saison könnte holprig verlaufen. Hannover hat Verletzungssorgen, es droht der Abgang eines weiteren Leistungsträgers und auch auf der Führungsebene könnte es zu Schwierigkeiten kommen. sportal.de berichtet, welche Gefahren genau auf die 96er zukommen.
1) Geht Hannover ohne Neuzugänge in die ersten Saisonspiele?
Viele Bundesligisten freuen sich über die ungewöhnlich lange Vorbereitungszeit, der erste Spieltag steigt erst am 24. August. In Hannover ist das anders, der Siebte der vergangenen Saison startet bereits am 2. August in die dritte Qualifikationsrunde zur Europa League - drei Wochen früher als die Konkurrenz muss 96 für den Ernstfall bereit sein.
Diese Tatsache wird Slomka nicht exklusiv von sportal.de erfahren, trotzdem werden die Sorgenfalten bei Slomka tiefer. Denn nach den Abgängen von Emanuel Pogatetz (Wolfsburg), Moritz Stoppelkamp (1860 München) und Altin Lala (FC Bayern II) fehlt Slomka die Tiefe im Kader. Auf seine Neuzugänge kann der Coach derzeit nämlich noch nicht setzen.
Pogatetz-Ersatz Felipe (Standard Lüttich) musste zunächst mit einer Nagelbettentzündung aussetzen, in der letzten Woche setzte ihn eine Mandelentzündung außer Gefecht. Adrian Nikci (FC Zürich) wiederum laboriert an einem Muskelfaserriss und Hiroki Sakai spielt mit der japanischen Auswahl beim olympischen Turnier. Zum Bundesliga-Start sollten alle drei Neuzugänge wieder fit sein, aber Slomka muss sein Team eben wesentlich früher einspielen lassen.
Gerade in der Viererkette wollen Trainer Automatismen einstudieren, Felipe und Sakai werden es deshalb zunächst schwer haben. Urgestein Steven Cherundolo wird somit auf der rechten Seite beginnen und in der Innenverteidigung hat neben dem gesetzten Karim Haggui der Schweizer Mario Eggimann Vorteile.
Allerdings sind die Planungen der 96er noch nicht ganz abgeschlossen. Mit Wunschspieler Szabolcs Huszti könnte es ganz schnell gehen, Präsident Martin Kind erwartet in den kommenden Tagen eine Entscheidung. Der Ungar, in seiner Zeit von 2006 bis 2009 Publikumsliebling bei den Niedersachsen, hat keine Zukunft mehr bei Zenit St. Petersburg und möchte zurückkehren. "Die Positionen sind ausgetauscht", sagte Kind der Bild-Zeitung. "Wir haben unsere Ideen kommuniziert, aber noch keine Reaktion." Huszti muss ein geringeres Gehalt und Zenit eine Ablöse in Höhe von 1,5 Millionen Euro akzeptieren. Klingt machbar.
2) Kommt auch noch ein Stürmerproblem hinzu?
In Hannover droht aber noch mehr Bewegung in den Kader zu kommen, denn Stürmer Didier Ya Konan hat ein Angebot von RB Salzburg. Beim österreichischen Meister hat seit kurzem Ralf Rangnick das Sagen und der ehemalige 96-Coach kennt Ya Konan aus seiner Zeit bei Hoffenheim und Schalke bestens und will den Ivorer unbedingt verpflichten.





